Netzwerke können gute Verbindungen schaffen

Mülheim ist eine bewegte Stadt. Das gilt in mehrfacher Hinsicht. Vor zwei Tagen überzeugten sich die Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration Aydan Özoğuz und NRW-Interagtionsminister Guntram Schneider davon, welchen Weg Mülheim in Sachen Integration geht. Auch hier kristallisierte sich ein weiteres Mal heraus, worin die Stadt besonders stark ist: dem Zusammenspiel verschiedener Akteure, neudeutsch Netzwerkarbeit genannt. Der Integrationsminister lobte ausdrücklich, dass Migrantenorganisationen in Mülheim wie selbstverständlich zu diesem Netzwerk gehören. Nur ein Beispiel von vielen, die zeigen, dass bürgerschaftliches Engagement in Mülheim keine leere Phrase ist.


Auch Dirk Jungbluth, der Visionär, der einen Lernort für Schüler schaffen will, wird auf Netzwerke setzen müssen. Denn sein Vorhaben, ein Haus für diejenigen Schüler zu schaffen, die nicht benachteiligt, sondern im Gegenteil leistungsbereit sind, aber trotzdem – wie alle junge Menschen – Begleitung brauchen auf dem Weg in die Zukunft, wird Geld kosten. So wichtig und richtig solch ein Lernort, der aus Personen Persönlichkeiten macht, auch ist, so schwierig ist seine Finanzierung. Wünschenswert wäre, dass sich auch hier ein Netzwerk bildet, um junge Leute zu fördern.


Deutlich besser könnte wohl die Netzwerkarbeit bei der Verkehrsgesellschaft Via laufen. Die Kooperation der Verkehrsbetriebe von Mülheim, Essen und Duisburg ist nun sogar so übel aufgefallen, dass sich die Regierungspräsidentin eingeschaltet hat. Die Zusammenarbeit bringe nicht einmal annähernd das, was möglich wäre, schimpfte Anne Lütkes, es sei „nicht vertretbar, offensichtlich vorhandene Konsolidierungspotenziale nicht auszuschöpfen“ – autsch! Über den Tellerrand zu blicken, könnte den drei beteiligten Kommunen vermutlich auf die Sprünge helfen. Die Bogestra, die Bochum und Gelsenkirchen verbindet, läuft schließlich rund.