Nicht reden, küssen!

Haben Sie es ordentlich schmatzen lassen? Gestern war nämlich der Tag des Kusses. Wie auch immer Sie es gehandhabt haben, die internationale Kussforschung jedenfalls weiß: Je mehr in einer Partnerschaft solche Lippenbekenntnisse ausgetauscht werden, um so besser für ihre Stabilität. Warum ist das eigentlich so? Auch da gibt es in der Kussforschung unterschiedliche Antworten. Aber ich finde die eigentlich alle ziemlich unbefriedigend.

Am meisten hat mich die Aussage des französischen Philosophen Alexandre Lacroix überzeugt, der immerhin eine umfassende Studie zum Thema geschrieben hat. Seine These: Der Kuss ist deswegen so zentral, weil er keinen Zweck verfolgt. Er dient nicht der Fortpflanzung oder der Nahrungsaufnahme, zumindest im besten Falle. Er ist so schön, weil er einfach nur schön darf. Aber mit dieser Zweckfreiheit tun sich eben manche auch schwer. Sieben Mal pro Tag, so verkündet der gleiche französische Denker, würden im Schnitt sich Paare in seinem Land küssen. Ist das viel, ist das wenig? Deutsche Zahlen nennt er leider nicht. Und so dürfen Sie nun gerne selbst ihren persönlichen Schnitt ausrechnen. Aber denken Sie dran, egal, welche Quote dabei rauskommen mag. Es kann hier nicht um Ranglisten gehen.

Eine einzige Ausnahme gibt es vielleicht doch: den ersten Kuss. Er wird doch immer, wie viele Tausende auch ihm folgen werden, eine herausragende Bedeutung haben. Das ist, so würde unser Philosoph wohl sagen, wie bei einer Fahrt in ein unbekanntes Land. Die ersten Schritte in dieser neuen Welt vergisst man auch nicht. Insofern kann ich nur wünschen: Weiterhin gute Reise!