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Nicht jedermanns Sache: Piet Klocke in der Stadthalle

31.01.2010 | 15:27 Uhr
Nicht jedermanns Sache: Piet Klocke in der Stadthalle

Piet Klocke – das ist der Komiker mit den wirren Haaren, der nie einen Satz zu Ende bringt. Die meisten dürften ihn noch aus TV-Formaten wie „Sieben Tage, Sieben Köpfe” kennen. Und ahnen, dass ein abendfüllendes Programm mit ihm nicht jedermanns Sache sein kann.

Piet Klocke – das ist der Komiker mit den wirren Haaren, der nie einen Satz zu Ende bringt. Die meisten dürften ihn noch aus TV-Formaten wie „Sieben Tage, Sieben Köpfe” kennen. Und ahnen, dass ein abendfüllendes Programm mit ihm nicht jedermanns Sache sein kann. Dennoch war die Stadthalle am Samstag gut gefüllt mit einem wohlwollenden Publikum, als Klocke mit der jungen Komikerin und Musikerin Simone Sonnenschein das Programm „Das Leben ist schön, verdammt” darbot.

Piet Klocke versprach zu Beginn: „Es soll heute richtig entspannt zugehen” – und so wurde leider auf Inhalte weitgehend verzichtet. Kommentar des Komikers: „Banalität fällt ja schon dadurch auf, dass sie sehr einfach daherkommt.” Nach spätestens zehn Minuten fällt es schwer, den gestotterten, unvollständigen Sätzen Klockes zu folgen, wenn am Ende nur selten eine Pointe dafür belohnt. Unerwartet schafft es jedoch manchmal ein geschmacklich fragwürdiger Kalauer, den Zuhörer zu überraschen. Überraschend ist auch das weitere Programm, dessen Sinn und Struktur bis zuletzt rätselhaft bleiben. Was genau Simone Sonnenschein unter dem Bühnennamen Fräulein Angelika Kleinknecht mit dem Humor Piet Klockes verbinden soll, blieb ebenso unklar. Sie bot zwei hörenswerte Saxofonsoli dar, sang ein hübsches Lied und schwieg ansonsten – bis auf fünf Minuten nach der Pause, als sie in Klockes Kostüm, einem wild karierten Anzug mit rot gepunkteter Krawatte, den Komiker parodierte.

Aber weswegen erhob sie danach nicht wieder ihre Stimme? Zwischendurch verteilte sie stattdessen unerwartet Flyer gegen den Verzehr von Schnabeltieren oder für die Windenergie. Klocke dozierte derweil über das Internet, Matratzengeschäfte oder die Evolution – und manchmal war das witzig. Manchmal. Immer dann, wenn es tatsächlich um ein Thema ging und wenn am Ende eine überraschende Pointe lauerte. Generell war die Absicht des Duos wohl, mit Absurdität und absichtlicher Pointenlosigkeit zu amüsieren. Aber spätestens bei jeder der (viel zu vielen) Gelegenheiten, bei der Piet Klocke seinem kleinen Keyboard jene elektronischen Rhythmen entlockte, die schon in den frühen 90er-Jahren unbestritten unterhalb jeder Geschmacksgrenze angesiedelt waren, verpufft jeder Hauch von künstlerischem Anspruch.

Beide Komiker wirken ebenso sympathisch wie charismatisch, aber dieses Programm will einfach nicht recht funktionieren. Dennoch lachen viele der Zuschauer herzlich – aber Piet Klocke stellte selbst fest: „So sind halt die Menschen unterschiedlich.”

Wiebke Tomescheit



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