Papierarbeiten von Lotte Körber in der Galerie d’Hamé

Mit der Ausstellung von Werken der Malerin Lotte Körber holt Galerist Gerold Hamé eine längst vergessene Künstlerin in die Erinnerung. Die Malerin gehörte zu jenen Künstlern, die durch den Druck der Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg in Vergessenheit gerieten. Von Lotte Körber war nur bekannt, dass sie nach England gegangen war. Verfemte Kunst im Dritten Reich – ein Schicksal, dass viele kreative Köpfe traf und aus Deutschland vertrieb. Dagegen wirken Lotte Körbers Arbeiten auf Papier aus den Jahren 1925 und 1926 noch ausgelassen und fröhlich. Ihre Werkzyklen „Fasnacht“ und „Sylvester“, die dem Adolf Hölzel Kreis zuzuordnen sind, zeigen Harmonie in Farben und geometrischen Formen. Die bunte Geisterwelt aus der allemannischen Fasnacht könnte auch ein vorweggenommener Totentanz sein. Hölzel, der von 1906 bis 1919 an der Stuttgarter Akademie auch eine Damenklasse leitete, war auch Lehrer von Schlemmer, Itten und Baumeister. Da das Archiv im Krieg einem Brand zum Opfer fiel, gingen damit auch alle möglichen Hinweise zu den künstlerischen Anfängen von Lotte Körber verloren.

Die Ausstellung in der Galerie an der Wallstraße 15 wird am heutigen Samstag, 19 Uhr, mit einer Einführung von Autor Frank Schablewski eröffnet.