Neue Fahrschulen drängen auf den Markt

In Mülheim haben im vergangenen Jahr insgesamt 2122 Personen neu den Autoführerschein erhalten, darunter 657 Jugendliche ab 17, die zunächst nur begleitet fahren dürfen. Zum Vergleich: 2014 bekamen 2049 Fahranfänger den Schein, davon waren 672 erst 17 Jahre jung.

„Der Trend zum Führerscheinerwerb ist ungebrochen“, meint auch Reinhard Kleibrink, Leiter des Bürgeramtes. Was indes immer häufiger vorkommt, sind Eignungsüberprüfungen aus gesundheitlichen Gründe, die beispielsweise erforderlich werden, wenn ein älterer Mensch einen Schlaganfall erlitten hat. Sie bestehen aus einem ärztlichen Gutachten, dem bei Bedarf noch eine Fahrprobe folgt. 2015 wurden in Mülheim 71 Eignungsüberprüfungen für Autofahrer amtlich angeordnet, in den ersten neun Monaten des Jahres 2016 waren es bereits 93.

Zur Zeit bieten im Stadtgebiet 19 Fahrschulen ihre Dienste an, einige betreiben mehrere Zweigstellen. „Immer mehr versuchen mit plakativen Preisangeboten neu auf den Markt zu kommen“, sagt Helmut Aretz, der selber seit 35 Jahren im Geschäft ist und den Fahrlehrerverband Nordrhein als Kreisobmann vertritt.

Auch er macht die Erfahrung, dass der Führerschein von Jugendlichen „nicht mehr so wichtig genommen wird wie in früheren Jahrzehnten, zumal sie auch mit der Schule schwer beschäftigt sind“. So kommt der Nachwuchs tendenziell später in die Fahrschule und lässt sich auch mehr Zeit.