Neujährchen am Wasserbahnhof

Die Ruhr River Jazzband spielt am Neujahrstag wieder am Mülheimer Wasserbahnhof auf.
Die Ruhr River Jazzband spielt am Neujahrstag wieder am Mülheimer Wasserbahnhof auf.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die WAZ-Redaktion Mülheim freut sich Neujahr auf Musik und nette Menschen, die das Jahr 2015 mit einer guten Tat beginnen wollen.

Mülheim..  Mit Musik und einer guten Tat für die „Jolanthe“-Aktion ins neue Jahr – und mit etwas Glück gibt es auch noch was Schönes zu gewinnen: Besser kann 2015 gar nicht anfangen, meint Ihre WAZ-Redaktion und hofft darauf, wieder viele Mülheimerinnen und Mülheimer am Neujahrsmorgen am Franky’s am Wasserbahnhof auf der Schleuseninsel zu treffen. Dort steigt wie jedes Jahr ab 12 Uhr das launige „Neujährchen“ mit flotter Jazz-Musik von der Ruhr River Jazz-Band, mit leckerer Erbsensuppe im Glas aus der Küche des Franky’s und natürlich mit warmen und kalten Getränken.

Der Losverkauf – Einsatz pro Los: 1 Euro – lockt mit tollen Preisen. Zu gewinnen sind etwa ein Abend für zwei im GOP Varieté Theater in Essen (inklusive Menü); die Sparkasse Mülheim hat drei Sparbücher mit 250, 150 und 100 Euro Guthaben gestiftet. Außerdem sind Kinoabende, Bücher und vieles mehr in der Verlosung. Zudem wird es eine amerikanische Versteigerung eines großen Korbes mit vielen Überraschungen geben.

Am Neujahrsmorgen startet traditionell das neue „Jolanthe“-Jahr: In jedem Jahr sammeln und spenden die Mülheimer Bürger dabei für einen guten Zweck. Im kommenden Jahr soll das Geld den Mülheimer Familienhebammen zufließen. Alle Einnahmen am 1. Januar, darunter der Losverkauf und das Ergebnis aus der amerikanischen Versteigerung fließen wieder auf das „Jolanthe“-Konto.

Familienhebammen gibt es in Mülheim seit 2012. Sie bieten an der Wallstraße in der Stadtmitte Beratungsgespräche, Untersuchungen an Schwangeren und Babys sowie Geburtsvorbereitungskurse an. Die Hebammen gehen natürlich auch direkt in die Familien und haben in den letzten Jahren ein umfangreiches Netzwerk aufgebaut, das von Beratungsstellen über Arztpraxen, Behörden und Krankenhäusern reicht. Sie wollen früh genug Kontakt zu den werdenden Müttern und den Familien bekommen, um in unsicheren Familien dafür sorgen zu können, dass der Start ins Leben für das Baby und seine Eltern ein guter ist.

Ein neugeborenes Kind stellt das gewohnte Leben überall komplett um – und das Team um Jennifer Jaque-Rodney unterstützt vor allem junge Eltern, die keine Hilfe von der Familie haben. Sie helfen minderjährigen und unvorbereiteten Müttern, sozial isolierten und psychisch instabilen Frauen. Aber auch überforderten Männern, die plötzlich ihre Vaterrolle ausfüllen müssen, Frauen aus anderen Kulturen und auch Eltern, deren Babys besonderen medizinischen Bedarf haben. Elternsein kommt nicht immer von allein. „Was ich selbst nicht von meiner Mutter bekommen habe, kann ich auch an mein Kind nicht weitergeben“, formuliert Jennifer Jaque-Rodney das Problem, das vielen der von ihrem Team betreuten Familien zugrunde liegt.