Pille oder Herzkatheter ?
11.12.2007 | 14:03 Uhr 2007-12-11T14:03:00+0100Die „Aktuelle medizinische Stunde”, eine regelmäßige Veranstaltung im St. Marien-Hospital, bringt Ärzte und Patienten miteinander ins Gespräch. Am Donnerstag, 13. Dezember, um 18 Uhr geht es um den Einsatz des Herzkatheters.
Der vortragende Arzt, Dr. Heribert Pütz-Hellweg, wird auf der Veranstaltung über die Alternative der alleinigen medikamentösen Behandlung sprechen.Für die Untersuchung bei einer Durchblutungsstörung der Herzkranzgefäße ist der Einsatz des Herzkatheters wichtig. Häufig wird danach ein eingeengtes Herzkranzgefäß durch eine Ballonaufdehnung geweitet. Dies geschehe oftmals als „Automatismus”, so der Oberarzt an der Klinik für Innere Medizin II: „Es wird eigentlich insgesamt zu viel gemacht,” ist er überzeugt. Dr. Pütz-Hellweg spricht hier ausdrücklich nicht von Infarktpatienten, sondern von jenen mit einer „stabilen Durchblutungsstörung”. Der Oberarzt wird aus einer Vergleichsstudie zitieren, die mit insgesamt 2300 Patienten an verschiedenen nordamerikanischen Kliniken durchgeführt wurde.
Beide Vergleichsgruppen wurden optimal medikamentös behandelt, bei einer wurde zusätzlich die Ballonkatheteraufdehung eingesetzt. Es habe, so die Studie, nach etlichen Jahren keinen Unterschied im Behandlungsergebnis gegeben: „Wir haben nach wie vor keinen Beweis dafür, dass die Ballonaufdehnung besser ist als die alleinige medikamentöse Therapie,” so Pütz-Hellweg. Oder, um es positiver auszudrücken: „Die heutigen Medikamente sind so gut, dass sie an den Erfolg der aufdehnenden Therapie heranreichen”, sagt er.
„Erfolgen zu viele Herzkatheteruntersuchungen bei Durchblutungsstörungen des Herzens? Sind Medikamente wichtiger?” – das Thema der Aktuellen medizinischen Stunde im Marien-Hospital, Kaiserstraße 50. Am Donnerstag, 13. Dezember, 18 Uhr, Cafeteria. Eintritt frei.
