Mülheimerinnen stricken Söckchen für Neugeborene

Neugeborene werden in der Mülheimer Frauenklinik nun mit handgestrickten Söckchen beschenkt: (vl.l) Regine Stoltze (Wohnstift Dichterviertel), Doris Baumers (Wohnstift Raadt), Hebamme Beata Warmusch, Krankenhausseelsorgerin Klaudia Schmachenbach, Angelika Tesch (Wohnstift Dichterviertel), Claudia Neumann (Wohnstift Uhlenhorst) und Chefärztin Dr. Andrea Schmidt.
Neugeborene werden in der Mülheimer Frauenklinik nun mit handgestrickten Söckchen beschenkt: (vl.l) Regine Stoltze (Wohnstift Dichterviertel), Doris Baumers (Wohnstift Raadt), Hebamme Beata Warmusch, Krankenhausseelsorgerin Klaudia Schmachenbach, Angelika Tesch (Wohnstift Dichterviertel), Claudia Neumann (Wohnstift Uhlenhorst) und Chefärztin Dr. Andrea Schmidt.
Foto: Foto : PR-Foto Koehring EKM
Was wir bereits wissen
Handarbeit für Babyfüße kann seit Jahresanfang das Team der Mülheimer Frauenklinik verschenken: Ehrenamtliche stricken Söckchen.

Mülheim.. Wer im Sommer Wollsocken strickt, hat im Winter warme Füße – klingt wie eine altkluge Bauernweisheit und stimmt nicht noch nicht mal. Denn die Damen, die seit vergangenem Sommer ehrenamtlich die Maschen anschlagen, stricken nicht für sich selbst, sondern für die Frauenklinik des Evangelischen Krankenhauses. Deren Team verschenkt die Handarbeit für die Füße an dort entbundene Neugeborene.

Auf einem dicken Haufen liegen die Söckchen im Kreißsaal: in Blau und Pink, in Blau-Weiß und Schwarz-Gelb, in bunt und bunter. Rund 300 Paar haben Freiwillige im vergangenen Jahr bereits gestrickt und der Frauenklinik geschenkt. „Probestricken“, nennt das Klinikseelsorgerin Klaudia Schmalenbach, die gemeinsam mit Chefärztin Dr. Andrea Schmidt die Idee für diese Aktion hatte. Die auf Vorrat handgearbeiteten Söckchen zeigten dem Team, dass es sein Ziel erreichen kann: Jedes Neugeborene soll aus der Mülheimer Frauenklinik ein Socken-Paar mit nach Hause nehmen können – „als schöne Erinnerung“. So groß der Sockenberg bereits ist, Nachschub muss wohl noch her: 2014 wurden im EKM 749 Kinder geboren, so viele wie seit Jahrzehnten nicht (wir berichteten). Da müssen noch ordentlich Maschen abgestrickt werden.

Handarbeit in Teamarbeit

Aus den drei Evangelischen Wohnstiften Dichterviertel, Raadt und Uhlenhorst stammen viele der fleißigen Strickerinnen, aber auch Grüne Damen engagieren sich ebenso wie Frauen aus evangelischen Kirchengemeinden. Doris Baumers vom Wohnstift Raadt gehört zu jenen, die die Nadel kreisen lassen – obwohl sie nur halbe Socken kann. „Ich stricke das Bündchen und nehme es auf Nadeln mit“, berichtet sie. Eine Bekannte übernimmt dann den Rest – Handarbeit in Teamarbeit also. Ein Söckchen pro Abend schafft Angelika Tesch, die in der Beschäftigung vor’m Fernseher ungeahnte Vorzüge findet: „Wenn die Hände beschäftigt sind, nascht man nicht so viel.“ Andere, weiß Pfarrerin Klaudia Schmalenbach, nutzen die Mini-Socken, um Wollreste zu verarbeiten. Zwei, drei Arbeitsstunden, sagt sie aus Erfahrung, stecken in jedem Paar.

Verteilt werden die Söckchen seit Beginn dieses Jahres – beziehungsweise die Eltern dürfen sich aus einem Korb ein Paar aussuchen, damit Anhänger von Schwarz-Gelb nicht plötzlich ein Kind mit blau-weißen Socken haben. Die Aktion, die die Strickerinnen „Mülheimer Kuschelfüßchen“ getauft haben, kommt bisher bestens an, betont Dr. Andrea Schmidt. Sie sieht den Grund für die steigenden Geburtenzahlen in der Mülheimer Klinik übrigens nicht nur in den neuen Räumen, sondern vor allem in „der individuellen und familiären Art der Geburtshilfe“, die dort geleistet werde. Da passt gestrickte Handarbeit natürlich bestens ins Konzept.