Oldtimer sind Autos mit Seele

Auch der unverwüstliche Käfer war auf der 7. Old- und Youngtimer Festival an der alten Dreherei zu sehen.
Auch der unverwüstliche Käfer war auf der 7. Old- und Youngtimer Festival an der alten Dreherei zu sehen.
Foto: Herbert Höltgen
Was wir bereits wissen
Rund 1000 historische Fahrzeuge rollten beim 7. Young- und Oldtimerfestival auf das Gelände der Alten Dreherei in Mülheim.

Mülheim.. Von Oldtimern der Marken Alfa Romeo und BMW (Isetta) über Austin und Citroën oder Opel, bis hin zum Klassiker, dem guten alten Käfer von VW: Am Wochenende tummelten sich wieder viele alte Schätzchen beim Young- und Oldtimerfestival an der Alten Dreherei in Broich. Bereits zum siebten Mal trafen sich dort die Oldtimerliebhaber. Martin Menke, Vorsitzender des Trägervereins zur Sanierung der Alten Dreherei: „Da wir unser privates Gelände zur Verfügung stellen, geht hier alles sehr unbürokratisch, und die Oldtimer-Besitzer können auch spontan noch zum Festival kommen.“

An die 1000 Fahrzeuge rollten so am Wochenende auf das Gelände an der Feuerwache. Erstmalig wurde beim diesjährigen Festival die historische Werkstatt der Alten Dreherei gezeigt. „Das ist für Oldtimerfans natürlich spannend, wenn sie ihre alten Schätze auch mit alten Werkzeugmaschinen in Schuss halten können“, sagt Menke. „Wir wollen die alten Maschinen nicht nur ausstellen, sondern auch in Kombination mit den alten Fahrzeugen vorführen.“

Liebevoll gehegt und gepflegt

Heiko Dathe und Irene Bialas aus Saarn sind seit einem halben Jahr stolze Besitzer eines Chevrolet von 1964. „Es war schon immer unser Wunsch, so einen alten Ami zu haben, und den haben wir uns jetzt erfüllt“, sagt Heiko Dathe. „Der Vorteil bei amerikanischen Oldtimern ist, dass man noch jedes Ersatzteil bekommt.“ Ein paar Meter weiter hat sich das Ehepaar Groth mit ihrem roten Renault R4 platziert. Der Flitzer von 1984 ist nur einer von vielen Schätzen der beiden Oldtimer-Fans. Sogar ein alter Traktor aus dem Jahr 1956 zählt zu ihrer Sammlung. „Mit dem R4 fahren wir aber am häufigsten“, sagt Wolfgang Groth. „Er ist sehr zuverlässig.“

Sie werden liebevoll gehegt und gepflegt, das haben wohl alle Oldtimer des Festivals gemein. Und genau das ist es, was die Besucher in Scharen kommen lässt. Es wird gefachsimpelt, erklärt oder einfach nur gezeigt, was man aus den alten Fahrzeugen in Eigenregie in den letzten Jahren herausgeholt hat.

Für viele der Besucher sind mit den Fahrzeugen Kindheitserinnerungen verbunden. „Mit vielen dieser Autos bin ich früher schon gefahren“, sagt Thomas Reick, dessen erstes Auto auch ein VW Käfer war. „Diese Autos haben noch eine Seele und sehen nicht alle gleich aus.“ Für den 45-Jährigen steht auch fest, dass er sich irgendwann wieder ein Auto „mit Seele“ anschaffen möchte.

Fahrt mit historischer Straßenbahn

Neben den ausgestellten Fahrzeugen lud der Museumsshop mit vielen Fan-Artikeln zum Bummeln ein. Die Besucher konnten sich mit Erinnerungen eindecken, Oldtimerbesitzer das eigene Schätzchen in Miniaturform ergattern. Wie in den letzten Jahren auch, beförderten historische Straßenbahnen zahlreiche Fahrgäste von der Alten Dreherei bis zum alten Hauptfriedhof und zurück.

Ein Highlight besonders für Kinder waren die historischen Traktoren, die zu einer Spazierfahrt einluden. Ein kleiner Wermutstropfen war in diesem Jahr das Wetter, was im Gegensatz zu den Vorjahren nicht ganz mitspielen wollte. Denn bei Regen lassen die Besitzer ihre alten Schätze lieber in der Garage. Doch für das Festival machten viele dann doch mal eine Ausnahme.