Parkour: Der richtige Dreh zum großen Sprung

Parkour-Übungsleiter Kevin Rutkowski (li.) zeigt den Teilnehmern des Schnupperkurses auf einem Parkplatz erste Sprünge.
Parkour-Übungsleiter Kevin Rutkowski (li.) zeigt den Teilnehmern des Schnupperkurses auf einem Parkplatz erste Sprünge.
Foto: Fabian Strauch
Was wir bereits wissen
Die unter Jugendlichen beliebte Sportart kann man sonntags in der Mülheimer Innenstadt testen.

Mülheim.. Dort, wo es am Samstag in den Cafés noch von Eis essenden Mülheimern wimmelte, prägte am Sonntag gähnende Leere das Bild der Innenstadt. Mit einer Ausnahme: Pünktlich um 11 Uhr treffen sich vier sportlich gekleidete Jugendliche am Synagogenplatz und ziehen durch die Innenstadt – der harte Kern sozusagen. Parkour steht auf dem Plan des vom Mülheimer Sportbund (MSB) und Sportservice (MSS) organisierten Projekts „Sport im Park“. Parkour?

„Das heißt zunächst einmal, effizient von A nach B zu kommen“, erklärt der 22-jährige Übungsleiter Kevin Rutkowski. Und so ziehen die vier Jugendlichen los und suchen verschiedene „Spots“ – Orte, an denen Kevin ihnen die Grundbewegungen von Parkour und verschiedene Übungen näher bringen kann. „Wir müssen das Training umstellen“, erklärt er aber zunächst. Bei dem Regen solle man immer zunächst den Grip des Bodens testen, große Sprünge seien da einfach zu gefährlich.

Doch bevor überhaupt an Sprünge oder Ähnliches gedacht werden kann: Aufwärmen nicht vergessen. Die drei Jugendlichen machen also die Übungen nach, der Übungsleiter ihnen vorgibt.

Sein eigener Parkour-Trainer

Vor etwa fünf Jahren hat Kevin den Sport für sich entdeckt; zu dieser Zeit gab es so etwas wie Parkour-Trainer noch gar nicht. Er musste sich also Bewegungen und Tricks selbst beibringen. Man spürt die Begeisterung, mit der er den Sport vermittelt. Besonders liebt er am Parkour „dass man sein eigener Trainer ist und immer wieder seine Grenzen überschreiten kann“.

Und auch die ersten Versuche der Teilnehmer sehen ganz und gar nicht nach Anfängermühen aus. Der Sprung über ein Geländer gelingt allen drei Jugendlichen auf Anhieb. Der 19-jährige Luke Sandelan aus Amerika versucht sogar, die schwierigen Sprünge von Kevin nachzumachen. Luke lebt seit einem Monat in Deutschland und wird bald in Duisburg Maschinenbau studieren. Zum Parkour von „Sport im Park“ ist er gekommen, um Leute kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen. Er war daher auch vor zwei Wochen schon beim kostenlosen Training: „Bei gutem Wetter konnte man natürlich viel mehr ausprobieren“, sagt er. Und auch dem gleichaltrigen Marvin Prochazka macht das Training trotz des schlechten Wetters Spaß. Ihn fasziniert besonders „die Körperbeherrschung, die im Parkour ganz wichtig ist.“ Aber Vorsicht: „Es ist wichtig, nicht direkt zu viel zu wollen und sich langsam zu steigern“, erklärt Kevin, sonst sei die Verletzungsgefahr zu hoch. Das ist den drei Teilnehmern gelungen: Alle absolvieren eine flüssige Kür mit Sprüngen und Hindernissen; und das trotz der Rutschgefahr.

Die nächste Gelegenheit, um Parkour im Rahmen von „Sport im Park“ auszuprobieren, gibt es am Sonntag, 19. Juli, von 11 bis 13 Uhr. Treffpunkt ist der Synagogenplatz. Das kostenlose Angebot findet bis zum 13. September immer sonntags zur angegebenen Zeit statt und richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene (Anfänger u. Fortgeschrittene).

Heute bei „Sport im Park“: Lauftreff für Anfänger bis Mittelstufe von 19.30 bis 20.15 Uhr. Treffpunkt: Müga, Parkplatz Ringlokschuppen. Zudem: Das neue Fitnessgerät Slashpipe testen, von 18.30 bis 19 oder 19 bis 19.30 Uhr, Treffpunkt: Haus des Sports. Und: Mixed Softball von 19 bis 21 Uhr, Treffpunkt: Sportplatz Mintarder Straße.