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Ohne Geld hört der Spaß auf

07.02.2010 | 18:23 Uhr
Ohne Geld hört der Spaß auf

Mülheim. 300 Jecken ließen sich am Samstag vom Mülheimer Carnevalsclub beim Fest der Feste in der Stadthalle begeistern. Es waren früher schon mal mehr.

Fest der Feste, kurz FedeFe, heißt die Veranstaltung. Der Name ist Programm. Auch in seiner 50. Session will der Mülheimer Carnevalsclub MCC seinen Gästen in der Stadthalle ein anspruchsvolles Unterhaltungsprogramm bieten. Leichter gesagt als getan. Die beiden Programmplaner des MCCs, Eduard Roncari und Margot Rudolph, können sich ebenso wie Gründungsmitglied Manfred Rentmeister noch an Jahre erinnern, in denen „die Bude rappelvoll war”. Das bedeutete: Bis zu 600 zahlende Gäste im Festsaal der Stadthalle. Diesmal waren es gerade einmal die Hälfte. Roncari sieht den Besucherschwund als eine Folge der Wirtschaftskrise: „Die Leute müssen ja nicht nur die Eintrittskarten bezahlen, sondern wollen vielleicht auch noch etwas essen und trinken.” Rentmeister glaubt, „dass die Leute heute auch verwöhnter sind und nur noch Künstler sehen wollen, die sie auch aus dem Fernsehen kennen.”

Auch wenn die Kluft zwischen Veranstalteranspruch und Besucherzuspruch größer geworden ist, stimmten auch diesmal beim FedeFe Stimmung und Programmmix. Es fehlte an nichts, was Jecken-Herzen höher schlagen lässt: Tanzgarden und Tanzmariechen, Bütten- und Bauchredner, ein Wort- und Jonglagekünstler oder last, but not least eine Stimmungsband aus dem Rheinland, die den Festsaal der Stadthalle zur vorgerückten Stunde im besten Sinne des Wortes rockte. Dabei zeigte sich wieder einmal: Mülheims Narren kommen langsam, dann aber gewaltig in Schwung.

Hatte Comedian Philipp Dammer noch am frühen Abend gescherzt: „Ich dachte, ich sei hier bei einer Karnevalsveranstaltung und nicht bei einer Selbsthilfegruppe niedriger Blutdruck”, hatten die rheinische Karnevalsrocker von der Birkesdröpe Buure Band kein Problem mit der Publikumsresonanz. Im Gegenteil. Nachdem sie mit ihren Rock-Versionen von „Wir schenken der Alten ein paar Blümchen”, „Man müsste noch mal 20 sein” oder „Ich bin ein Räuber” ihr Programm abgespielt hatte, wollten die zum Teil sogar auf den Stühlen stehenden Jecken noch mehr hören und stimmten gleich ihr Wunschlied an. „Da sind wir dabei. Das ist prima. Viva Colonia.” Da ließen sich die Rocker aus dem Rheinland, trotz engen Tourplans, nicht zweimal bitten und spielten die verlangte Zugabe.

Doch auch wenn es Musiker offensichtlich leichter haben als Wortkünstler, das närrische Publikum in Schwung zu bringen, hätte wohl keiner der FedeFe-Fans die Lachmuskelattacken von Feuerwehrmann Kresse und Bauchredner Jens Meyers mit seinem frechen Plüschhund Heinz missen wollen. Auch Dammer und seine abwechslungsreiche Comdey,-Jonglage- und Akrobatikshow war ihre Gage wert, wenn auch seine witzig gemeinten Sticheleien gegen das Publikum zuweilen etwas über das Ziel hinaus schossen.

Die beste Position des Abends hatte zweifellos Hans Dieter Komander. Der hatte als Sitzungspräsident auf der Bühne nicht nur den besten Blick aufs Programm, sondern durfte auch alle Tanzmariechen des MCCs bützen. Deren konditionelle Leistung nötigte dem meist sitzenden FedeFe-Besucher Respekt ab. Denn die meisten der jungen Tänzerinnen hatten an diesem Abend gleich mehrer Auftritte, sei es bei den Einzeldarbietungen oder den Garde- und Showtänzen. Wobei letztere sogar an den Glamour einer Revue heranreichten.

Thomas Emons

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