„Oase Unperfekt“ offiziell eingeweiht

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Styrum..  Für die Pflanzen war es in den vergangenen Wochen viel zu trocken, sie dürsteten nach Wasser. Dass aber gestern, genau zur offiziellen Eröffnung des Gemeinschaftsgartens „Oase Unperfekt“, ein echter Platzregen herunterprasseln musste, war schade für die Gärtner. Unter einem blauen Zelt drängelten sich die vielen Gäste und die Schüler der GGS Styrum, die zusammen mit drei Trommlerinnen die Feier musikalisch einleiteten. „Zumindest die Pflanzen hier feiern jetzt ein großes Fest“, nahm es Michael Maas, der vor über einem Jahr das Urban Gardening-Projekt (Gärtnern in der Stadt) anstieß, mit Humor.

Im März 2014 war dem Stadtteilkoordinator für Styrum die Idee gekommen, dass aus dem Brachland an der Oberhausener Straße (nördlich der A 40) Gartenland werden könnte – und ein Integrationsprojekt für den Stadtteil. Mit Hilfe der Initiative für Klimaschutz (vor allem Susanne Dickel), der Stadtverwaltung, der Styrumer Schulen und vieler Vereine, Gruppen und Institutionen gelang es, die Pläne umzusetzen. „Obwohl es zwischenzeitlich technische und rechtliche Probleme gab, aber Michael Maas hat nicht locker gelassen“, lobte Bezirksbürgermeister Heinz-Werner Czeczatka-Simon. Die Oase, in der die unterschiedlichsten Menschen zusammen gärtnern, sei ein tolles Signal für Styrum, das Projekt habe Zukunft. „Den Gärtnern wünsche ich viel Erfolg und ertragreiche Ernten.“

Einige der Gartenfreunde und Besucher knabberten derweil schon erntereife Radieschen von einer der derzeit 23 Parzellen. Andere erkundeten, was auf den Beeten so heranwächst: Salat, Erdbeeren, Tomaten, Kohlrabi, Kräuter, . . . Die Geschichte der „Oase Unperfekt“ wurde mit einer kleinen Bilderserie dokumentiert, die am kleinen grünen Gemeinschaftgartenhaus hing. Der erste „Hau-rein-Tag“, bei dem kräftig geharkt wurde, war demnach der 6. November 2014, am 11. April 2015 traf das Saatgut ein und wurde an alle Pächter verteilt, erst im Mai wurden die ersten Vogelscheuchen aufgestellt. Eine Gartenordnung hat die Oase auch, sie versteht sich als „interkultureller Garten“, „Bio-Garten“ und Lehrgarten.

Als alle Reden geschwungen waren, kam übrigens wieder die Sonne heraus. Zum Glück, denn die Hobbygärtner wollten noch mit den Kindern „Gärten zum Mitnehmen“ basteln und überm Feuer Stockbrot backen.