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Verkehrsunfälle

Mülheims gefährlichste Kreuzungen

20.12.2011 | 15:49 Uhr
In Mülheim registrierte die Polizei im Jahr 2010 exakt 6.031 Unfälle – 5,5 Prozent mehr als 2009. Die Zahl der Unfall-Opfer stieg zeitgleich um 11,5 Prozent auf 590 (die Unfallstatistik 2011 liegt noch nicht vor). Bei dem hier gezeigten Unfall am 15. Januar 2012 wurde ein Feuerwehrmann verletzt: Das Löschfahrzeug war im Einsatz ...
In Mülheim registrierte die Polizei im Jahr 2010 exakt 6.031 Unfälle – 5,5 Prozent mehr als 2009. Die Zahl der Unfall-Opfer stieg zeitgleich um 11,5 Prozent auf 590 (die Unfallstatistik 2011 liegt noch nicht vor). Bei dem hier gezeigten Unfall am 15. Januar 2012 wurde ein Feuerwehrmann verletzt: Das Löschfahrzeug war im Einsatz ...Foto: Katja Marquard

Mülheim  2011 kamen auf Mülheims Straßen drei Radfahrer ums Leben, im Jahr zuvor war die Zahl der Verkehrsunfälle gegen den Landestrend gestiegen. Unsere Bildergalerie zeigt, auf welchen Straßen und Kreuzungen – an welchen „Unfallhäufungsstellen" (UHS) – es besonders häufig und oft aus denselben Gründen kracht.

Die Beseitigung dieser Gefahrenstellen in Mülheim hat für Polizei und Behörden allerhöchste Priorität: An den sogenannten „Unfallhäufungsstellen" zählt die Polizei besonders viele Verkehrsunfälle desselben Musters. Vier dieser Unfallschwerpunkte meldete die Polizei Essen/Mülheim der Unfallkommission zuletzt. Unsere Bildergalerie zeigt die aktuellen und die entschärften Problem-Kreuzungen in Mülheim an der Ruhr, darunter die jeweiligen Unfallzahlen und die geplanten beziehungsweise bereits umgesetzten Sicherheitsmaßnahmen. Im Text unten erfahren Sie, wann Polizei und Behörden von einer „Unfallhäufungsstelle" sprechen und eingreifen dürfen. Nicht jede Kreuzung, auf der es häufig kracht, ist eine Unfallhäufungsstelle.

Unfalltypen und -kategorien

Wenn die Polizei eine Kreuzung oder einen Straßenabschnitt als „Unfallhäufungsstelle" identifziert, berät die Unfallkommission mit Vertretern von Polizei und Straßenverkehrsbehörden, wie man die Sicherheitslage vor Ort verbessern kann. Aber nicht jede Kreuzung, an der es häufig kracht, ist eine „Unfallhäufungsstelle" (Polizei und Verkehrsplaner sprechen von „UHS"). Erst wenn ein komplexer Kriterienkatalog erfüllt ist, kann die Unfallkommission einen Straßenabschnitt, eine Einmündung oder Kreuzung als UHS einordnen und somit Maßnahmen zur Entschärfung der Verkehrssituation auf den Weg bringen.

Ein Knotenpunkt beispielsweise gilt als UHS, wenn sich in einem festgelegten Bereich innerhalb eines Kalenderjahres eine bestimmte Anzahl von Unfällen ereignet. Entscheidend ist die Anzahl der Unfälle, die einer dieser vier Kategorien entsprechen:

  • Verkehrsunfall mit Getöteten (Kategorie 1)
  • Verkehrsunfall mit Schwerverletzten (Kategorie 2)
  • Verkehrsunfall mit Leichtverletzten (Kategorie 3)
  • Verkehrsunfall mit Schachschaden (Kategorie 4)

Obendrein müssen die Unfälle dieser vier Kategorien „gleichen Grundtyps" sein, um die Kriterien der Verfahrensvorschrift zu erfüllen (also zum Beispiel des Grundtyps „Abbiege-Unfall" oder „Einbiegen/Kreuzen-Unfall" oder „Unfall im Längsverkehr").

Faktor Verkehrsaufkommen

Die zugrunde liegenden Unfallzahlen unterscheiden sich außerdem nach der Verkehrsbelastung. Wenn die eines Knotenpunktes unter 15.000 Fahrzeugen täglich liegt, reichen drei Unfälle des gleichen Grundtyps der Kategorien 1 bis 4, damit Polizei und Straßenverkehrsbehörde eingreifen. Eine Kreuzung mit 75.000 bis 90.000 Fahrzeugen täglich wird erst ab acht Unfällen gleichen Grundtyps der Kategorien 1 bis 4 als UHS behandelt. Für Streckenabschnitte gelten wiederum andere Richtwerte.

Die Polizei meldet derart identifizierte Gefahrenstellen der Straßenverkehrsbehörde und der zuständigen Straßenbaubehörde, oftmals bereits mit Verbesserungsvorschlägen. Bei der alljährlichen Sitzung der Unfallkommision Mülheim – zuletzt tagte sie am 20. Juli 2011 – entscheiden deren Mitglieder dann über Verbesserungsmaßnahmen.

Bei der Sitzung im Jahr darauf berichten alle Beteiligten Behörden und Betriebe der Kommission, welche Maßnahmen mit welchem Erfolg umgesetzt wurden. Wenn die UHS nach der Unfallstatistik die Kriterien einer UHS dann nicht mehr erfüllt, gilt sie auch nicht mehr als solche. Wenn das Unfall-Muster weiterhin dem einer UHS entspricht, bewertet die Unfallkommission die Stelle erneut und bringt weitere Maßnahmen auf den Weg. Folgende Kreuzungen waren 2010 als Unfallhäufungsstellen klassifiziert (Unfallzahlen und Maßnahmen finden Sie in der Bildergalerie):

  • Hauskampstraße/Moritzstraße (Styrum)
  • Kämpchenstraße/An den Sportstätten/Von-Bock-Straße (Altstadt I)
  • Kaiserstraße/Werdender Weg/Südstraße/Lohscheidt (Altstadt I)
  • Kruppstraße/Sunderweg (Heißen)
  • Mellinghofer Straße/Zinkhüttenstraße (Altstadt II)
  • Rheinstraße/Timmerhellstraße/Lahnstraße (Speldorf)
  • Straßburger Allee/Düsseldorfer Straße/Alte Straße (Saarn)

Die aktuellen Unfallhäufungsstellen in Mülheim (Unfallzahlen und Maßnahmen finden Sie in der Bildergalerie):

  • Duisburger Straße/Jakobstraße (Speldorf)
  • Am Schloss Broich/Schlossbrücke/Ruhrufer (Broich)
  • Eppinghofer Straße/Max-Kölges-Straße (Altstadt II)
  • Essener Straße/Velauer Straße/Paul-Kosmalla-Straße (Heißen)

Besonders deutlich werden Mängel im Verkehr in der Statistik der „dreijährigen Unfallhäufungsstellen". Darin fasst die Polizei Kreuzungen zusammen, in denen es in einem Zeitraum von drei Jahren besonders häufig zu Unfällen desselben Typs gekommen ist. In  einer Unterrubrik führt die Polizei zudem die Unfälle auf, bei denen Fußgänger und Radfahrer verletzt oder gar getötet wurden. Die aktuellen dreijährigen Unfallhäufungsstellen in Mülheim (Unfallzahlen und Maßnahmen finden Sie in der Bildergalerie):

  • Aktienstraße/Auf- und Abfahrt A40 (Dümpten)
  • Duisburger Straße/Monningstraße (Speldorf):
  • Denkhauser Höfe/Schildberg/ Oberheidstraße (Dümpten)
  • Straßburger Allee/Düsseldorfer Straße/Alte Straße (Saarn)
  • Am Schloss Broich/Schlossbrücke/Ruhrufer (Broich)
  • Eppinghofer Straße/Heißener Straße/Sandstraße (Altstadt II)
  • Kölner Straße/Straßburger Allee (Saarn)
  • Mellinghofer Straße/Zinkhüttenstraße (Altstadt II)
  • Friedrich-Ebert-Straße/Zentrale Haltestell

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Kommentare
26.01.2012
18:48
Das sind Mülheims gefährlichste Kreuzungen
von lospolloshermanos | #2

Also, ich habe den Artikel nun zwei mal gelesen und die Suchfunktion meines Browsers benutzt: Weder ich noch die Suche finden die Mannesmannallee oder die Weseler Str. . Waren das nicht "DIE" UHS in der Stadt? Da hat es doch angeblich fast täglich Tote und Verletzte gegeben!? Und Zitronenfalter falten Zitronen, is klaa Aldä!

25.01.2012
08:49
Wann Behörden eingreifen dürfen
von ruhrgebieti | #1

Wenn ich den Artikel richtig verstanden habe, darf man offensichtliche Unfallgefahren nicht beheben, bevor es dort nicht oft genug Unfälle, Tote und Verletzte gab. Das fände ich ich nun wirklich unvernünftig. Wenn eine Gefahr offensichtlich ist, sollte man sie abwehren, bevor was passiert.

Zum Unfallschwerpunkt Straßburger Allee/Düsseldorfer Straße, bei dem in der Bildergalerie steht, man hätte die Ampelschaltung geändert, kann ich nur sagen, daß das für mich überhaupt nicht entschärft ist. Wenn man aus Stadtmitte kommt und von der Straßburger Allee links in die Düsseldorfer Straße einbiegen will, sind die Ampelschaltungen so kurz, daß vielleicht zwei bis drei Linksabbieger durchkommen. Das liegt auch daran, daß die vordersten Autos nicht weit genug vorfahren und die dahinter dann hinter der Ampel stehen, wenn sie wieder auf Rot springt. Es verführt aber dadurch auch zum erhöhten Risiko, trotz Gegenverkehrs irgendwie schnell abbiegen zu wollen.

Und vor ein paar Wochen gab es einen Unfall mit überschlagenen Wagen, der von außen auch genau nach diesem Schema aussah.

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