Nach Unglück in Mülheim mahnen Meteorologen bei Gewittern Vorsicht an
05.09.2011 | 19:19 Uhr 2011-09-05T19:19:10+0200
Mülheim. Nach dem tödlichen Blitzschlag in Mülheim mahnen Meteorologen mehr Gefahrenbewusstsein bei Gewittern an. Die einfache Regel, sich bei Blitz und Donner nicht bei Bäumen unterzustellen, würden viele Menschen nicht mehr befolgen.
Nach dem tödlichen Blitzschlag in Mülheim mahnen Meteorologen mehr Gefahrenbewusstsein bei Gewittern an. „Die Menschen sollten einem Gewitter mit viel Respekt begegnen“, sagte am Montag Wolfgang Reiff.
Ein verhängnisvoller Fehler
Reiff ist Meteorologe beim Wetteramt in Essen-Schuir. Dass es mehr Gewitter gibt als früher, kann er nicht bestätigen, wohl aber, dass sich das Freizeitverhalten der Menschen zunehmend nach draußen verlagere. Eine eigentlich positive Entwicklung. Bei extremen Witterungsbedingungen könne sie jedoch zur Gefahr werden.
Reiff warnt davor, Schutz unter Bäumen zu suchen oder zu glauben, ein hoher Metallmast leite einen Blitz ab. Vermutlich hatte sich genau dieser Glaube in Mülheim als trügerisch erwiesen – ein verhängnisvoller Fehler. „Wenn der Blitz in den Baum oder in einen Mast einschlägt, bekommt man die hohe elektrische Spannung im Umfeld auf jeden Fall zu spüren“, erklärt Reiff.
So klein wie möglich machen
Die entscheidende Regel bei Gewitter im Freien sei, sich so klein wie möglich zu machen und dem Blitz kaum Angriffsfläche zu geben. „Selbst die Metallspitze eines Regenschirms kann bei Gewitter gefährlich werden.“ Als bester Schutz gelte das Auto.
Der Blitzschlag, der am Sonntag Mittag zwei Menschen am Wasserbahnhof traf , war für die Frau aus Eppinghofen, Jahrgang 1966, tödlich. Sie erlag am Montagmorgen ihren schweren Verletzungen. Der Mann, Jahrgang 1960, der ebenfalls aus Eppinghofen stammt und mit ihr unter einem großen Baum am Wasserbahnhof Schutz vor dem Gewitter gesucht hatte, liegt noch im Evangelischen Krankenhaus in Mülheim. Das Krankenhaus lehnt jede Stellungnahme zu seinem Gesundheitszustand ab und beruft sich auf die ärztliche Schweigepflicht.
Unglück sorgte für großes Entsetzen
Das Unglück hatte am Sonntag rund um den Wasserbahnhof für großes Entsetzen gesorgt. Auch am Montag war dort der Blitzschlag mit einem nachfolgenden Donner, der wie eine Explosion gewirkt haben soll, das Gesprächsthema.
„Eine Heldin ist für uns Melanie Paul, eine Krankenschwester, die sich umgehend um das Opfer gekümmert hatte und immer wieder Herzmassage machte“, sagte Tobias Volkmann, Gastronom am Wasserbahnhof. Die Krankenschwester kam am Montag tief bewegt noch einmal zum Unglücksort, „um über das schreckliche Ereignis zu reden“.

18:38
Ein tragisches Unglück!
Jeder weiß, dass an sich bei Gewitter nicht unter einen Baum stellt. Dennoch kann einen kurzfristige Panik dazu verleiten.
Ich möchte hier nicht urteilen.
Mein Respekt gilt allen, die versucht haben zu helfen! Insbesondere der Krankenschwester!
Das erlebte muss für alle sehr schrecklich gewesen sein.
06:12
Sich bei Gewitter auf gar keinen Fall Schutz unter Bäumen zu suchen, sollte schon den Kindern beigebracht werden.
Übrigen, der Mann hat die Klinik bereits verlassen.