Neue Leitlinie bei Schlaganfällen

18 deutsche Fachverbände haben neugefasste Leitlinien zur Therapie und Rückfallvermeidung bei Schlaganfällen herausgegeben. Dr. Philip Hilgard begrüßt dies. „Das bedeutet mehr Behandlungssicherheit für die Patienten“, sagte der Chefarzt der Inneren Medizin am Evangelischen Krankenhaus Mülheim. Unter Hilgards Leitung behandelten im vorigen Jahr sechs Neurologen aus der Klinik und einer Praxis, Therapeuten aus Physiotherapie, Logopädie und Ergotherapie und mehr als 20 Fachpfleger gut 400 Patienten mit Schlaganfall-Symptomen.

Wie das Fachteam weiß, geht die Diagnose Schlaganfall mit großen Befürchtungen bei Patienten und Angehörigen einher. „Sichere Diagnose, erprobte Therapieverfahren und therapeutische Pflege müssen da unter Berücksichtigung des Faktors Zeit Hand in Hand gehen“, sagte Hilgard.

Leitlinien haben keine bindende Wirkung, bündeln aber die neuesten Erkenntnisse auf medizinischen Feldern zu konkreten Empfehlungen für Ärzte. Besonderes Augenmerk legten die Fachleute auf Erkennung und Umgang mit versteckten Schlaganfällen (TIA), bei denen der Betroffene oft nur für Sekunden Ausfallerscheinungen hat. Jeder zweite Schlaganfallpatient am Evangelischen Krankenhaus kommt bereits mit der Verdachtsdiagnose einer solchen versteckten Attacke.