Perry Rhodan in Mülheim gelandet

Präsentieren ihre Perry Rhodan-Sammlungen in der Fünte: Peter Scharle, Marco Scheloske und Herbert Keßel (v.l.).
Präsentieren ihre Perry Rhodan-Sammlungen in der Fünte: Peter Scharle, Marco Scheloske und Herbert Keßel (v.l.).
Foto: Fabian Strauch Photography / WAZ

Mülheim..  Ab Samstag ist der Erbe des Universums in Mülheim zu Gast, wenn der unsterbliche Romanheld Perry Rhodan mit seinem Raumschiff „Stardust“ in der Fünte landet. Die Perry Rhodan-Fan-Zentrale hat eine Ausstellung mit Exponaten aus den Bereichen Print, Audio, Video und Multimedia um die beliebte Weltraumserie aus Deutschland organisiert, die „weltweit die auflagenstärkste Romanheft-Serie ist“, sagt Veranstalter Herbert Keßel.

Nach Wikipedia „die umfangreichste und am längsten laufende Fortsetzungsgeschichte der Welt und sogar die längste fortlaufende Erzählung der Literaturgeschichte“. Wenngleich es auch kritische Stimmen u.a. zum zweifelhaften Demokratie-Verständnis im „Perryversum“ und der Wiederholung gleicher Muster gibt.

Für die Ausstellung hat die Fan-Zentrale tüchtig die Werbetrommel geschlagen. Auf der Leipziger Buchmesse des Verlages wurde die Veranstaltung in Mülheim groß angekündigt, sagt Fünte-Betreiber Frank Bruns. Hunderte von Anmeldungen, darunter ein Fanclub aus Belgien, gebe es bereits. Wie das alles in den eher übersichtlichen Räumlichkeiten des Fachwerkhauses an der B1 funktionieren soll, „davon lasse ich mich überraschen“, sagt Bruns gelassen. Der harte Kern der Fan-Zentrale, zumeist reifere Herren, haben aufgebaut: Romanhefte und Bücher, Sonderveröffentlichungen, Hörspiele, CD-Roms, Modelle, Zeichnungen und mehr.

Seit 53 Jahren erscheint jede Woche ein Heftroman der Science-Fiction-Serie, die in acht Sprachen übersetzt wird. Mittlerweile ist die vierte Generation von Autoren daran, Fortsetzungsgeschichten zu schreiben, die auch das Zeitgeschehen spiegeln. „Eine Serie“, sagt Keßel, „die sich immer wieder neu erfindet“. Das „Perryversum“ entwickele sich permanent weiter. Mit E-Books und der Reihe Perry Rhodan Neo zielt der Verlag auf die junge Generation von Lesern.

Mit ihrer Ausstellung geht die Fan-Zentrale aber in die Anfänge zurück: „Wir versuchen, die ersten 10 bis 20 Jahre darzustellen.“ Zu den Exponaten zählen Risszeichnungen von Robotern und Raumschiffen, die den Hintergrund der Technik beleuchten. Fehlen darf auch nicht der einzige Kinofilm: „SOS aus dem Weltall“ von 1967. Und da ist sich die Fangemeinde einig: „Grottenschlecht“, sagt Peter Scharle, „aber ein Kultfilm“.

In einer Vitrine hat Marco Scheloske seine liebevoll gestalteten Modelle aufgebaut: Kampfroboter, einen Riesengiganten, einen Transmitter sowie Ketten mit Zellaktivatoren als Anhänger, die Perry Rhodan und seiner Mannschaft zur Unsterblichkeit verhelfen. Darunter der clevere Mausbiber Gucky als Plüschausgabe hinter Glas.