Parker verdrängen Anwohner
19.11.2010 | 11:22 Uhr 2010-11-19T11:22:00+0100
E inen Verdrängungswettbewerb der besonderen Art erleben derzeit die Anwohner der Kanal-, Cäcilien- und Tunnelstraße.
Weil der Stadthallenparkplatz seit Oktober nicht mehr kostenlos genutzt werden kann, weichen viele Autofahrer, die in der Stadt arbeiten oder Kurse in der VHS belegen, auf die Straßenzüge nebenan aus.
Das Ausweichverhalten kommt nicht ganz unerwartet. „Das kann ich mir gut vorstellen“, sagt Bezirksbürgermeister Gerhard Allzeit (CDU). Auch aus diesem Grunde habe die Mehrheit in der Bezirksvertretung 3 ja die Einführung von Gebühren auf dem Stadthallenparkplatz abgelehnt. „Aber der Rat hat anders entschieden. Wir als BV können da nichts machen“. Nicht nur ihm ist aufgefallen, dass seither ganz viele Plätze neben der Stadthalle leer bleiben.
Einen regelrechten Suchverkehr nach kostenlosem Parkraum erlebt allmorgendlich Käthe Euler, die an der Grabenstraße wohnt. Die Anwohner haben dann später das Nachsehen. Alles besetzt. Gleiches gelte bei Veranstaltungen in der Stadthalle oder der VHS.
Dieter Falkenburg, Vorsitzender des Broicher Bürgervereins, wohnt in der Tunnelstraße. Dort sei es noch nicht ganz so schlimm, sagt er. „Aber in den anderen Straßen hier im Viertel stehen regelmäßig Autos von Leuten, die eindeutig nicht da wohnen.“ Zum Teil werde in den engen Straßen sogar auf beiden Seiten geparkt. „Und dazu noch teilweise auf den Gehwegen, damit Feuerwehrwagen noch durchkommen.“ Die Folge: Fußgänger müssen immer wieder die Fahrbahn benutzen. Das Ordnungsamt sei auch schon vor Ort gewesen. Probleme hätten auch die Fahrer der Laster, die die Drahtseilerei Kocks anfahren. da sei es zum Teil ganz eng, so Falkenburg.
Die neue Parkraumbewirtschaftung auf dem Stadthallenparkplatz habe aber auch noch andere negative Folgen, zum Beispiel für die Innenstadt. Am Parkscheinautomaten habe vor einiger Zeit ein Zettel geklebt, berichtet Falkenburg. „Den hatte jemand mit Tesafilm angeheftet. darauf stand: ,Heute war mein letzter Einkauf in der Mülheimer City.’“
In der Kulturausschusssitzung am Donnerstag, 18. November, wies dessen Vorsitzender Friedel Lemke (MBI) darauf hin, dass es unter den VHS-Besuchern eine große Verärgerung über die Gebührenpflicht am Stadthallenparkplatz gibt.
Die CDU-Fraktion hat für die kommende Hauptausschuss und Ratssitzung beantragt, die Parkraumbewirtschaftung in der Stadt generell zu verändern. So soll unter anderem der Zeitraum, in dem eine Gebühr bezahlt werden muss, verkleinert werden. Montags bis freitags statt von 8 bis 19 Uhr auf 9 bis 18 Uhr, und samstags auf 10 bis 14 Uhr (derzeit von 8 bis 17 Uhr). Für den Stadthallenparkplatz soll ein Monatsticket zum Preis von 20 Euro angeboten werden. Das sogenannte Theater-Ticket für die Tiefgarage an der Stadthalle soll wieder eingeführt werden, zum Preis von 3 Euro. So viel kostet derzeit ein Tagesticket auf dem oberirdischen Parkplatz.
Claus Schindler (SPD) betont, dass man erst einmal ein Jahr lang Erfahrung mit der Bewirtschaftung sammeln wolle. Und dann müsse man sehen, „ob es gegebenenfalls Handlungsbedarf gibt.“ Was die Auto fahrenden VHS-Benutzer betrifft, müsse man berücksichtigen, dass ÖPNV-Kunden ja immerhin auch ein Ticket zahlen müssten, um zur Volkshochschule zu kommen.
08:50
Schon bemerkt, dass andere Städte von diesem Konzept der Parkraum bewirtschaftung wieder abgewichen sind, um damit Kunden in die Stadt zu locken ? Gut gemacht Mülheim, wieder einen Grund mehr woanders einzukaufen !!!
16:17
Na hier hat sie doch nur einer nicht alle, DU !!
Mal in Mülheims Innenstadt gewesen, dann könntest du nicht so einen Unsinn schreiben, es sind eben nicht nur Cents für Parkuhren sondern es ist die Art und Weise wie hier mit Bürgern umgegangen wird und die Vertreibung von Leben aus der Innenstadt, in die Randbezirke und das zu Gunsten von Investoren und zu Lasten der Bürger.
11:39
Wow, diese Stadt geht zugrunde, weil ihre Einwohner keine paar Cent für die Parkuhren übrig haben? Aus diesem Grund sind Düsseldorf, Essen, Dortmund etc. ja auch schon seit Jahren völlig ausgestorben und die Menschen aufs flache Land umgesiedelt worden.
Ihr habt sie doch nicht alle!!!!!!
11:31
Ich frage mich allen ernstes was unsere Stadt(Vernichtungs)Politiker noch für Ideen haben ... Also die Gruga und die Kettwiger Straße in Essen (allein schon die Essener Lichterwochen) wie auch das CentrO. in Oberhausen oder das RRZ sind wesentlich attraktiver und Kundenfreundlicher als die MüGa, Schloßstr, Forum & Co.
Das fängt allein schon damit an, dass die Essener Einkaufstraßen wesentliche sauberer sind als unsere Müllhalde Schloßstraße. Daran ändern auch nichts die Metallpötte, die wir erst kürzlich da aufgestellt haben.
Aber das schöne an Mülheim an der Ruhr ist und bleibt, dass Mülheim sehr zentral liegt und man von hier aus, schnell nach Düsseldorf, Dortmund, Köln, Essen, Gelsenkirchen und und und hinkommt … einfach genial ;O))
Und es gibt immer noch Stellen an der Ruhr wo man hin gehen kann, die noch nicht abgerissen, umgegraben bzw. von unseren Stadt(Vernichtungs)planern in ihre Ideen mit aufgenommen worden sind. Das stimmt einen doch fröhlich ;O)
21:54
Ich muss nicht in der Mülheimer Innenstadt einkaufen. Die Innenstadt ist völlig unattraktiv und warum soll ich dafür noch Parkgebühren zahlen.
Und in die VHS muss ich auch nicht unbedingt. Darauf kann ich leicht verzichten.
Die Stadt Mülheim ist wirklich unglaublich clever und macht ihre Stadt immer unattraktiver.
Was mit den dummen Parkgebühren am Stadthallenparkplatz eingenommen wird, geht doppelt und dreifach bei den VHS-Kursen und dem Umsatz in der Stadt verloren.
Wie dämlich muss man eigentlich sein um so etwas nicht zu sehen?
17:24
#12
die Anwohner werden gezwungen, falsch zu parken
Was ist denn das für eine merkwürdige Argumentation?
15:31
Die wollen das Stadtsäckel füllen !!!
In Broich, Leder oder Reichstrasse, sieht man neuerdings Knöllchenschreiber der Stadt, nun weiß ich warum, die Anwohner werden gezwungen, falsch zu parken, weil ihre Parktplätze von VHS Schülern mit ihren Autos besetzt werden, So kann die Stadt wohl doppelt abkassieren.
Wann reicht es den Menschen endlich mit der Abzocke ?
Ach ja, Steuergelder werden für Großkonzerne, Banken, Versicherungen und Reiche verschwendet.
11:18
Heih OKAPI,
ich habe schon lange überlegt, was unsere gewählten Vertreter so drauf haben.
Genauso ist es: Stärkung der Stadtteilzentren!
Da braucht Frau kein Auto, zumindest ist der Weg kürzer.
Ein toller ökologischer Ansatz!
Könnte von den Grünen sein!?
10:46
Ich glaube, bei der Verwaltung hat es eine Einsicht gegeben:
Wir machen das parken in der Innenstadt so unattraktiv wie möglich, damit die potentiellen Kunden abgeschreckt werden und auf die Stadtteilzentren ausweichen, die ja in Mülheim wie die Pilze aus dem Boden schießen.
Was die Geschäftsleute in der Innenstadt angeht? Wie sagte schon Adenauer:Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern.....
08:49
Was die Auto fahrenden VHS-Benutzer betrifft, müsse man berücksichtigen, dass ÖPNV-Kunden ja immerhin auch ein Ticket zahlen müssten, um zur Volkshochschule zu kommen.
Den ÖPNV-Kunden wurde das Ticket aber doch schon von den Steuerzahlern mitfinanziert (z.B. von Autofahrern!). So ein Schwachsinn!
Wer die Innenstadt mit Kunden beleben will muss kostenfreies parken ermöglichen. Ich kaufe mit dem Auto ein. Wer das nicht will braucht sich in bezug auf die Innenstadt nicht wundern!