Online-Forum der Stadt ist ausbaufähig

„Wir meinen es ernst mit der Bürgerbeteiligung. Das wird die Zukunft sein.“ Das sagte der Leiter der Stadtkanzlei, Guido Brücker, vor ziemlich genau einem Jahr in der NRZ. Damals war der Plan der Verwaltung, das Haushaltsforum, das bereits als Online-Plattform an die städtische Homepage angeschlossen war, für weitere Themenbereiche zu öffnen. Dabei ist es geblieben. Auf der Startseite der Homepage, wo allerlei Rubriken vorgestellt werden, findet sich kein Hinweis auf die Beteiligungsplattform mehr.

Dabei ist das Symbol, das als Erkennungszeichen für das Online-Forum verwendet wird, durchaus verheißungsvoll: Zwei Sprechblasen, wie man sie auch als Symbolbild für Chat-Angebote in anderen Sozialen Netzwerken kennt. Beide Sprechblasen stehen sich in Augenhöhe gegenüber.

Man hat den Eindruck: Die Verwaltung will den Dialog. Wie überhaupt vor einem Jahr der Enthusiasmus groß war. Man konnte den Eindruck erlangen, hier sei tatsächlich so etwas wie ein Soziales Netzwerk für die Bürger geplant, eine Art Mini-Facebook.

Unterpunkt Bürgerbeteiligung

Doch davon kann heute keine Rede sein. Schon zu der Plattform zu gelangen, ist ausgesprochen umständlich. Das Dialog-Symbol wird nicht mehr, wie noch vor einiger Zeit, an der rechten Bildschirmseite aufgeführt, wo der Nutzer nur einmal klicken müsste, um zur Plattform zu gelangen. Stattdessen muss er nun erst auf der linken Bildschirmseite die Rubrik „Rathaus“ suchen - erster Klick - und dann den Unterpunkt „Bürgerbeteiligung“ - zweiter Klick. Erst hier findet sich der Link.

Doch bevor der Nutzer nun mitdiskutieren kann, muss er sich erst mit Namen und Passwort anmelden, auch die Adresse muss hinterlassen werden. Das ist verständlich, schließlich sollen hier bestimmte Spielregeln eingehalten werden. Da ist es in der Tat gut, dass jeder Nutzer mit Namen und Passwort bei der Anmeldung gespeichert wird. Der Aufwand ist nicht allzu groß, schon wenige Minuten nach der Anmeldung bekommt der Diskussionwillige per Mail die Zugangsdaten geschickt.

Die Mitarbeiter fehlen

Aber dann stößt er auf das eigentliche Problem: Nach dem Haushaltsforum sind keine neuen Rubriken dazu gekommen. Und hier stammt der letzte Eintrag in der Sparte „Bewerten & Kommentieren“ aus dem Februar diesen Jahres. Lebendige Debatten sehen anders aus. Die Idee vom eigenen kleinen Netzwerk, in dem Stadt und Bürger miteinander direkt in den Dialog treten können, scheint nicht mehr verfolgt zu werden.

„Uns fehlen die Mitarbeiter, die sich ausschließlich darum kümmern können“, sagt Petra Koterzyna, die bei der Stadt diesen Bereich koordiniert. Der Idealfall wäre eine eigene Online-Redaktion mit vier Mitarbeitern. Aber angesichts der Haushaltslage sei eben auch klar, dass auf absehbare Zeit daraus nichts werde. Ein richtiges Online-Forum müsse moderiert werden. Das hieße: Mehr oder weniger ständig müsse jemand das Forum betreuen, um auch auf die Beiträge reagieren zu können.

Was allerdings auch jetzt schon positive Resonanz hat, ist die sogenannte „Kümmer-Karte“ (siehe Kasten). Allerdings findet sich auch auf sie auf der Startseite kein Hinweis: „Das sollten wir vielleicht ändern“, meint Koterzyna. Immerhin 300 Menschen klicken die Plattform jetzt schon monatlich an.

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