Närrischer Nahverkehr

Während man im Rathaus den Umstieg von der Bahn auf den Bus diskutiert, wird uns im Medienhaus die schöne neue Welt der Straßenbahn präsentiert. Ein Schelm, der böses dabei denkt und zur fünften Jahreszeit Narren am Werke sieht. Denn Narren führen anders, als Politiker keine Systemdiskussion. Das Nahverkehrsmittel ihrer Wahl ist und bleibt der Rosenmontagszug. Und der kommt pünktlicher als so manches reguläre Nahverkehrsmittel, nämlich immer wieder Rosenmontags ab 14 Uhr und dann gleich durch die ganze Innenstadt. Und die, die nicht im Rosenmontagszug mitfahren können, sondern am Straßenrand stehen müssen, werden dafür mit Kamelle und Co belohnt, ohne etwas bezahlen zu müssen. Solche Narrenfreiheit wünschen sich so manche Fahrgäste im öffentlichen Personennahverkehr auch, wenn sie, trotz regelmäßiger Fahrpreiserhöhungen, länger an der Haltestelle stehen und sich närrisch ärgern, weil Bus oder Bahn mal wieder nicht pünktlich sind. Man muss kein Narr sein, um sich vorstellen zu können, dass wir in alten und neuen Bussen oder Bahnen schneller gemeinsam ans Ziel kommen und dabei Straßenbau- und Umweltkosten sparen würden, wenn sich der Umstieg auf Busse und Bahnen für mehr Autofahrer lohnen würde.