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Opernzauber an der Dimbeck

01.07.2009 | 11:30 Uhr
Opernzauber an der Dimbeck

Vor 55 Jahren wurde die Freilichtbühne mit Georges Bizets Carmen wachgeküsst. Mehr als 2300 Zuschauer kamen

Wie bekommt man zahlende Gäste in die Freilichtbühne? Vom 21. August bis zum 26. September versuchen es die Freunde der Freilichtbühne mit einem bunten Mix aus Märchen, Musical und Live-Musik. Die „Bremer Stadtmusikanten” (21. August) und den komischen Klassiker „Die Feuerzangenbowle” (22. August) wird man an der Dimbeck ebenso erleben können wie das märchenhafte Kindermusical „Peter Pan” (29./30. August), eine Oldie-Night (5. September), die Top-Ten der Filmmusik (12. September) oder eine Musical-Gala am 19. September.

Der Vorsitzende des Freilichtbühnenvereins, Horst van Emmerich, schätzt, dass man im vergangenen Jahr mit 13 Veranstaltungen etwa 6000 Zuschauer in Mülheims grünes Freilufttheater locken konnte. Da erstaunt es im Rückblick schon, dass am 1. Juli 1954 mehr als 2300 Zuschauer zu einer einzigen Opernaufführung kamen, die damals – aufgeführt von den städtischen Bühnen Gelsenkirchen – an der Dimbeck über die Freilichtbühne ging.

Vielleicht lag es daran, dass die Inszenierung von Georges Bizets Carmen die erste Freilichtbühnenaufführung nach dem Krieg war. Oberstadtdirektor Bernhard Witthaus, der die kulturelle Widerbelebung der bereits 1936 eröffneten Freilichtbühne vorantrieb, war selbst überrascht vom überwältigenden Publikumsecho. Schon fünf Tage vor der ersten Carmen-Aufführung an der Dimbeck waren alle Karten ausverkauft, so das Witthaus erlaubte, auch Karten für Stehplätze zu je 50 Pfennig an die kulturbegeisterten Mülheimer zu bringen.

Der Generalintendant der Gelsenkirchener Bühnen, Gustav Deharde, hatte sich nicht getäuscht, als er im Vorfeld der fünf Aufführungen seines Ensembles die Mülheimer als „sehr theaterfreudig” eingeschätzte. Bereits im April 1954 hatte er die Freilichtbühne als Spielort für gut befunden. Um Platz für Musiker zu schaffen, ließ das Tiefbauamt eigens einen Orchestergraben ausheben.

„Heute gibt es im Ruhrgebiet einfach zu viele Spielstätten und Veranstaltungsorte”, erklärt sich Horst van Emmerich, warum es 55 Jahre nach der ersten Nachkriegsaufführung an der Dimbeck so schwer geworden ist, die Freilichtbühne mit zahlenden Besuchern zu füllen. Tatsächlich warteten die Mülheimer vor 45 Jahren noch auf die Wiedereröffnung ihrer Stadthalle und waren noch weit entfernt von einer Fernsehdauerberieselung. So ist es wohl auch zu erklären, dass die fünf Aufführungungen von Carmen, Schwarzwaldmädel und Winetou im Sommer 1954 insgesamt 15 000 Zuschauer zur Dimbeck lockten und die NRZ nach der ersten Aufführung titelte: „Opernzauber in der Frelichtbühne – Verheißungsvolle Aussichten.” Allerdings: Auch im Sommer 1954 hatte man offensichtlich immer wieder mit Regen zu kämpfen, so dass die ursprünglich geplanten Filmvorführungen in der Freilichtbühne auf den Sommer 1955 verschoben wurden.

Wer den Veranstaltungsort Freilichtbühne unterstützen und sich dort drei Eintrittsgutscheine sichern möchte, kann dies mit dem Erwerb einer Bürgeraktie tun, die es für 50 Euro im NRZ-Leserladen an der Eppinghofer Straße 1-3 gibt.

THOMAS EMONS

Kommentare
03.07.2009
15:32
Opernzauber an der Dimbeck
von kluesen | #9

...eigentlich kann man bei gutem wetter immer vorbeischauen - ab nachmittag ist doch der biergarten geöffnet....

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2009-07-01 11:30
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