Nur eine Hauptschule bleibt
15.07.2011 | 18:51 Uhr 2011-07-15T18:51:00+0200
Mülheim.Eine Hauptschule bleibt, und das wird die in Dümpten sein. Ein Bündnis aus CDU, FDP, Grünen und MBI hat gestern mit Mehrheit in einer Sondersitzung die Aufgabe der Hauptschule in Eppinghofen beschlossen.
Zugleich soll die benachbarte Grundschule im Dichterviertel nur noch als Teilstandort der Astrid-Lindgren-Grundschule geführt werden. Die Bildung im Stadtteil stärken will das Bündnis mit einem Zentrum für Frühförderung.
Vereine, Verbände, die Kirchen und viele Bürger in dem Stadtteil mit besonderem Erneuerungsbedarf hatten sich wochenlang gegen das drohende Aus der Hauptschule gewandt. SPD, Linke und WIR-Linke versuchten bis zuletzt das Viererbündnis zu einem Moratorium für Eppinghofen zu bewegen und die Entscheidungen des Landes zur Gemeinschaftsschule abzuwarten. Die SPD plädierte für eine Gemeinschaftsschule an dem Standort. Gerade in Eppinghofen und Styrum, so Rolf Mühlenfeld, müsse mehr für Bildung getan werden. Statt dessen, kritisierte Johannes Gliem, ziehe das Viererbündnis 7,4 Millionen Euro, die investiert werden sollten, aus Eppinghofen ab.
Schülerzahl reicht einfach nicht
Als einzigartig hatte zuvor Richard Grohsmann vom Jugendzentrum Stadtmitte die Hauptschule Eppinghofen bezeichnet. Ohne eigene Sekundarschule fürchtet er um die Zukunftschancen vieler Kinder. Grohsmann ist davon überzeugt, dass diese Schule einem Sparzwang geopfert wird und warnte gar vor französischen Verhältnissen, wo Gewalt und Aggressivität sich ausgebreitet haben, weil man Jugendlichen Perspektiven nahm.
Das Viererbündnis betonte, dass für eine weiterführende Schule an diesem Standort die Schülerzahl schlicht nicht reiche. Und das Prinzip Hoffnung, so Inge Göricke (Grüne), sei an der Stelle zu wenig. Das wenige Geld, das man in Mülheim noch zur Verfügung habe, müsste konzentriert in die Schulstandorte investiert werden, die noch blieben. „Wir müssen die ganze Stadt im Blick haben.“
Sieben Schulstandorte will man aufgeben. Neben der Hauptschule sind es die Grundschule an der Gathe-straße und eine in Styrum sowie Teilstandorte. Unterm Strich, so der Heiko Hendriks (CDU) liege man gar nicht so weit auseinander, an vielen Stellen gebe es eine Einigkeit, weil die Einsicht da sei, dass bei einem Schülerrückgang von 25 Prozent (1328 Grundschüler) in den vergangenen zehn Jahren auch Einschnitte bei den Schulstandorten erfolgen müssen.
WIR-Linke lehnt jede Schulschließung ab
Die Politiker von WIR-Linke und Linke lehnten jegliche Schulschließung ab, weil man in Zukunft eher mehr als weniger Schulraum benötige. Sie erklärten dies mit Blick auf den gemeinsamen Unterricht von behinderten und nichtbehinderten Kindern.
Bis zuletzt blieb der Streit um die Unterrichtsversorgung: Während Horst Mölders (SPD) und die Schulrätin Christa Stocks vorrechneten, dass es systembedingt keinen Unterrichtsausfall gebe, blieb das Viererbündnis dabei: Größere Grundschulen erleichterten die Lehrerversorgung. „Wir haben dafür“, so Hendriks, „eine überwältigende Zustimmung aus der Eltern- und Lehrerschaft erhalten.“

23:58
@muchandiziwa, wir sollten sachlich bleiben. Speldorf und Broich gehören zu den ältesten Stadtteilen Mülheims. So kommen die Schüler der Frühlingstraße vor allem von den Grundschulen GGS Oemberg (Elsenborner Weg), GGS Pestalozzi-Schule (Bülowstr) und GGS Lierbergschule und finden ihre Hauptschule nahezu in ihrer Mitte.
Die Schüler der Bruchstraße kommen dagegen vor allem von der Filchnerstraße und Heinrichstraße (Heißen), aus Styrum und sogar vom Oemberg. Ein Bezug zu Eppinghofen lässt sich nicht belegen, ist eher Wunschgedanke.
Umgekehrt liefert die Grundschule Dichterviertel ihre Schüler zu zwei Dritteln an die Gustav Heinemann Schule, an die Realschulen Mellinghofer Straße und Stadtmitte, an das Karl Ziegler Gymnasium und sogar an die Hauptschule Speldorf.
Grundschule und Hauptschule in der Bruchstraße existieren nebeneinander ohne echten Bezug zueinander. Der wäre für die Zukunfstschule wünschenswert gewesen, doch diese Pläne haben sich zerschlagen.
Jetzt übernimmt die Gundschule die Federführung für den Stadtteil Eppinghofen. Vielleicht lässt sich deren Zusammenarbeit mit der Realschule Mellinghofer Straße verbessern und mit den Gymnasien Karl Ziegler und Otto Pankok. Trotzdem werden die meisten Grundschüler der Bruchstraße auch weiterhin zur Gustav Heinemann Schule gehen. Bei PISA hat diese Gesamtschule hervorragend abgeschnitten und hat ansonsten mehrere Schulpreise gewonnen.
Der Landtag wird noch dieses Jahr das Ende der Hauptschule beschließen. Damit blickt auch die Schule am Hexbachtal in eine ungewisse Zukunft.
14:00
Uuuups, jetzt wird auch gegen Speldorf geschossen!
Warum hatte diese Schule bloß eine Existenzberechtigung? Eine Schule, die als erste in Mülheim den Ganztag eingeführt hat .. vor weit mehr als einem Jahrzehnt! Eine Schule, die als erste in Mülheim den 60-Minuten-Takt zur Verbesserung der individuellen Förderung eingeführt hat? Eine Schule, die in de Vergangenheit aufgrund ihrer besonderen Situation von Eltern als Schule für ihre Kinder gewählt wurde?
Seit wann ist es wichtig, dass die Schüler auch gleich neben der Schule wohnen??? Zumal Speldorf die Hauptschüler links der Ruhr (ja, die gibt es) und Styrum abgedeckt hat.
Ich bin in Heißen aufgewachsen und in Holthausen zur Schule gegangen. Mein Schulweg war weit .. ja und?
Ich kann nur noch einmal anmerken, dass ich diese Schwarzmalerei unerträglich finde und ich froh wäre, so ein Zeug in der Mülheimer Presse nicht mehr lesen zu müssen - Träume inklusive!
00:22
Die Frühlingstraße wird auch geschlossen. Das stimmt. Jedoch habe ich bisher nie verstanden, wie eine Schule mit Ganztagsbetrieb an einem Ende der Stadt betrieben wird, in dem die Klientel für diese Schule nicht wohnt.
In Eppinghofen wohnen viele Kinder, die die Schule an der Bruchstraße besuchen würden und durch die zentrale Lage wäre sie auch von den Außenbezirken gut erreicht worden.
Das hat das Vierer-Bündnis nicht gewollt. Jetzt müssen alle Kinder, die die Schule am Hexbachtal (vormals Hauptschule Dümpten) besuchen werden quer die Stadt. Oder wohnen die schon immer alle in Dümpten? Die Verbindungen möge man sich bei der MVG Seite ansehen und die Zumutung für Kinder und Jugendliche ermessen. Viele Kinder sind schon vor Erwachsenen auf den Beinen und viele von denen in Familien, die ja als Problemfälle erkannt wurden. Da wird nicht gefrühstückt oder ein Pausenbrot geschmiert.
TOLLE UNSÄGLICHE POLITIKER, DIE AN PROFILNEUROSEN LEIDEN. VON MIR WIRD WOHL KEINE DER VIER PARTEIEN MEHR EINE STIMME BEKOMMEN. GUTE NACHT MÜLHEIM.
19:21
Endlich weiss ich wie sich ein Bauernopfer fühlt. Und das fühlt sich nicht gut an. Ich sehe meine Figur in Zeitlupe fallen und keine der anderen Figuren schert sich einen Pfifferling darum. Im wilden Getöse gehe ich einfach unter und man lässt mich am Boden liegen. Einige wenige murren, aber auch sie haben nicht die Kraft noch irgendetwas zu bewegen, was mich halten könnte. Ende, Aus, Fini..... Eigentlich könnte ich jetzt schon aufhören zu schreiben, wäre da nicht diese Wut, diese grenzenlose Wut auf Politiker, die sich immer gern als bürgernah tarnen, es in Wirklichkeit aber gar nicht sind. Sie sind wie die Könige im Schachspiel, einen Bauern mal eben zu opfern, im Spiel einfach fallen zu lassen, nur um selbst als Regierender aus dem Spiel hervorzugehen, das ist keine Frage der Ehrensache. Es ist Politik.
Und so liegt eine ganze Hauptschule, ein ganzer Stadtteil als Verlierer am Boden und schaut verzweifelt nach oben. Ob da nicht doch noch ein Retter kommt? Selbst die Kirchenväter strecken verzweifelt ihre Arme aus und versuchen ihre Schäfchen zu retten. Mitnichten! Es will nicht gelingen, die Könige haben ihr Volk geopfert und wollen jetzt noch dem Opfer erklären, dass es gar kein Opfer ist, das alles so hat kommen müssen. Und das Opfer womöglich noch selbst schuld sei? In naher Zukunft es sogar sich selbst hätte sterben lassen müssen.
Hunderte von jungen Menschen sitzen, stehen auf den Rängen der VHS Mülheim und dürfen am eigenen Leib erfahren, was es heisst in Mülheim ein Bauer, nein falsch, ein Schüler in Eppinghofen zu sein. Wir sind nichts, wir haben keine Lobby, wir haben keinen Halt, wir müssen leise dabei sein, wenn wir hören wollen, wie die Könige entscheiden, oder entschieden hatten?
Es ist nicht schön ein Bauernopfer zu sein, aber aus kleinen Bauern, wenn es denn ganz viele sind, werden in einigen Jahren Wähler werden, die hoffentlich das Blatt in unserer Stadt wieder wenden. Um es mal ganz deutlich zu sagen: Das Geklüngel muss ein Ende haben!
Angelika Blum (Mitglied der Schulpflegschaft GHS Bruchstrasse, betroffene Mutter, Eppinghoferin)
15:35
@Dieter Bensberg
Da kann ich Ihnen nur beipflichten, was sie zu den Aussagen des Herrn Höttger meinen. Ob dieser Herr sich eigentlich darüber im klaren ist, woher der gesellschaftliche Wohlstand in diesem Land kommt?Der ist bestimmt nicht vom Himmel gefallen!
14:31
Das stand doch schon vor Monaten fest. Der Rest war nur fürs Volk.
Haha! Herzlichen Dank dann auch!
13:21
MBI-Mann und ehemaliges BV2-Mitglied Hans-Georg Hötger heute in der Print-Ausgabe der NRZ: „Wir wollen da [an der Bruchstr.] eine Gesamtschule und keine Hauptschule. Wir wollen doch keine Fabrikarbeiter produzieren.“
Ich finde, das ist eine unverschämte Herabwürdigung aller Menschen, die sich durch ehrliche Arbeit ihren Lebensunterhalt verdienen! Auf solche oberlehrerhaften Bemerkungen kann die Welt verzichten!
Herr Hötger hat anscheinend noch nie eine Fabrik von innen gesehen und vor allem noch nie dort gearbeitet. Sonst hätte er vor Menschen, die Waren produzieren, die auch er täglich benötigt, etwas mehr Respekt.
23:43
@4 Eppinghofer, gut erkannt. Die groß angekündigte entpuppte sich als Schulausflug. Die Frage ist, ob es dafür Anwesenheitspflicht gab oder zumindest Fleißpunkte?
23:01
Als einzigartig hatte zuvor ... Ohne eigene Sekundarschule fürchtet er um die Zukunftschancen... Je nach dem, wo ich gewohnt habe, war mein Schulweg mal 4,4 , 6,8 oder knapp 17 Kilometer. Leider gab es bei der Strecke von 17 Kilometern keinen Bus, zumindest kann ich mich daran nicht erinnen. Von daher finde ich die Äußerung von Herrn Grohsmann surreal. Es geht hier um ein Luxusproblem. Die Realschule Mellinghofer Straße ist gerade einmal 1000 Meter von der Grundschule im Dichterviertel entfernt. Im Süden Mülheims müssen teilweise Schulwege von 2 km in Kauf genommen werden.
22:20
Das Vierer-Bündnis hat ihr Werk vollbracht. Anstatt schon im Herbst klar zu sagen, dass die GHS Bruchstraße geschlossen werden muss, weil Neubaupläne vor Bildung gehen. Mit Neubauten macht man Geld mit Bildung nicht. Der nahe gelegene Fußballplatz wird just dann dicht gemacht, wenn die Hauptschule ausgelaufen sein wird. Stört nur noch die Grundschule. Für diese wird mit Sicherheit kein Fördergeld locker gemacht. Damit erschließt sich für Investoren ein großes Areal. Die feinen Damen und Herren des Vierer-Bündnisses lassen die Schüler, Lehrer und MItglieder von Initiativen noch vier lange Jahre weiter in einer Schule arbeiten, die erhebliche Schäden hat. Aber das geschieht ihnen recht. Wer sich so von der politischen Mehrheit abseifen und austricksen lässt, verdient es nicht anders. Diese Menschen haben keine CDU-Nächstenliebe, keine grüne Basisdemokratie, keine liberale Freiheit und keine MBI-Unterstützung verdient. Bildungspolitik in Mülheim - Vorteile nur für die, die zum Klientel des Viererbündnisses gehören. Der Rest soll schweigen und sich in sein Schicksal ergeben. Wie lange noch?