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Netzwerk gegen Fluglärm holt zum Gegenschlag aus

15.10.2009 | 11:20 Uhr
Netzwerk gegen Fluglärm holt zum Gegenschlag aus

Mülheim. Mit der Flugzeiten-Aufstockung setzten sich Land und Flughafen Düsseldorf gleich über mehrere Experten-Meinungen hinweg. Jetzt holt das Netzwerk Mülheimer Bürger gegen Fluglärm zum Gegenschlag aus - und wendet sich an die Europäische Agentur für Flugsicherheit.

Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Kurz nachdem das Land und der Düsseldorfer Flughafen angekündigt hatten, den Betrieb von 40 auf 43 Starts und Landungen pro Bahn und Stunde zu erhöhen, holte das Netzwerk Mülheimer Bürger gegen Fluglärm zum Gegenschlag aus. Mit dieser Entscheidung werde der Angerlandvergleich, den der Flughafen mit anliegenden Kommunen geschlossen habe, um den Lärmpegel zu kontrollieren, ad absurdum geführt, so das Netzwerk, das die nächsten Schritte bereits vorbereitet.

So werde man sich jetzt an die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) und das Luftfahrtbundesamt (LBA) wenden, sagte der Netzwerk-Sprecher Waldemar Nowak gestern im Gespräch mit der NRZ.

Der Grund: „Wir möchten einfach die Frage klären, wie sich das Land NRW und Flughafen über drei Gutachter hinwegsetzen können, die pro Bahn und Stunde 37 Starts und Landungen als absolute Höchstgrenze einschätzen.” Im Jahr 2005 habe die Landesregierung selbst diese drei Experten beauftragt, die Kapazitätsgrenzen für eine Start-/Landebahn zu ermitteln.

Größerer Lärmpegel

Von den drei Gutachten wisse er nichts, sagt dagegen Stephan Heuschen, Sprecher des zuständigen NRW-Bau- und Verkehrsministeriums. Die Enstscheidung, die Starts und Landungen auf 43 zu erhöhen, entspräche jedenfalls dem Takt, den man auch schon erprobt habe, so Heuschen weiter. Dem entgegnet Waldemar Nowak allerdings, dass der Flughafen während der Erprobungsphase lediglich auf 40 Starts und Landungen pro Stunde gekommen sei.

Eine 43-Stunden-Taktung sei so überhaupt noch nicht getestet worden, sagt der Netzwerk-Sprecher, der sowohl eine Ausweitung des Nachtflugbetriebs als auch einen größeren Lärmpegel für Mülheimer Stadtteile, darunter insbesondere Speldorf und Mintard, prophezeiht. Der 43-Stunden-Takt gelte ja nur in der Hauptsaison, von März bis Oktober also, „vielleicht hat das Netzwerk ja auch außerhalb dieser Monate gemessen”, widerspricht Heuschen. In den übrigen Monaten werde die Stundenzahl wieder gesenkt.

Im übrigen habe die Deutsche Flugsicherung für die Aufstockung Grünes Licht gegeben. Ob sich die Flugsicherung auch über möglichen stärkeren Fluglärm sorglos geäußert hat, konnte der Ministeriumssprecher dagegen nicht sagen: „Es ging maßgeblich um die Kapazitäten. Damit sich das am Boden nicht so knubbelt und sich manche Maschinen verspäten. Und das war unproblematisch.”

Philipp Ortmann

Kommentare
25.11.2009
23:30
Netzwerk gegen Fluglärm holt zum Gegenschlag aus
von wolla | #5

Dieses Netzwerk der Mülheimer Aufrechten sollte lieber versuchen den Ausbau bzw. die Kapazitätserhöhung der Flughafens Essen/Mülheim zu verhindern....
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2009-10-15 11:20
Mülheim