Park nimmt Schaden
10.10.2011 | 17:53 Uhr 2011-10-10T17:53:00+0200
Mülheim. Mülheims gute Stube gerät in Gefahr. Besorgt stellen nicht nur Bürger, sondern auch Vertreter der Stadt in der Müga vielfältige Zerstörungen fest, ein Trauerspiel an manchen Tagen nach durchzechten Nächten.
Als „verdreckt und verkommen“, beschreiben inzwischen einige Mülheimer krass jene grüne Oase, die sich auf 66 Hektar erstreckt. 20 Jahre ist die Müga im nächsten Jahr alt, viel zu jung für Spuren der Zeit.
Nächtliche Schlägereien soll es zwischen Gruppen gegeben haben, deren Zusammensetzung man gar nicht so genau kennt. Saufgelage finden immer wieder statt, manchmal sogar schon am Tag, wenn „ein paar junge Männer mit zwei Kisten Bier“ sich auf einer der Wiesen niederlassen. Anschließend werden Flaschen zertrümmert, Scherben in die Wiesen gesteckt. Spielgeräte werden beschädigt und neuerdings wird auch schon mal ein Stein in die Fenster der Camera Obscura geworfen. Über manche Schandtat will die Stadt öffentlich lieber gar nicht reden. „Der Vandalismus hat Formen erreicht, die wir fast nicht mehr bezahlen können“, klagt Heike Blaeser-Metzger von der Mülheimer Stadtmarketing und Tourismus GmbH, die sich nicht nur um die Müga, sondern auch um die Bauten dort kümmert und eine gute Pflege aufrechterhalten will.
Die Müga wurde für alle Bürger errichtet, die sich mitten in der Stadt erholen, spielen, dort abschalten wollen, die sich treffen, aber auch mal gerne feiern. Wie so oft: Die weitaus meisten Besucher genießen das Areal, behandeln es pfleglich, leiden aber unter dem, was andere mutwillig zerstören, so Heike Blaser-Metzger. „Kinder müssen auch barfuß über die Wiesen laufen können, ohne sich zu verletzen.“
Vertreter der MST, des Ordnungsamtes, des Umweltamtes hatten erst kürzlich zusammengesessen und beraten. Eine zentrale Frage: Reicht die Anlagen-Satzung aus oder muss sie verschärft werden? Für Bernd Otto, stellvertretender Leiter des Ordnungsamtes, ist es eine Gratwanderung: Die Leute sollen sich dort erholen und vergnügen, also auch mal Party feiern können. „Da prallen natürlich schon Interessen aufeinander. Uns geht es darum, Übermut zu unterbinden.“
Die Stadt ist in der Müga längst intensiv tätig. Es gibt festgelegte Reinigungsintervalle. Es gibt einen Wachdienst, der auch nachts unterwegs ist. Es gibt Kontrollen, die darauf achten, dass das Hundeverbot eingehalten wird – ein weiteres großes Problem in der Müga. Es reichte alles nicht: Bürger, die den Park fast täglich aufsuchen, berichten davon, dass der Dreck manchmal tagelang liegen bleibe, dass frei laufende Hunde eben nicht geahndet werden.
Es gebe schlicht personelle Grenzen, sagt Heike Blaeser-Metzger. Und selbst, wenn noch mehr Kontrollgänge durchgeführt würden, gäbe es keine Garantie. Die Parkanlage erstreckt sich immerhin über sieben Kilometer. Den Wachdienst will man flexibler einsetzen, heißt es und auch über Satzungsänderungen werde nachgedacht. Allerdings sei noch nichts so weit gediehen, dass es der Politik vorgelegt werden könnte, betont Stadtsprecher Volker Wiebels. Möglich sei, so lässt Bernd Otto durchblicken, dass ein Glasflaschenverbot für die Müga kommt, um allein die Verletzungsgefahr für Dritte zu reduzieren. Möglich auch, so Heike Blaeser-Metzger, dass künftig Hausverbote bei intolerablem Verhalten vermehrt ausgesprochen werden. Aber auch dazu ist die Überwachung schwierig.
Der Idee, die Müga zur alkoholfreien Zone zu machen, werden bisher keine großen Chancen eingeräumt. Ebenso wenig der kompletten Einzäunung mit Eintrittsgeldern – ähnlich wie beim Grugapark in Essen. Auch dort kommt es trotz Zäunen und Wachdiensten immer wieder zu unerfreulichen Übertritten im Park. „Und wir haben den Ringlokschuppen, der zur Müga gehört“, gibt Otto zu bedenken. Da sei eine Einzäunung kaum machbar.
15:44
An sich ein hausgemachtes Problem, oder? Seinerzeit gab es an den Ruhrwiesen eine für den Normalbürger No Go Area, dort wo jetzt Ruhrbania entsteht. Nur weil man da ein Gebiet, der von diesen Klientel seinerzeit in alle Ruhe genutzt wurde, sperrt, rodet und bebaut, hat man doch das Problem nicht gelöst. Das verlagert sich jetzt auf ganz natürliche Art und Weise in den nächsten angrenzenden Bereich, leider in die Müga. So macht es keinen Sinn, nur über Bewachung oder Strafen nachzudenken, sondern man muss Lösungen für diese Gruppen anbieten. Hört sich doof an, aber da man in Mülheim jahrelang einen sehr liberalen Stil den Drogenabhängigen gegenüber gefahren hat, sind das die Konsequenzen, die einen nun ärgern. Gibt man diesen Leuten, aber auch normalen Jugendlichen mehr Raum und sie nutzen den sicherlich. Aber diese Räume gibt es nicht in der Stadtmitte, Eppinghofen, Broich etc. Hat man bei den ganzen Strassen und Bauwerken am letzten bedacht: den besitzlosen jungen Menschen.... zwar selten in Mülheim, doch nirgendwo ist die Scheere im Ruhrgebiet wohl so krass wie hier, oder?
09:48
Schade um die Müga. Als wir da noch regelmäßig in großen Horden auf der Wiese gelegen, Musik gehört und Bier getrunken haben, gabs eigentlich kaum irgendwelche nennenswerten Ausfallerscheinungen. Da hat man selbst drauf geachtet, dass die Wiese sauber blieb, wollte man doch am nächsten Tag dort wieder sitzen. Seitdem sich aber die Altersstruktur dort erheblich gewandelt und verjüngt hat, siehts dort oftmals aus wie Kraut und Rüben. Alkoholverbot finde ich immer belämmert, da die meisten Leute durchaus damit umzugehen wissen und ich mir ungern verbieten lasse, gemütlich eine Flasche Bier zu trinken.
@4: Warum allerdings ein arbeitsloser kfm. Sachbearbeiter seinen Kopf dafür herhalten soll, dass die Kommunen keine Streifen aus Polizisten o.ä. zusammenstellen können, verstehe ich nicht. Wieso muss ein Arbeitsloser auch noch dafür bestraft werden, dass er keine Arbeit hat und muss evtl. damit rechnen, von der Kommune gerdewegs ins Krankenhaus geschickt zu werden (siehe Herrn Brunner). Wieso sollten das nicht so Leute wie Sie ehrenamtlich ausüben, wenn Ihnen so viel daran liegt? Oder Rentner? Oder Leute, die keine Kinder haben? Für die Sicherheit auf ihren Straßen ist die Kommune zuständig und nicht jemand, der arbeitlos geworden ist. Wofür zahl ich denn meine Steuern?
09:35
Aha, also ein Hundeverbot hilft den Vandalismus zu bekämpfen? Super Theorie. Und dann wird noch die Satzung geändert, dass Glasflaschen verboten werden - auch ganz toll. Hat man mal den Artikel gelesen, dass man mit den bisherigen Kontrollen nichts ausrichtet. Und dann soll eine Satzungsänderung was bewriken? Für wie blöde hält uns Bürger die Verwaltung eigentlich.
Einfach mal für ein paar Monate die Überwachung und Reinung kosenquent verstärken - klar das es Kosten verursacht, doch zum Nulltarif bekommt man heutztage nichts.
Dann is es auch verwunderlich, dass man ganz genau weiss was, wann, wie und wo passiert ist. Doch zufälligerweise sind die zuständigen Kontrolleure nie zum richtigen Zeitpunkt anwesende - auch sehr merkwürdig.
06:20
Ich finde es auch schade wie manche Leute sich benehmen. Ich habe früher auch so maches Bier mit
Freunden im Freien getrunken, ganz einfach weil das Geld nicht dawar in irgendeiner Kneipe zu trinken. Also etwas Veständnis habe ich schon, aber wir haben früher unseren Müll nach unseren Gelagen nicht rumliegen lassen. Wenn ich soetwas sehe werde ich auch sehr sauer. Das schlimme ist, das die Leute es sich slbst kaptutt machen.
Was natürlich diese Entwicklung auch unterstütz ist, daß es in Mülheim nicht besonders viel Unterhaltung und Örtlichkeiten für Jugendliche und junge Erwachsene gibt. Wie gesagt ich ärgere mich auch oft, aber man müßte auch mal andere Lösungsansätze haben als nur Verbote uns Aussperrung.
05:58
Man könnte Arbeitslose zum Wachdienst überreden.
Gleichzeitig müsste das Gelände umzäunt werden.
Das Grundproblem scheint jedoch zu sein, dass man gegenüber diesen Vandalen nicht vorgehen möchte und wahrscheinlich auch nicht ohne weiteres kann.
Asoziale Menschen kann man nur über äußersten Druck zu gesetzestreuen Bürgern machen. Damit dieses gelingt, sind für diese Menschen die allgemeinen Menschenrechte und Bürgerrechte auszusetzen und effektive Repressalien anzuwenden. Schon nach kurzer Zeit werden sich die Erfolge einstellen.
20:53
@ 2
Im Artikel steht auch:
Es gibt Kontrollen, die darauf achten, dass das Hundeverbot eingehalten wird – ein weiteres großes Problem in der Müga.
Wer lesen kann soll im Vorteil sein munkelt man Kommtator 2. Es geht auch um Hunde und somit ihre Besitzer.
Aber ich glaube, zumindest das Problem mit dem Verbot von Hunden in der MÜGA würde es m.E. nicht geben, wenn Hunde lesen könnten.
20:34
Laut Artikel Wahnsinn, es sind mal nicht die Hunde und deren Besitzer schuld, ich fasse es nicht.
Der erste Kommentator haut natürlich in die Kerbe, ist klar.
19:26
Es liegt auch daran, dass Polizisten kaum mehr gesehen werden und die manche Menschen glauben machen zu dürfen was sie wollen. Gesetze werden wissentlich missachtet, weil die Sanktionen durch Richter unzureichend verhängt werden.
Ein schönes Beispiel ist mein Versuch sich zu beschweren, dass in der Müga zu häufig Hunde - auch große - herumlaufen. Ich bin mit etwa 3 verschiedenen Ämtern diesbezüglich verbunden worden, auch weil wie mir scheint keiner sich so richtig zuständig erachtete.