Polizei soll sich als Teil der Stadt zeigen

Der neue Polizeipräsident von Mülheim und Essen ist ein alter Hase: Er kennt den Job im Streifenwagen aus eigener, jahrelanger Erfahrung als Beamter auf Mülheims Straßen, er kennt Mülheim, wo er lebt, und Essen, wo er aufgewachsen ist. Seit 1. April ist Richter Chef von 2200 Polizeibeamten der Doppelbehörde, deren Hauptaufgabe die Erhaltung der öffentlichen Sicherheit ist.

Laut Kriminalitätsstatistik sind Essen und Mülheim sichere Großstädte, nach wie vor. „Es ist schon eine Herausforderung die Zahlen auch so zu halten“, betonte Frank Richter beim Redaktionsbesuch in Mülheim. Er nimmt die mitunter gefühlte Unsicherheit der Menschen durchaus ernst, auch wenn er sagt: „Ich glaube, dass die Schere auseinandergeht, zwischen dem realen Bild und dem, was man in seinem Stadtteil fühlt.“

Kriminalität gebe es nun einmal in jeder Stadt, räumt Richter ein, und temporäre Brennpunkte auch. Doch das Grundvertrauen in die Sicherheit ist für ihn ein unverzichtbares Gut: „Es ist wichtig für die Bürger einer Stadt, das Gefühl zu haben, ich kann hier sicher leben“, betonte er. Der Wohnwert einer Stadt hänge zum großen Teil auch von der gefühlten Sicherheit ab, so Richter.

Daran weiter zu arbeiten, das sieht der Polizeipräsident als eine wichtige Aufgabe an, wobei er gern „noch mehr Leute mit ins Boot holen“ möchte, „um die Städte sicherer zu machen.“ Er nennt die Zusammenarbeit mit städtischen Behörden oder auch Wohnungsbaugesellschaften als Beispiele: „Für den Wohnwert einer Stadt ist die Frage der Sicherheit ein wichtiger Punkt.“ An dem viele aus einer Stadtgesellschaft mitarbeiten könnten und auch sollten.

Transparenz, auch bei polizeilichen Entscheidungen, ist ein weiterer Aspekt, auf den der Polizeipräsident großen Wert legt. „Ich halte es für wichtig, Transparenz darzustellen.“ Die Polizei sollte sich in bestimmten Bereichen mehr öffnen, meint er. „Mir ist wichtig, dass Polizei sich als Teil dieser Stadt fühlt und das auch nach außen hin zeigt.“

Dass viele seiner Beamten in einer der beiden Städte leben, in denen sie auch Dienst tun, sieht Frank Richter als großen Vorteil an: „Das ist ein weicher Faktor, der aber nicht zu unterschätzen ist.“

Polizeipräsident Richter weiß, dass der Job der Polizei nicht einfacher geworden ist. Er nennt Veränderungen zum Negativen wie Respektlosigkeit gegenüber Polizisten und Rettungskräften, aber auch im Umgang der Menschen miteinander. Dennoch sei der Polizeiberuf nach wie vor attraktiv, was er auch daran festmacht, dass es keinen Mangel an Bewerbern gibt.