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Darmkrebsmonat März

Mut machen

05.03.2009 | 19:10 Uhr

Ehrenamtliche besuchen Betroffene am Krankenbett. Erfahrungsaustausch und Öffentlichkeitsarbeit sind wichtige Aspekte. Die Selbsthilfegruppe will zum Besuch der Vorsorgeuntersuchung anregen

Wenn es am kommenden Samstag, 7. März, beim „Treff um 11” im Evangelischen Krankenhaus um moderne Diagnostik und Therapie von Darmkrebs geht, werden auch Brigitte Walder und ihre Mitstreiter von der „Selbsthilfevereinigung für Stomaträger und Menschen mit Darmkrebs” dabei sein.

Die Selbsthilfegruppe ist auch Kooperationspartner des neu gegründeten Mülheimer Darmkrebszentrums. Sie werden ihre Infobroschüren dabei haben und sich als Ansprechpartner zur Verfügung bereit halten – wie sie das im ganzen Jahr tun und nicht nur im „Darmkrebsmonat März”. Für Betroffene, die den Kontakt zu anderen Betroffenen suchen, weil es Dinge gibt, die man vielleicht nicht so ausführlich mit dem Arzt besprechen kann oder möchte. Vor allem, wenn die Behandlung bei Darmkrebs ein Stoma, einen künstlichen Darmausgang, erforderlich macht, kommen viele Fragen, weiß Brigitte Walder, die sich als junge Frau selbst vor 27 Jahren dem Eingriff unterziehen musste. „Viele haben ja Ängste, ob andere etwas merken könnten,” weiß Brigitte Walder aus unzähligen Gesprächen. Kann man noch schwimmen? Sport treiben? Kinder bekommen? „Alles kann man,” sagt Walder. „Gewichtheben vielleicht nicht.”

Aber ins Wasser gehen: selbstverständlich. Walder erklärt den Patienten auch, dass mögliche Gerüche bis zu 24 Stunden gebunden werden durch die Filter in den modernen Hilfsmitteln. Oft beantwortet sie solche Fragen schon gleich am Krankenbett. Denn die Besuche der Ehrenamtlichen bei Darmkrebspatienten – wenn diese das wünschen – im Ev. Krankenhaus und im St. Marien-Hospital, gehören zu den wichtigsten Aufgaben der Selbsthilfegruppe. „Wir wollen Mut machen, die Krankheit anzunehmen und zeigen: Wir leben auch – und gut – damit,” betont Walder.

Der Erfahrungsaustausch untereinander ist so wichtig wie die Öffentlichkeitsarbeit. Hier liegt der Selbsthilfegruppe vor allem die Prävention am Herzen. „Wir sprechen die Leute an, zur Vorsorge zu gehen,” sagt Walder. Beim Tag der älteren Generation, bei der Gesundheitswoche waren die Ehrenamtler präsent. Selbst auf dem Adventsmarkt bot die Selbsthilfegruppe weihnachtliche Kalender und Plätzchen an – und die eigenen Flyer. Früherkennung ist nämlich ein Thema, dem man sich widmen sollte, bevor es zu spät ist.

Selbsthilfevereinigung für Stomaträger und Menschen mit Darmkrebs, Ilco e.V, Kontakt: 47 27 77, Treff: jeden 3. Mittwoch, 18 Uhr, Bildungszentrum, St. Marien-Hospita. (Nächster Treff: am 18. März).

Bettina KUTZNER

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