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Luxus-Hotel

Mülheims kleines Luxus-Hotel - Der Preis der Exklusivität

05.01.2012 | 12:21 Uhr
Ein Blick in eine Suite des Hotels. Am 10. Januar geht es los.Foto: Tom Thöne

Mülheim.   An der Dohne in Mülheim, in einer Jugendstilvilla von 1898 und unmittelbar am Ruhrufer, ist eines der kleinsten Fünf-Sterne-Hotels Deutschlands entstanden. Vier Jahre hat es gedauert und insgesamt 4,5 Millionen Euro gekostet, die weiße Villa in ein Fünf-Sterne-Haus zu verwandeln.

Der Boden, das Holz, das Bad - es ist alles vom Feinsten in der Jugendstilvilla an der Dohne 105 . So sollte es sein, wenn man als Fünf-Sterne-Hotel gelten will. Immer wieder ist Susanne Schmitz-Abshagen deshalb den Kriterienkatalog für die Luxus-Kategorie durchgegangen, um den Standard zu erfüllen.

Eine Liste von mehr als 20 Seiten, in der akribisch aufgelistet ist, was Luxus verlangt. Schließlich muss der Preis von 595 Euro pro Suite und ab 275 Euro pro Zimmer auch gerechtfertigt sein. Vom Kosmetikspiegel über die Pantoffeln bis zum 24-Stunden-Zimmerservice. Und das sind noch die, nun ja, geläufigeren Wünsche.

Aus dieser Akribie ist jetzt an der Dohne, in einer Jugendstilvilla von 1898 und unmittelbar am Ruhrufer, eines der kleinsten Fünf-Sterne-Hotels Deutschlands entstanden. Die „Villa am Ruhrufer Golf & Spa“ will ab der kommenden Woche so eine Nische besetzen, in der laut Ruhrtourismus bisher allein das Schloss Hugenpoet in Kettwig das Monopol belegte. Ansonsten gebe es in der Ruhrregion keine Luxus-Hotels. Der Hauptgrund sei, „dass der 5-Sterne-Markt der Metropole Ruhr komplett über Düsseldorf abgedeckt wird“, erklärt Ruhrtourismus-Geschäftsführer Axel Biermann.

Viele Menschen möchten Individualität

Das edle Hotel dürfte das kleinste 5-Sterne-Hotel in der Umgebung von Mülheim sein. Foto: Tom Thöne / WAZ FotoPool

Düsseldorf hin oder her: Ab dem 10. Januar geht das Hotel an den Start. Vier Jahre hat es gedauert und insgesamt 4,5 Millionen Euro gekostet, um die weiße Villa an der Ruhr in ein Fünf-Sterne-Haus zu verwandeln. Bei dem man sich fragt, wer die gepfefferten Preise zahlen möchte.

Doch glaubt man Susanne Schmitz-Abshagen, wird man keine besonderen Probleme haben, um die insgesamt zwölf Zimmer – sechs Suiten und sechs Räume -- zu belegen. Die gut betuchte Gesellschaft sei neugierig. Zudem sei die Nähe zu Köln, Essen und Düsseldorf ein Pfund, mit dem man wuchern könne. „Dazu kommt die Ruhraue.“ Allerdings geht die Chefin nicht davon aus, dass der Großteil der Gäste den Weg an die Ruhr findet, um sich zu erholen.

„Wir rechnen mit rund 70 Prozent Geschäftsreisenden“, prognostiziert Schmitz-Abshagen. Die restlichen 30 Prozent verteilt sie auf Golf- und Wellnessurlauber. Und verrät, dass viele Gäste, die sich in solchen Preissegmenten tummeln, „nicht mehr in große Hotels wollen“. Stattdessen verlange „man heute lieber mehr Individualität“, erklärt die Hotelchefin.

Dehoga-Prüfungsteht noch aus

Und die schafft man eben auch mit Exklusivität. Deshalb haben sich die Hoteleigner Susanne Schmitz-Abshagen und ihr Mann Ralf Hermann Schmitz auch für den illustren wie elitären Club der „Small Luxury Hotels of the World“ (SLH) beworben, jenem Kreis der kleinen, aber äußerst feinen und extrem teuren Luxus-Hotels auf der Welt.

Mülheims kleines Luxus-Hotel

„Als Einzelkämpfer hat man in diesem Segment keine Chance.“ Was soll man sagen -- sie sind aufgenommen worden. Eine Prüfkommission hat das Haus in Mülheim an der Ruhr der Aufnahme für würdig befunden. Eine entsprechende Tafel hängt eingerahmt und gut sichtbar in der Lobby.

Über die Kosten, die diese exklusive Mitgliedschaft mit sich bringt, schweigt sich die Hoteleignerin dann doch lieber aus. „Kein Kommentar“, sagt Susanne Schmitz-Abshagen nur kurz, während sie im Restaurant-Bereich sitzt und durch die Glasscheibe auf den Swimmingpool blickt. Der Preis allein sei ja nicht entscheidend: „Alle sechs Monate gibt es aber einen Mystery-Check.“ Verdeckte 5-Sterne-Ermittlungen sozusagen, in denen die SLH-Kommission testet, ob die“Villa am Ruhrufer Golf & Spa“ die Standards auch einhält.

Die eine Prüfung ist überstanden, eine andere steht noch aus. Sie klingt zwar weniger spektakulär, entscheidet aber letztendlich darüber, ob sich die Jugendstilvilla an der Dohne auch tatsächlich Fünf-Sterne-Hotel nennen darf: Die Dehoga-Prüfung. Und wenn sich der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) ankündigt, dann müssen auch die Probleme mit Briefpapier, Garderobenhaken und Schuhanzieher behoben sein.

Philipp Ortmann



Kommentare
06.01.2012
10:24
Mülheims kleines Luxus-Hotel - Bald auch mit Bootsrennen auf der Ruhr
von schweinchen_schlau | #4

...und wer von den illustren Gästen schon jetzt wissen will, wie er denn standesgemäß vom 5-Sterne Hotel zu Schmitzens Golfclub am Raffelberg gebracht wird und vielleicht noch mit einem Shopping-Stop-Over am "Hafenbecken und Wasserwander-Rastplatz" Ruhrbanania, dem sei der große SRS Enterprise Group-Imagefilm auf der Schmitz-Website empfohlen.

Mit dem "Venetian-Water-Taxi", zu deutsch: Venezianischen Wassertaxi, voll Speed über Ruhr und Rhein. Am Steuer Käpt´n Schmitz himself - Ahoi !

Ob damit unsere ruhebedürftigen Ruhranlieger, Spaziergänger, Naherholungssuchenden und Angler zurechtkommen, dass bald Speedboote übers Ruhrwasser flitzen ??

05.01.2012
16:42
Mülheims kleines Luxus-Hotel - Der Preis der Exklusivität
von HaPeS | #3

Neben dem Hugenpoet hat auch das Sheraton in Essen 5 Sterne - in beiden Häusern kosten die Suiten im übrigen kaum mehr als an der Dohne die "einfachen" Zimmer.
Aber das kann der Ruhrtourismus-Geschäftsführer Axel Biermann natürlich nicht wissen, was den Verdacht nahe legt, dass er seinen Job nicht aufgrund seiner Kompetenz bekommen hat, sondern via Connection, Parteibuch oder ähnlichen Qualifikationen, die wichtig, ja unentbehrlich für Leitungspositionen in allem sind, was mit "Ruhr..." anfängt und sowohl gut dotiert, als auch hochgradig vom Steuerzahler alimentiert ist

05.01.2012
16:40
Mülheims kleines Luxus-Hotel - Der Preis der Exklusivität
von HaPeS | #2

Neben dem Hugenpoet hat auch das Sheraton in Essen 5 Sterne - in beiden Häusern kosten die Suiten im übrigen kaum mehr als an der Dohne die "einfachen" Zimmer.
Aber das kann der Ruhrtourismus-Geschäftsführer Axel Biermann natürlich nicht wissen, was den Verdacht nahe legt, dass er seinen Job nicht aufgrund seiner Kompetenz bekommen hat, sondern via Connection, Parteibuch oder ähnlichen Qualifikationen, die wichtig, ja unentbehrlich für Leitungspositionen in allem sind, was mit "Ruhr..." anfängt und sowohl gut dotiert, als auch hochgradig vom Steuerzahler alimentiert ist

05.01.2012
12:38
Der Preis der Exklusivität
von dirk7603 | #1

Liebe WAZ. Was hat ihnen die Familie Schmitz-Abshagen für diese Werbung bezahlt? Dies ist nun schon der zweite Artikel über dieses neue tolle Luxus-Hotel.

Nebenbei ist die DEHOGA Prüfung für die Klassifizierung ein Witz. Jede bessere Jugendherberge kann 4 Sterne bekommen, da ist der 5 Stern auch nix besonderes.

Naja, aber wie es im Artikel schon steht, muss man ja die aufgerufenen Preise irgendwie rechtfertigen.

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