Mülheimerin schaut auf Japaner in Düsseldorf

Theatermacherin Gesine Hohmann gehört zum Performer-Kollektiv „Vorschlag: Hammer“.
Theatermacherin Gesine Hohmann gehört zum Performer-Kollektiv „Vorschlag: Hammer“.
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Was wir bereits wissen
Beruflich und privat ist Gesine Hohmann in Mülheim angekommen: Die Theatermacherin gehört zum Performer-Kollektiv „Vorschlag: Hammer“.

Mülheim.. Theatermacherin Gesine Hohmann gehört zum Performer-Kollektiv „Vorschlag: Hammer“. Auf die Frage nach dem handfesten Namen folgt die Antwort ebenso: „Das war ein ganz übles Brainstorming.“ Denn im Internet stoße man zuerst auf Werkzeug und Baumärkte, weniger auf Theater und Performance. Das gibt’s mit der Produktion „Das Atmen des Waldes. Mori no kokyu“ am Freitag und Samstag im Ringlokschuppen zu sehen.

Für Gesine Hohmann dauert das Gastspiel in Mülheim an, denn sie ist frisch gebackene Neubürgerin. In einem Café rührt die quirlige 28-Jährige im Pfefferminztee und schickt die Blätter auf rasante Rundfahrt im Glas.

"Es kommt gerade alles gut zusammen"

So zupackend, klar und pragmatisch scheint sie die Dinge des Lebens anzugehen. In der Kunst wie in der Liebe, die sie nach Mülheim brachte. „Weil mein Freund in Mülheim wohnt und seine Familie und die ganzen Freunde hier hat“, sagt Gesine Hohmann. Ihr Partner mache auch Theater, sei verwurzelt mit dem Theater an der Ruhr und dem Ruhrorter Projekt. „So ist die Beziehung zu Mülheim persönlich gewachsen, aber auch durch die Zusammenarbeit mit dem Ringlokschuppen.“

Mit ihrer österreichisch-ungarischen Nordpolexpedition und der Weltraumfahrt Solaris war „Vorschlag:Hammer“ schon zweimal zu Gast im Ringlokschuppen. „Man mag sich und findet sich interessant. Es kommt gerade alles gut zusammen“, sagt Gesine Hohmann.

Die gebürtige Erfurterin lebte, seit sie 13 war, in Hamburg und zog von da zum Studieren nach Hildesheim an das Institut für Theater und Medien. Dort fand sich die Gruppe „Vorschlag:Hammer“ zusammen, zu deren Kern neben Gesine Hohmann auch Stephan Stock und Kristofer Gudmundsson gehören.

"Sie haben angepackt und geholfen"

Das neue Japan-Projekt „Mori no kokyu“ wurde für das Düsseldorfer Schauspielhaus entwickelt und zum Favoriten-Festival nach Dortmund eingeladen. „Wir haben versucht, uns mit Düsseldorf auseinanderzusetzen und sind dort auf diese relativ große und auch sehr im Stadtbild präsente japanische Community gestoßen.“ Daraus entstand „ein sehr ausstattungsstarkes Theaterstück wie ein großer Garten, in dem die Zuschauer die Möglichkeit haben, umher zu gehen und den eigenen Weg durch das Theaterstück zu finden“.

Die Orientierung im Ruhrgebiet wird ihr leicht gemacht: „Die Menschen sind offen, nicht übertrieben, ehrlich interessiert oder ehrlich nicht interessiert“, sagt die Theatermacherin: „Sie haben angepackt und geholfen, wo man helfen kann.“ Und die nächsten Projekte mit dem Ringlokschuppen sind auch schon in Planung.