Pfarrer Cohen - Arbeit im Stadtteil geht weiter

Das Pfarrerpaar Justus und Annegret Cohen in der Kreuzkirche: Der
Das Pfarrerpaar Justus und Annegret Cohen in der Kreuzkirche: Der
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Obwohl die Kreuzkirche in Mülheim-Heißen ihre Funktion als Gotteshaus verliert, blickt Pfarrer Justus Cohen optimistisch auf 2015.

Mülheim.. Auf einer Schwelle zwischen Abschied und Neubeginn befindet sich das Gemeindezentrum Kreuzkirche mit allen, die dort ein- und ausgehen. Als Gottesdienstgebäude im herkömmlichen Sinne wird der Komplex an der August-Schmidt-Straße künftig kaum noch dienen. Pfarrer Justus Cohen blickt gleichwohl zuversichtlich ins neue Jahr.

Heute Abend steigt im Gemeindezentrum Kreuzkirche eine Silvesterparty mit Buffet und Tanz. Feiern Sie mit?

Justus Cohen: Nein, wird sind im Urlaub in Ostfriesland und bleiben noch bis zum Wochenende. Die Fete wird vom neuen Netzwerk der Vereinten Evangelischen Kirchengemeinde auf die Beine gestellt. Dieses besteht seit etwa einem Jahr und soll die Arbeit in den Stadtteilen weiterführen. Auch wenn wir dort künftig keine teuren Immobilien mehr unterhalten.

Wie werden Sie persönlich den Jahreswechsel begehen?

Cohen: Da meine Frau am 31. Dezember auch Geburtstag hat, werden wir einen ruhigen Abend mit Bekannten verbringen.

Mit welchen Gefühlen blicken Sie auf 2015?

Cohen: Mit dem Vorsatz, das, was wir eingestielt haben, im kommenden Jahr erfolgreich weiterzuführen. Unter anderem wird die Frage zu beantworten sein, was mit dem „Jugendgroschen“ passiert und wie es im Gemeindezentrum Kreuzkirche weitergeht. Wie Sie wissen, versuchen wir ja, den evangelischen Kindergarten dort auszubauen.

Wann wird an der August-Schmidt-Straße der letzte Gottesdienst gehalten?

Cohen: Das weiß ich nicht. Am Sonntagvormittag findet schon jetzt keiner mehr statt, sondern nur noch in der Petri- und in der Pauluskirche. Aber wir haben in der Kreuzkirche einmal im Monat einen Spätgottesdienst, sonntags um 18 Uhr. Das wollen wir beibehalten, solange uns dieses Gebäude gehört und es die räumlichen Möglichkeiten gibt.

Sind Sie auch etwas wehmütig?

Cohen: Überhaupt nicht. Wir kommen aus fetten Jahren, aber die sind vorbei. Wir müssen nun sehen, wie wir Kirche für das neue Jahrtausend gestalten können. Die Tendenz geht immer mehr zu Familienzentren, die zugleich Kommunikationszentren für den Stadtteil sind. Wir haben die Aufgabe, etwas anderes auf die Beine zu stellen, das macht auch Spaß. Und viele Leute wirken dabei mit.

Wie können Sie und Ihre Kollegen dazu beitragen, den Gemeindemitgliedern den Übergang zu erleichtern und Veränderungen schmackhaft zu machen?

Cohen: Indem wir zum Beispiel die erwähnten Abendgottesdienste anbieten. Auch die Netzwerkarbeit gehört dazu. Dabei werden auch Menschen angesprochen, die sich bisher in der Gruppenarbeit nicht wiederfanden. Wir sehen jetzt schon neue Gesichter.