OB wirbt für das Mitgestalten

Foto: Fabian Strauch

Der Bürgerempfang der Oberbürgermeisterin, zu dem gestern Abend rund 400 Mülheimer in der Stadthalle geladen waren, ist stets auch ein Abend des Dankes an die vielen Ehrenamtlichen in der Stadt. Mülheim sei reich an diesen zivilgesellschaftlichen Kräften, stellte OB Dagmar Mühlenfeld zufrieden fest. Nicht nur sie hat es besonders gefreut, dass die Stadt für ihren großen ehrenamtlichen Einsatz für die Flüchtlinge zuletzt bundesweit als das „Wunder von Mülheim“ Beachtung fand.

Für die Oberbürgermeisterin war es der letzte Bürgerempfang, sie tritt im September nicht mehr bei der OB-Wahl an. Den Empfang für die Bürger hatte sie damals eingerichtet, weil sie eine neue Form an demokratischer Mitgestaltung auf den Weg bringen wollte. Der Austausch zwischen Bürgern, Stadtverwaltung und Politik gehört dazu wie die Bürgeragentur, die Haushaltsforen, der Jugendstadtrat oder auch die Leitbildprojekte. Ihr Credo, das sie gestern Abend herausstellte: „Lokale Demokratie ist keine Stimmungsdemokratie. Zum demokratischen Mitbestimmen und Mitgestalten gehört die Übernahme von Verantwortung für das, was ich als Bürgerin und Bürger anstrebe und mit durchzusetzen helfe.“

Die Bilanz ihrer zwölf Jahre an der Spitze der Stadt, die sie den Bürgern darlegte, fällt sehr positiv aus, auch wenn sie betont, dass es bei manchen Dingen heftigen Widerspruch aus Politik und aus der Bevölkerung gegeben habe, aber: „Ideen sind nur zukunftstauglich, wenn sie zunächst heftige Widerstände auslösen.“ Ruhrbania ist das klassische Beispiel für den Widerstand in der Stadt. Die Umgestaltung der Ruhrpromenade bezeichnet die OB als neues Stück Mülheim, „an dem die Menschen endlich erleben und genießen können, was unsere Stadt ausmacht, nämlich den Fluss in ihrer Mitte“.

Zuversichtlich gibt sie sich, was die Stadtreparatur rund um den ehemaligen Kaufhof angeht, nachdem drei Investoren gefunden werden, die dort einen Mix aus Wohnen, Handel, Gastronomie und Freizeitgestaltung errichten wollen. Vielleicht der größte Erfolg, den querbeet alle Fraktionen im Stadtrat begrüßen, ist die Sanierung vieler Schulbauten. Der zum Teil miserable Zustand zahlreichen Schulgebäude, die in Teilen gar nicht mehr genutzt werden konnten, war eines der größten Probleme in der Stadt. Das Bild mit Schülern, die mit einem Schutzhelm auf dem Kopf in den Unterricht kamen, um auf den maroden Bau hinzuweisen, haben viele noch in Erinnerung. 168 Millionen Euro wurden in Schulen und Kitas investiert, ein Kraftakt für die bettelarme Stadt.

EURE FAVORITEN IN DIESER STUNDE