Menschen machen’s möglich
Pieks Revier liegt in der Natur
28.07.2010 | 18:25 Uhr 2010-07-28T18:25:00+0200
Von der Schlossbrücke bis zu den Ruhrauen bis nach Mintard: Das ist Karin Pieks Revier. Vielleicht Mülheims schönster und abwechslungsreichster Landstrich.
Hier passt die ehrenamtliche Landschaftswächterin gemeinsam mit drei Kollegen auf, „dass Menschen sich in der Natur gut und freundlich verhalten“ – so beschreibt es die Ehrenamtliche.
Doch so selbstverständlich ist das häufig nicht, leider. Selbst dort nicht, wo Schilder gegen wildes Herumstrolchen sogar unmissverständlich darauf hinweisen: in dem Naturschutzgebiet der Ruhrauen. Was Piek dort schon alles erlebt hat: von Scherben zerschnittene und durchstochene Blesshühnerfüßchen, Angelhaken in Gänseschnäbeln, verwüstete Biotope – und immer wieder Müll, Müll, Müll von sorglosen Campern und Grillenthusiasten, besoffenen Jugendlichen und badenden Freigeistern.
Mit Charme und Witz
„Ich weise dann freundlich darauf hin, dass dies der Lebensraum für Tiere und Pflanzen ist“, lächelt Piek, „und eurer Lebensraum ist an der Brücke.“ Dort an der Mendener Brücke kann man ganz entspannt liegen, grillen und es gibt gar einen Kiosk. Zugegeben: Die Naturfreundin schätzt die höfliche und direkte Art, manchmal ist die sportliche Dunkelhaarige auch ein bisschen burschikos. Versucht’s mit Charme, mit Witz. Die Trennung mache eben Sinn, argumentiert die Wachsame – so bleibe die Natur für den Menschen erhalten.
Doch immer wieder helfen weder nette Worte noch Augenzwinkern; es hageln dann Beschimpfungen auf Piek, etwa: „Kümmern Sie sich doch um Kinder!“ Um Ausreden und Sprüche unter die Gürtellinie sind die Ertappten selten verlegen. Einmal blitzte sogar ein Messer auf. Es ging aber gut aus für die bekennende Pazifistin.
Warum sie es trotzdem macht und sich so ehrenamtlich einbringt? Es könnte an ihrer Familie liegen: „Wir lebten vegetarisch und haben immer in aller Liebe über Tiere gesprochen.“ Ihr Vater war Dirigent, ihre Mutter Schauspielerin. Auch Piek hat das Künstlerische im Blut; sie arbeitet als Maskenbildnerin am Theater, schminkt Rollschuh fahrende Musicalsänger in Bochum genauso wie US-Schauspieler „John“ (Malkovich), den sie zu den Ruhrfestspielen unter ihren Händen hatte. „Ein freundlicher, ruhiger Typ“ übrigens – sagt Karin Piek.
Hier finden Sie die Serien der WAZ-Lokalredaktion in der Übersicht, zum Beispiel alle "Gesichter des Jahres" und "Menschen in Mülheim".
Eine Ausbildung zum Landschaftswächter gibt es dagegen nicht. Piek lernte ihr Wissen von Kindesbeinen an, aus Interesse. Seit 30 Jahren engagiert sie sich im BUND-Landesverband NRW, bis heute ist sie aktiv beim WWF, im Tierschutz und bei Greenpeace. Dann fragte die Stadt bei ihr nach, ob sie nicht auch ein wenig Zeit habe, an den Ruhrauen nachzusehen – „wohl, weil ich immer so viel gemeckert habe“, meint die Ehrenamtliche im halben Ernst.
Ganz ernst ist ihr dagegen die Arbeit mit Jugendlichen, „die was ausgefressen haben“ und deshalb mit Piek sonntagsfrüh für fünf Stunden in der Natur unterwegs sind: aufräumen. Dicke Handschuhe, Müllbeutel, Greifzange. „Sie sind natürlich mehr oder weniger begeistert“, gibt die Wächterin zu – was interessiert mich der Schwan? Warum soll ich mich bücken?, fragen sie. „Dann mache ich es vor“, sagt Piek. Und während sie mit ihr im Einsatz sind, und Piek ihnen die Natur erklärt, den Unterschied zwischen Kastanie und Eichel, Schwertlilie und Sumpfziest, kapieren viele, warum sie es machen. Und warum Piek Landschaftswächterin geworden ist: Aus Liebe zur Natur.

08:53
Ich bin auch fast täglich an der Ruhr unterwegs (mein Weg zur Arbeit) und kann die Beobachtungen von r.kant durchaus bestätigen, massiv regelwidrig verhalten sich jedoch meines Erachtens nach vor allem die Hundehalter/innen, bei denen zu 90% das Anleingebot völlig unbekannt sein dürfte.
Nervend auch die überhand nehmenden Hundeschulen, in denen überforderte Tierhalter rudelweise die Wege blockierend in den Grundregeln der Hundehaltung unterwiesen werden; kann man dafür nicht eine Wiese pachten? Ich darf meinen Kindern das Autofahren doch auch nicht auf dem Kirmesplatz beibringen....
14:46
Als begeisterter Angler, der sich - wie die meisten, die diesem schönen Hobby an der Ruhr nachgehen - durchaus umweltkonform verhält, muß ich zugeben, dass mir ebenfalls schon häufiger Kollegen aufgefallen sind, denen man aus Gründen der Nichtbeachtung von Umwelt- und Tierschutz sofort ihren Angelschein abnehmen sollte. Tatsache ist allerdings, dass diese Leute sehr häufig - schätzungsweise zu 80% - einen russischen oder sonstigen osteuropäischen Migrationshintergrund aufweisen und in größeren Gruppen auftreten (und dann auch häufig an der Ruhr übernachten). Persönlich bekannte (ehrenamtlich tätige) Fischereiaufseher trauen sich seit geraumer Zeit nicht mehr, diese Leute zu kontrollieren und auf ihr Fehlverhalten aufmerksam zu machen, da sie fürchten müssen, von diesen Personen tätlich angegriffen zu werden. Hier muß unbedingt etwas passieren. Im Idealfall sollten deutlich stärkere Kontrollen (von der Polizei?) durchgeführt werden und den entsprechenden Personen die Angelerlaubnis entzogen werden!
10:53
respekt vor dem engagement dieser frau !
auch wenn ich in mintard diese probleme nicht kenne...bei uns ist alles schön sauber und gepflegt.
das einzige was uns mintarder stört sind die menschenmassen die jedes wochenende in unser dorf einfallen...
10:47
In der Tat ist das Ordnungsamt ganz einfach nicht anwesend. Zeltlager der Angler beispielsweise, die über Wochen Tag und Nacht bewohnt sind mit allem, was man so für einen Urlaub braucht, werden irgnoriert oder - wenn man das Ordnungsamt informiert - an Ort und Stelle mit erhobenem Zeigefinger belassen.
Die Anglergemeinschaft - mit diesem Herrn Keyenburg oder wie der heißt an der Spitze - reagiert nicht mal auf Hinweise. Dafür kann man als Angler im Internet erfahren, dass in MH praktisch keine Kontrollen drohen.
So lange die Verwaltung den Schutz der Ruhrufer und der Auen nur auf Papier schreibt, aber in der Praxis ignoriert, wird sich daran auch nichts ändern. Da wundert es dann nicht, dass Ordnungs- und Umweltamt Feuerwerke während der Brutzeit genehmigen, bei denen über den Fluß hinweg ins Naturschutzgebiet geschossen wird - und vieles andere mehr. Selbst die Stadtreinigung kommt nicht viel weiter als bis zum Wasserbahnhof. Für die Entleerung überquellender Mülleimer oder die Entsorgung von Dreckhaufen ab da muss man extra anrufen und dann warten. Aber wenn man in der City die Parkzeit um 5 Minuten überschreitet, hat man ein Knöllchen - ach ja, natürlich nur im Umkreis von 5 Gehminuten vom Amt entfernt, denn weitere Wege (vielleicht zur Ruhr) sind den Mitarbeitern offenbar nicht zuzumuten....
10:11
Ich bin wahrlich nicht unbedingt mit allem was
r.kant von sich gibt einverstanden, aber heute
kann ich ihm nur zu einem wirklich erstklassigen
Beitrag gratulieren!
Und Sie @wasweissich.... Ihren Namen tragen Sie
zu Recht!
Sie wissen nämlich nix und versuchen nur durch
Provokation aufzufallen!
Glück Auf vor allem den Naturliebhabern
09:29
#5 von Seltsames MH
Seltsames MH schreibt wirklich seltsames.
Ich werde hier kein Statement abgeben auf eine Frage, die mit meiner oben genannten Meinung nichts zu tun hat.
09:25
@ wasweissich
Was für ein einfältiger Kommentar!
Ich bin kein Freizeitpolizist und will auch keiner werden, aber ich versuche mich in der Natur so zu benehmen, dass auch andere Menschen noch diese Natur genießen können.
Was sie daran so negativ finden, dass sie ihren Kommentar schreiben mussten, entzieht sich meinem Verständnis.
08:42
@#4 wasweissich
Welche Umwelt schwebt Ihnen eigentlich so vor?
Müllkippe?
23:29
#3 von r.kant
Oh Gott. Ein Freizeitpolizist:(
21:33
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