Oktoberfest landet auf dem Flughafen Essen-Mülheim

Sie feierten im vollen Zelt und hielten Maß. Das nächste Oktoberfest steigt auf der Flughafenwiese.
Sie feierten im vollen Zelt und hielten Maß. Das nächste Oktoberfest steigt auf der Flughafenwiese.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Neben der Startbahn des Flughafens Essen-Mülheim steigt ab 2. Oktober das Oktoberfest. Anwohner hatten gegen die Gaudi in Essen-Rüttenscheid geklagt.

Essen/Mülheim.. „O'zapft is“, ertönt es demnächst bei Oktoberfest auf dem Flughafengelände. Vom 2. bis 17. Oktober soll die zünftige Gaudi im Festzelt über Bänke und Tischen gehen – mit vielen Maß Bier, Brezn und Weißwürstel. Die Flugsicherung hat dem Zeltspektakel bereits zugestimmt. Die Flughafengesellschaft erhält aus der Flächenvermietung Einnahmen. Ein Lärmgutachten erarbeitet die Dekra. Anlieger im Umkreis von zwei Kilometern wollen die Organisatoren mit einem Rundbrief informieren.

Warum das Oktoberfest in viereinhalb Monaten neben der Startbahn steigt? Zweimal stand das Zelt auf einem Messeparkplatz in Essen-Rüttenscheid, nahe des bekannten Kneipenviertels. Dieser Standort ist jetzt tabu. Anwohner hatten sich 2013 über die Lärmentwicklung des ersten Oktoberfests vor ihren Haustüren beschwert, geklagt und Anfang 2015 am Verwaltungsgericht Gelsenkirchen Recht bekommen. Essens Stadtverwaltung, so das Gericht, habe die umfassende Genehmigung zu Unrecht erteilt.

Mindestens sechs Veranstaltungstage geplant

An der Lilienthalstraße soll das Genehmigen – dafür ist wieder die Nachbarstadt zuständig – besser klappen. „Wir sind froh, eine nachhaltige Lösung für die kommenden Jahre gefunden zu haben“, sagt Mit-Organisator Ted Terdisch. Erst wollten die Zeltfestler in der Messe die Sause steigen lassen, was Lokalpolitiker fraktionsübergreifend begrüßten. Wegen des dort geplanten Umbaus klappt das nicht.

Ted Terdisch, der die Groß-Feier mit dem Essener Gastronomen Werner Rzepucha gestartet hat, erwartet auf dem Flughafengelände wieder mehrere zehntausend Besucher. 2014 kamen 33.000 Gäste nach Rüttenscheid. Ab 2. Oktober soll das Zelt auf der Wiese, mit Blick auf die Landebahn, mindestens sechs Mal geöffnet werden. „Je nach Resonanz könnten vier Veranstaltungstage hinzukommen“, kündigt Ted Terdisch an. Gerade liefen die Abstimmungsgespräche.

Gegner befürchten neue Lärmquelle

„Die wichtigste Genehmigung haben wir: Die Deutsche Flugsicherung hat zugestimmt“, sagt Frank Jakobs, Geschäftsführer von „Check-in-Event“. Die Agentur betreut die Veranstaltungen auf dem Flughafen-Gelände. In den letzten Tagen wurden 200 Haushalte im Zwei-Kilometer-Radius per Brief über die Oktoberfest-Planung informiert. „Die ersten Rückmeldungen sind positiv“, berichtet Jakobs.

Die Briefe sollen bisher nicht angekommen sein, erklärt Waldemar Nowak. Der Sprecher des Netzwerkes gegen Fluglärm wittert in dem Oktoberfest eine neue Lärmquelle. Bis ein Uhr sollen die Feiern dauern. Danach könnten einige Gäste am Wiesenrand nachts weiter Radau machen. Im Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft, dem er angehört, sei das Oktoberfest noch gar nicht gelandet. Flughafengeschäftsführer Günther Hellmich sieht keine Probleme. Höchstens Pflanzen könnten sich gestört fühlen. Als Einnahmequelle sei das Oktoberfest für den Flughafen gut.

„Wir wollen einen kostenlosen Shuttle-Service zwischen Rüttenscheid und dem Flughafen anbieten“, verrät Ted Terdisch. Ob Busse auch in die Mülheimer Innenstadt fahren oder die Nachtexpresslinie reicht, ist offen.