Neue Gullydeckel mit Klemmschutz sollen Unfälle verhindern

Den neuen Typ Gullydeckel haben Straßenarbeiter auch an der Einmündung B 1/B 223 in Saarn eingebaut.
Den neuen Typ Gullydeckel haben Straßenarbeiter auch an der Einmündung B 1/B 223 in Saarn eingebaut.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Abdeckplatten mit Längs- und Querstreben haben kleinere Lücken und bieten mehr Sicherheit für dünne Fahrradreifen und Kinderwagenräder.

Saarn/Stadtgebiet.. Einige Radfahrer haben böse Erfahrungen mit Gullydeckeln gemacht. Sie sind in den Rillen zwischen den Metallstäben mit Reifen und Felge steckengeblieben – und gestürzt. Inzwischen gibt es neue Deckel, die das vermeiden. Gerade hat das Tiefbauamt den neuen Typ Gullydeckel auf der Kölner Straße, zwischen Landsberger Straße und Straßburger Allee einbauen lassen. Das Längsgitter der Schachtabdeckung hat nun zusätzlich Querstreben, die das Einklemmen dünner Radreifen verhindern.

„Diese Deckel sind bei uns jetzt Standard. Die bauen wir in alle Ablaufrinnen am Fahrbahnrand ein“, erklärt Andreas Pape, Abteilungsleiter Straßenbau beim Tiefbauamt. Auf dem viel befahrenen Teilstück der Kölner Straße sind sie seit knapp einer Woche in Betrieb. „Liegen ältere Gullydeckel direkt an Überwegen, kann es dort Probleme mit Kinderwagen oder Rollatoren geben, weil die Gitter längs zur Gehrichtung und quer zur Fahrtrichtung liegen müssen“, beschreibt Andreas Pape. Bei den neuen Ablaufrosten seien die Lücken nun kleiner.

Mindestens 1,50 Meter Abstand zur Bordsteinkante halten

„Für Radfahrer sollten Gullydeckel in Rinnsteinen kein Problem sein. Denn sie sollten möglichst mit 1,50 Meter Abstand zur Bordsteinkante auf der Fahrbahn unterwegs sein“, erläutert Dorothea Kleine-Möllhoff. Die Mülheimer Sprecherin des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) sagt: Damit würden Autofahrer zu mehr Aufmerksamkeit angehalten. Führen die Radler zu nah oder sogar im Rinnstein, könnten Autolenker mit einem kleinen Ausweichmanöver vorbeiziehen und Radfahrer auch gefährlich schneiden.

„Genau das soll nicht passieren. Dort wo das rechte Rad eines Autos auf der Fahrbahn rollt, sollten auch Radfahrer auf der Straße unterwegs sein, damit Autofahrer den korrekten Sicherheitsabstand einhalten“, sagt Dorothea Kleine-Möllhoff. Führen Radler mit richtigem Abstand, kämen sie mit Gullydeckeln gar nicht erst in Berührung.

Gullydeckel vermeiden

Ähnlich sieht es Helmut Voß vom Amt für Verkehrswesen und Tiefbau. „Wo Radwege auf Straßen münden, haben wir immer schon versucht Gullydeckel zu vermeiden. Die neuen Abdeckungen der Einlaufschächte sind schon besser. Darum bauen wir sie jetzt ein.“ Rennradfahrer müssten ohnehin die Autofahrspur benutzen. In Ausnahmefällen gäbe es Stellen, da müsse ein Gullydeckel mitten auf einem Radweg sein. Kinderwagen und Rollatoren haben in den meisten Ausführungen heute breite Reifen. Daher bleiben Mütter oder Senioren damit kaum noch in Rillen hängen.