Politisches Ringen um alternatives ÖPNV-Konzept
22.02.2012 | 18:39 Uhr 2012-02-22T18:39:00+0100
Mülheim.Die zerfahrene Debatte um den ÖPNV kennt nur eine klare Linie: Die Verwaltung will Straßenbahnen durch Busse ersetzen, kleinere Änderungen im Busnetz in Angriff nehmen und den Nachtbetrieb vorverlegen – nahezu unbeirrt bleibt sie auf ihrem Weg, den politischen Beschluss, bei der MVG zu sparen, umzusetzen. Ein politischer Konsens hingegen ist nicht absehbar.
Sparen tut not, Sparen tut auch weh. Das politische Mülheim tut sich schwer, der Verwaltung blindlings zu folgen. Das zeigen die vielen differierenden Vorschläge zur Ausgestaltung des künftigen Liniennetzes. Bis auf CDU und FDP, die sich aus unterschiedlichen Gründen bislang nicht mit eigenen Vorschlägen ins vom Wahlvolk aufmerksam verfolgten Getümmel gestürzt haben, stehen reichlich, auch kostspielige Vorschläge (Linie 102 bis Saarn) im Raum.
110 soll stillgelegt werden
Das größte strukturelle Sanierungspotenzial misst die Verwaltung bekanntermaßen dem Ersatz von Straßenbahn- durch Busverkehr bei. Die 110 soll stillgelegt werden , überdies die Strecke Hauptfriedhof bis Flughafen. Das Vorziehen des Nachtnetzes auf 22.30 Uhr soll 150.000 Euro bringen.
Wird es dafür eine politische Mehrheit geben? Zumindest im Fall der Straßenbahnlinie 110 rechnen Beteiligte mit mehrheitlicher Zustimmung zur Stilllegung, mindestens auf dem Streckenabschnitt zwischen Styrum bis Stadtmitte. Die geringe ÖPNV-Nachfrage, so ist zu hören, rechtfertige ja wirklich keine teure Straßenbahn-Infrastruktur. Busse reichten aus und böten die Option, das Ruhrstadion anzubinden. Undurchsichtiger die Gemengelage für die Strecke zwischen Stadtmitte und Hauptfriedhof. Hier konkurrieren einige Konzepte miteinander, die weiter Straßenbahnen dort verkehren sehen.
Runder Tisch politischer Kräfte
Hier setzen die Grünen an. Sie haben einen Runden Tisch politischer Kräfte initiiert, haben für den 28. Februar SPD, CDU, MBI und Piratenpartei zu einem Sondierungsgespräch eingeladen, um dem in Stein gemeißelten Konzept der Stadtverwaltung ein politisch mehrheitsfähiges Papier entgegenzusetzen.
Allein mit SPD und MBI sieht der verkehrspolitische Sprecher der Grünen, Axel Hercher, Möglichkeiten zur Übereinkunft. Festhalten wollen Grüne und SPD an ihrer Ablehnung der Pläne, schon ab 22.30 Uhr nur noch Nachtexpresse rollen zu lassen. Einig sind sie sich, dass die MVG dringend eine Qualitätsoffensive in Sachen Pünktlichkeit , Sauberkeit und Co. braucht. Denn, so Hercher: „Es geht doch nicht rein ums Sparen, sondern darum, das Defizit der MVG zu verringern. Das kann man auch schaffen, indem die MVG mit mehr Qualität mehr Fahrgäste gewinnt.“
Gemeinsame Strategie nicht ausgeschlossen
SPD-Planungspolitiker Claus Schindler unterstreicht die Gemeinsamkeiten mit den Grünen, sieht die Positionen auch für den südlichen Linienast der 110 nicht unüberbrückbar weit auseinander. Und wo Grüne und SPD sich relativ nah sind, könnten die MBI politische Mehrheitsbeschaffer sein. Fraktionssprecher Lothar Reinhard schließt eine gemeinsame Strategie nicht aus.
Mittlerweile zeigt sich auch die CDU bereit, in die Debatte einzusteigen. Fraktionschef Wolfgang Michels setzt aber eine feste Zusage des neuen Verkehrsdezernenten Peter Vermeulen voraus, dass dessen Haus absehbar den von der CDU geforderten Nahverkehrsplan vorlegen wird – auf Basis einer aktualisierten und umfassenden Bedarfsanalyse für den ÖPNV. In Sachen Straßenbahnersatz durch Busse, das macht Michels deutlich, könne die CDU den Verwaltungsplänen wohl folgen, „wenn der Fördergeber mitspielt. Heißt: Wenn die Bezirksregierung doch nicht, wie angedroht, Fördermittel in voller Höhe zurückfordert.
"Es wird gar nicht ernsthaft diskutiert"
Die Verwaltung hat den Auftrag, im März eine überarbeitete Beschlussvorlage zum ÖPNV in den Bezirksvertretungen zu präsentieren. Herbe Kritik erntet sie von Grünen, MBI und Piraten für ihren Umgang mit Bürgervorschlägen. „Zu mager“ falle die Bewertung aus, die diesen Namen gar nicht verdiene, bemängelt Axel Hercher (Grüne), dass die Verwaltung sich nicht einmal die Mühe gemacht habe, die Auswirkungen der Bürgervorschläge auf die Finanzierung und Fahrgastzahlen zu benennen. „Es wird gar nicht ernsthaft diskutiert, die Verwaltung weist Vorschläge einfach ab“, sagt Pirat Marco Welter. Lothar Reinhard (MBI) sieht ein Grundmakel: „Das Verfahren krankt daran, dass es zu lange nur auf informeller Ebene vonstatten ging. Jetzt heißt es bei der Verwaltung: Es ist so, weil es so ist und wir es immer so gesehen haben.“

23:23
Die U 18 lässt sich nicht bis Schloss Broich verlängern, sonst hätte man es längst getan. Doch wenn man es tut, sollte man über die Strecke nachdenken, die zwei Hochschulen an vier Standorten plus Anschluss an die Landeshauptstadt verbindet und nebenbei der Limbecker Platz Essen, das Rhein-Ruhr-Zentrum, das Forum City Mülheim und die Broicher Mitte mit einschließt. In Duisburg müssen nur die 901/U79 am Hauptbahnhof tauschen. Nebenbei liegt die Messe Düsseldorf und der Aquazoo auf der Strecke. Schon heute wird in der Fahrplan-Auskunft von Schloss Broich zum Aquazoo die Verbindung 901/U79 empfohlen.
Nicht jeder tut sich so eine lange Verbindung an, deshalb wurden ja ähnliche Verbindungen auch wieder aufgeben, da Sie am Ende nur wenige Fahrgäste für sich binden.
Auch wenn es einige nicht war haben wollen, eine Durchbildung der U18 würde kaum mehr Fahrgäste bringen und genau aus diesem Grund rechnet sich das ganze auch nicht und wird auch nicht umgesetzt. In Essen wurde die Linie auch nicht ohne Grund wieder zur alten Endstelle verkürzt. Da Sie zu lang wurde und dabei noch unzuverlässiger wurde. Auch fehlen für eine Verlängerung nach Duisburg die Wagen und diese kosten halt mehr als Niederflurwagen und so würde das ganze schon daran scheitern. Wie am Umbau der Gleise, mal eben Aufschleifen für ein anderes Spursystem ist so leider nicht möglich da müssten alle Gleise wieder erneuert werden. Da das jetzt gerade passiert ist, muss man wieder 30 Jahre warten.
16:45
Die 110 gehört in die Sternfahrt integriert und nicht wie es jetzt ist, das die Tram ankommt wenn alle Busse in Stadtmitte abgefahren sind. Desweiteren gehört die U 18 bis Schloss Broich verlängert um den Umsteigeknoten Stadtmitte besser zu Erschließen.
03:07
Hybrid-Bus wie man nun aus Städten wie Krefeld hört, bringt diese neue Technik so gut wie nichts (Wobei selbige schon über 40 Jahre im Grunde alt ist). Der Verbrauch des Diesels bleibt so gut wie gleich. Stattdessen fährt man viel mehr Gewicht über die Straßen, das schädigt selbige natürlich noch mehr. Dazu müssen nach und nach alle Haltestellen für diese Busse anpasst werden, damit die Bildung von Spurrillen minimiert wird. Mit der Zeit muss das natürlich auch mal wieder saniert werden. Also nichts mit Einmalkosten, was einen die Verwaltung einen hier glauben machen will.
Und nicht zu vergessen Busse brauchen im Schnitt immer knapp 3 Meter Fahrspur. Eine Straßenbahn kommt dank ihrer Spurführung mit Lichtraum mit knapp 2,4 Meter breite aus. Sprich mit einer Straßenbahn verbrauche ich weniger Raum in der Stadt.
21:21
die lieben Leute in der Verwaltung sollten mal ihr Gehirn einschalten, die Straßenbahn abschaffen, und alles durch Busse ersetzen, Toll. In diesem Jahr ( 2012) ist der Dieselpreis um 20cent pro Liter gestiegen, und kein Ende in Sicht, Spätestens 2013 ist für diesel auch kein Geld mehr da, was soll denn dann fahren ???? Der eine Hybrid-Bus ????
14:56
Da es auch in Mülheim immer noch Leute geben soll, die im Schichtdienst arbeiten und somit erst um 22 Uhr Feierabend haben (zuzüglich des Verkaufspersonals in diversen Supermärkten mit Öffnungszeiten bis 22 Uhr) kann es doch wohl nicht angehen, dass die Nachtexpresse bereits um 22.30 fahren und nicht alle Haltstellen mehr angefahren werden. Das kostet höchstens Fahrgäste, als dass es neue bringt. Jeder Arbeitnehmer im normalen Dienst (und der geht heute eben für viele bis 22 Uhr) sollte mit dem ÖPNV zu seiner Haltestelle kommen. Oder werden die Fahrkarten dann für diese Leute billiger?
11:30
Wer bitte bekommt denn da richtig Kohle von Busherstellern , oder sind in der Verwaltung
alle ein klein wenig Bräsig und haben bei Mathe in der Schule gepennt.
Jagt den MVG Vorstand nebst Aufsichtsratvorsitzenden in die Wüste und es soviel Geld gespart das für Schwachsinnsvorschläge kein Bedarf .
02:37
Und noch zur Straßenbahn-Linie 110
Die 110 in Raum Styrum brauchte nur einen anderen Linienweg ab der Hast. Siegfriedbrücke, welchen ja der geplante Bus auch fahren soll. So kann die Straßenbahn wieder recht interessant werden und weiter sollte man diese Linie besser mit den anderen verknüpfen. Aber die Verwaltung hat ja die Scheuklappen auf und
02:37
Denen ist aber bewusst, dass die die 150.000 EUR aber wenn überhaupt nur einmal einsparen und am Ende die Stilllegung der 110 nichts wirklich bringt. Es stellt sich eh schon die Frage in wie weit die Zahlen stimmen. Denn in den ganzen Beiträgen hat man eins heraus gelesen. Rechnen ist nicht so wirklich die Stärke der Verwaltung und am Ende merkt man das die Stilllegung der 110 ein Fehler war und man es eh nicht mehr ändern kann.
Dieser Erkenntnis gab es ja bekanntlich auch bei der Stilllegung der Linie 1 nach Saarn, welche ja damals auch zu wenige Fahrgäste unter anderen hatte.
Und heute will man unbedingt da wieder eine Straßenbahn und das bekommt man auch nicht für umsonst.
22:31
Wenn die 110 schon bis Ruhrstadion fährt warum nicht noch eine Haltestelle weiter bis zum Ruhrpark???