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"Musik erhält uns aufrecht"

04.06.2007 | 12:02 Uhr

INTERVIEW. Am 14. Juni gastiert Paul Kuhn mit den Swing-Legenden Max Greger und Hugo Strasser auf der Freilichtbühne an der Dimbeck. Jetzt stellte er sich den Fragen der NRZ.

Wiederhören macht Freude, wenn der Mann am Klavier, Paul Kuhn, am 14. Juni um 20 Uhr zusammen mit der SWR-Bigband und den Swing-Legenden Max Greger und Hugo Strasser in der Freilichtbühne an der Dimbeck losjazzt (Die Konzertenkarten gibt es übrigens im NRZ-Ticketshop an der Eppinghofer Straße 1 oder bei der MST an der Schloßstraße 11 für 28 Euro).Der 79-jährige Musiker, der heute in der Schweiz lebt, gastierte bereits 2001 auf der damals ausverkauften Freilichtbühne. Vor seinem zweiten Freilichtbühnenkonzert, nach dem er sich zusammen mit Strasser und Greger ins Goldene Buch der Stadt eintragen wird, stellte sich Kuhn den Fragen der NRZ.Wie kam es eigentlich zu den Swing-Legenden?

Kuhn: Die Idee dazu hatte der beim Südwestfunk für die Bigband zuständige Mitarbeiter Ulrich de Vler. Und nach den ersten erfolgreichen Konzerten im Stuttgarter Raum entschlossen wir uns dann, auch außerhalb des SWR-Sendegebietes gemeinsam aufzutreten und wir haben bisher immer in ausverkauften Häusern und vor begeistertem Publikum gespielt.

Hat der Swing bei der Jugend noch eine Chance?

Kuhn: Der Swing ist zwar nicht die Musik der jungen Leute. Aber wenn sie ihn dann doch mal live erleben und sehen, wie da Leute auf der Bühne stehen und noch selbst Musik machen und improvisieren, finden sie schon toll, was da passiert und sind begeistert, weil sie merken, dass das etwas ganz anderes ist, als wenn in der Disco eine CD eingelegt wird.

Und was bedeutet der Swing für Sie selbst?

Kuhn: Für meine Generation und mich ist das die Musik, mit der wir groß geworden sind. Swing spiele und höre ich mit Leib und Seele. Ein Leben ohne Swing wäre für mich gar nicht vorstellbar.

Welche Erinnerung haben Sie an Ihren Freilichtbühnen-Auftritt 2001?

Kuhn: Ich erinnere mich, dass die Freilichtbühne wie ein Hörsaal aufgebaut ist und das es damals ein riesiger Erfolg war. Ich habe sogar ein eigenes Stück für den Auftritt komponiert. Doch die Noten sind im Archiv verschwunden. Sonst würde ich es noch einmal dort spielen. Neben Konzertsälen habe ich mit den Swinglegenden auch in anderen Freilichtbühnen gespielt, etwa bei Koblenz und im Schwarzwald.

Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?

Kuhn: Ich spiele ja nicht nur mit den Swinglegenden, sondern auch mit meinem eigenen Jazztrio. Wir machen etwa 60 bis 70 Konzerte pro Jahr. Musik ist einfach immer wieder ein Erlebnis und das, was uns aufrecht erhält. Wenn man richtig Musik macht, macht man es sein Leben lang. Kürzlich habe ich mit meinem Kollegen Sven Asmussen (91) in einem Jazz-Club in Bern gespielt. Ein Musiker hört erst auf, wenn der liebe Gott sagt: Jetzt ist Schluss.

Die Fragen stellte:

THOMAS EMONS

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