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Umwelt

Ökonomie hofft auf Ökologie

08.12.2009 | 17:57 Uhr

Was das Mülheimer Unternehmen Menerga, das auf energieeffiziente Technik spezialisiert ist, vom Kopenhagener Klimagipfel erwartet - und was nicht.

Wir fliegen in den Urlaub nach Thailand, unsere Kleidung kommt aus China und wenn wir australischen Wein trinken wollen, dann müssen wir nur in den nächsten Supermarkt gehen. Globalisierung kann so einfach sein. Doch sie hat auch ihre Tücken. Und mit genau diesen beschäftigt sich derzeit der Weltklimagipfel in Kopenhagen. Dort stellen sich Vertreter aus allen möglichen Ländern dieser Erde eine gemeinsame Frage: Wie können wir das Klima schützen - weltweit?

Mit dem weltweiten Klima beschäftigt sich auch das Mülheimer Unternehmen Menerga. Von der Firmenzentrale aus werden die Gespräche in Kopenhagen gespannt verfolgt. Bei Menerga wird auf energieeffiziente Technik gesetzt. Diese Technik ist inzwischen weltweit gefragt, doch weltweit vertreiben kann Menerga die Produkte nur, wenn die Märkte weiterhin offen bleiben. „Ein Abschotten der Länder gegeneinander halte ich für falsch”, sagt Geschäftsführer Jürgen Röben. „Technologie soll fließen, dazu müssen sich Grenzen öffnen.” Auch für Deutschland mahnt er an, dass sich die Bundesrepublik nicht isolieren solle. „Die Deutsche Art, alles selbst machen zu wollen, ist bedenklich”, so Röben. Ebenso kritisch sieht er die Tendenz einiger industriell schwacher Länder, sich vom Klimawandel freisprechen zu wollen. „Wenn Länder glauben, sie seien nicht betroffen, finde ich das tragisch.”

Für Menerga schätzt Röben die Gefahr allerdings gering ein, dass Protektionismus das Geschäft gefährden könne, da die Firma fest in Netzwerke eingebunden ist. Während es in Europa gut läuft, sei es in den USA noch schwierig, Fuß zu fassen. „Es wird oft gesagt, dass man dort mit Amerikanern produzieren muss, damit es klappt”, so Röben. Die Erkenntnis, dass europäische Technik oft moderner und effizienter sei, sei schwer zu vermitteln. Ganz anders sähe es im Mittleren Osten aus. „Dort beginnt man sich deutlicher denn je Gedanken um Energieeffizienz zu machen”, beobachtet Röben.

Dennoch: das Hauptgeschäft für Menerga liegt in Europa. Welche Entscheidungen von der Klimakonferenz das Unternehmen treffen könnten? „Wenn aufgrund der Wirtschaftskrise Programme für den Klimaschutz gekürzt würden, das wäre bitter”, meint Röben. Außerdem hofft er, dass sich die Länder nicht zerstreiten und nur die persönlichen Interessen für ihr eigenes Land im Blick behalten. Die Klimakonferenz in Kopenhagen macht auch in Mülheim deutlich: Wenn in China ein Sack Reis umfällt, kann das den Europäern längst nicht mehr egal sein.

Johanna Bömken

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