Müll! Stadt Mülheim verweigert Visitenkarten-Werbung an Autos

Nicht nur Gebrauchtwagenhändler werben gerne mit den kunststoffbeschichteten Kärtchen.
Nicht nur Gebrauchtwagenhändler werben gerne mit den kunststoffbeschichteten Kärtchen.
Foto: TA
Was wir bereits wissen
Autoankauf-Angebote auf Visitenkarten sind für die Stadt Mülheim ein großes Ärgernis. Genehmigt jedenfalls sind die Werbeaktionen nicht. Nur, was hilft das?

Mülheim-Stadtgebiet.. Autobesitzer und Umweltschützer können sie meist nicht leiden, die kleinen laminierten Visitenkarten der Gebrauchtwagenhändler. Leider entsorgen viele die bunten Kärtchen genervt auf der Straße statt im Abfalleimer, und vermüllen somit Wohngebiete und Parkplätze.

Als die Autorin kürzlich einen „Drücker“ beobachten konnte (ein äußerst seltener Zufall, da die Personen gerne im Dunkeln oder zu Tagesrandzeiten ihrem Geschäft nachgehen), wies sie ihn darauf hin, dass es verboten sei, Visitenkarten an Autos anzubringen. Der Mann klemmte, einem Taschenspieler gleich, die Kärtchen im Vorbeigehen an die Autoscheiben und entgegnete prompt: „Ich habe eine Genehmigung!“.

"Wir wollen nicht, dass die Stadt zugemüllt wird"

Das bestreitet Volker Wiebels. „Die Stadt Mülheim erteilt dafür grundsätzlich keine Sondernutzungsgenehmigungen“, so der Pressesprecher der Stadt Mülheim. „Wir wollen nicht, dass die Stadt zugemüllt wird“, fügt er hinzu. Das sei wie eine Seuche, die in verschiedenen Stadtgebieten auftauche und dann wieder verschwinde. Vergleichbar mit illegal aufgestellten Kleidersammelcontainern. Die Leute seien meist so abgezockt, dass die Stadt nicht an sie herankomme. In der Regel stünde ja nur eine Handynummer auf der Karte. Wenn man diese anrufe, melde sich eine Person, ohne seinen Namen zu nennen. Aktuell leite die Stadt allerdings gerade ein Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen einen Autohändler ein. „Leider geht das in der Regel, wie das Hornberger Schießen, ergebnislos aus“, bedauert Wiebels.

Das Anbringen von Visitenkarten an Autos sei keine Straftat, sondern eine Ordnungswidrigkeit und werde mit bis zu 1000 Euro Verwarngeld und ggf. der zusätzlichen Berechnung der Sondernutzungsgebühr bestraft, erklärt Wiebels. Auch halte man die Werbung der Autoverkäufer für nicht erforderlich. Wer sein Auto verkaufen wolle, könne auch auf anderem Wege aktiv werden. Der Stadt sei das Thema ein Dorn im Auge. Sie bleibe am Thema dran und gehe jedem Hinweis aus der Bürgerschaft nach.