OB-Kandidat der SPD betont die Familienpolitik

Unterbezirksparteitag der Mülheimer SPD mit Vorstellung und Nominierung ihres Kandidaten für die Oberbürgermeister-Wahl im September 2015: Ulrich Scholten.
Unterbezirksparteitag der Mülheimer SPD mit Vorstellung und Nominierung ihres Kandidaten für die Oberbürgermeister-Wahl im September 2015: Ulrich Scholten.
Foto: Michael Dahlke
Was wir bereits wissen
Die SPD wählt Ulrich Scholten mit 97 Prozent der Stimmen. Er möchte in Sachen Familien-, Bildungspolitik und Integration neue Impulse setzen.

Mülheim.. Gradlinig, redet schnörkellos, ist gesellig und praktisch veranlagt, hat den Blick fürs Wesentliche und ist lebensfroh. Mit diesen Worten beschrieb sich der frisch nominierte OB-Kandidat der SPD, Ulrich Scholten, bei seiner Antrittsrede. Seit rund 40 Jahren engagiert er sich politisch in Mülheim, seit 16 Jahren als Ratsmitglied und zuletzt auch als Parteivorsitzender. Der 57-jährige Familienvater und Großvater lebt seit über 30 Jahren in Eppinghofen und arbeitet seit knapp 30 Jahren für ein traditionsreiches Mülheimer Industrieunternehmen. Seit 18 Jahren als Personalchef.

Neue Impulse setzen

Als Nachfolger empfohlen hatte ihn Dagmar Mühlenfeld höchstpersönlich. „Weil er kompetent ist und bis jetzt schon hohe Verantwortung für die Stadt übernommen hat“, so die scheidende OB. „Dass er diesen Job auch gut meistern wird, davon bin ich zutiefst überzeugt.“ Fordern allein reicht Ulrich Scholten nicht aus. Er möchte kreative Ideen entwickeln und selbst mit anpacken und umsetzen. Das Mülheim derzeit Vorbildstadt für Familien-, Bildungspolitik und Integration sei, reicht Scholten nicht. Er möchte hieran nicht nur anknüpfen, sondern vor allem weitere neue Impulse setzen.

Aber auch die Förderung der heimischen Wirtschaft und die Sicherung von Arbeitsplätzen steht auf der Agenda des Personalchefs ganz weit oben. „In der erfolgreichen Vernetzung unserer Hochschule mit der Wirtschaft sehe ich Chancen, die wir nicht verpassen dürfen“, so Scholten. Trotzdem sei Wirtschaftsförderung kein Selbstzweck und dürfe nicht jeden Preis kosten. „Wir alle müssen etwas davon haben, nicht nur die Unternehmen.“

Klimagerechter Stadtumbau

Wichtig ist es dem Familienvater außerdem, dass es sich auch in 30 Jahren in Mülheim noch gut leben lässt. Einen klimagerechten Stadtumbau hält er für genauso wichtig, wie die Voraussetzungen zu nutzen, dass Mülheim ein Zentrum für innovative Umwelt- und Energietechnik werden kann. Gerade vor dem Hintergrund steigender Energiepreise.

Dass die mangelnde Innenstadtattraktivität in Mülheim ein großes Problem ist, ließ Ulrich Scholten nicht außen vor. Die Abwanderung von Kaufkraft sei Fakt und lasse sich nicht zurückdrehen. Dennoch zeigt sich Scholten zuversichtlich, dass sich die Innenstadt wieder neu entwickeln kann. Große Versprechen machte er in diesem Zusammenhang aber nicht. Es sei ein langer Weg in kleinen Schritten. Im Hinblick auf den maroden Haushalt möchte Scholten weiterhin Druck auf Land und Bund ausüben. Entwicklung benötigt schließlich Geld, das weiß auch der Kandidat.