Neues Tanztheater in Mülheim lotet Poesie der Räume aus

Barbara Cleff bei den Proben mit der Tanztheater-Gruppe im Ringlokschuppen. Rund 20 Teilnehmer sind beim neuen Projekt wieder dabei und fiebern der Premiere am Wochenende
Barbara Cleff bei den Proben mit der Tanztheater-Gruppe im Ringlokschuppen. Rund 20 Teilnehmer sind beim neuen Projekt wieder dabei und fiebern der Premiere am Wochenende
Foto: Idris Isic
Was wir bereits wissen
Ein neues Tanztheater mit Teilnehmern über 50 Jahre von Barbara Cleff. „Space 01“ hat Premiere im Ringlokschuppen.

Mülheim.. Die Frauen und Männer jenseits der 50 lassen sich gern mal auf die Sprünge helfen. Jedenfalls ist das beim Tanztheater 55+ des Ringlokschuppens so. „Wegen der großen Nachfrage“, sagt Sprecher Tobias Fritzsche, „bieten wir jetzt zwei Projekte an“. Nach der Premiere der Gruppe von Tanzpädagogin Nicole Schillinger und dem Stück „Teil von mir“ Anfang Mai geht an diesem Wochenende, Samstag, 16. Mai, 20 Uhr, und Sonntag, 17. Mai, 16 Uhr, das Ensemble von Choreografin Barbara Cleff mit „Space 01“ an den Start.

Es ist die Weiterentwicklung des Vorgänger-Tanztheaters „Magic Lines“, indem die Begrenzung der Räume ausgelotet wurde. In „Space 01“ arbeitet Barbara Cleff mit dem niederländischen Medienkünstler Han Halewijn zusammen. Ein Großteil der Tänzer und Darsteller von „Magic Lines“ verfolgen die gesetzten Spuren weiter . In „Space 01“ werden die magischen Linien nun weiter überschritten – alles in Interaktion mit Videos, Bildern und Musik, die Han Halewijn beisteuert.

Tanztheater, das mitten im Raum und zwischen dem Publikum spielt

20 Darsteller sind Teil einer professionellen Inszenierung, partizipieren am künstlerischen Prozess und haben sich mit dem Thema beschäftigt, erläutert Barbara Cleff das Konzept. Über die Verbindung von Mensch, der sich als ein Raumwesen definiere, was Stadt- und Naturräume umfasse, gehe es jetzt auch um virtuelle Räume. In diese globalen Netzwerke begebe sich der Mensch zunehmend mehr, gepaart mit dem Nomadenhaften, dem er sich anpasse müsse: „Das macht etwas mit den Menschen.“

Seit September proben die Darsteller und Tänzer für die Inszenierung mit wenig Text, dafür aber mit reichlich „Poesie der Räume“, wie das Tanztheater überschrieben ist. Die Zusammenarbeit mit Medienkünstler Han Halewijn habe sich angeboten, „um mit Bildern und Klängen den Zeitraumfaktor zu bearbeiten“. Die Kompositionen „verbinden Tanz und Raum auf ideale Weise“. Das wirkt sich auf das Format der Inszenierung aus. So gibt es kein Frontaltheater, weder Bühnenrampen noch Begrenzungen: Ein Tanztheater, das mitten im Raum und zwischen dem Publikum spielt.