Mülheimerin nach Wasserschaden seit vier Monaten ohne Wohnung

Heike Ulrich ist sauer: Während ihres Urlaubs entstand im Haus ein Wasserschaden, von dem ihre Wohnung massiv betroffen war. Ihr gesamtes Hab und Gut befindet sich auf dem Trockenboden des Mietshauses und die Gagfah kümmert sich nicht.
Heike Ulrich ist sauer: Während ihres Urlaubs entstand im Haus ein Wasserschaden, von dem ihre Wohnung massiv betroffen war. Ihr gesamtes Hab und Gut befindet sich auf dem Trockenboden des Mietshauses und die Gagfah kümmert sich nicht.
Foto: Alexandra Roth / FUNKE Foto Sevices
Was wir bereits wissen
Ein Wasserschaden machte Heike Ulrichs Wohnung unbewohnbar. Wer den Schaden trägt, ist unklar. Die Mülheimerin fühlt sich im Stich gelassen.

Mülheim.. Die Katastrophe trat ein, als Heike Ulrich im Urlaub war. In ihre Wohnung in einem Sechs-Familienhaus (An den Buchen) drang durch die Decke jede Menge Wasser ein. Im Zuge von Renovierungsarbeiten war im Stockwerk über ihr ein Durchlauferhitzer „geplatzt“. Gegen Abend, als die Handwerker schon weg waren. 17 Stunden lang lief heißes Wasser aus und bahnte sich seinen Weg – auch in Ulrichs Wohnung. Erst um 9 Uhr morgens entdeckte der Hausmeister das Malheur.

„An den Wänden meiner Wohnung lief das Wasser runter, die Tapeten hatten sich gelöst und hingen runter, die Teppiche waren durchtränkt, alle Möbel nass und auch das, was sich in den Schränken befand – etwa meine Kleider – war feucht“, berichtet die Holthausenerin. Da sie am Urlaubort zunächst nicht zu erreichen war, schickte die Gagfah Group, Vermieterin der Wohnung, einen Gutachter und eine Umzugsfirma vorbei. Die räumte die Möbel in den Keller und auf den Speicher. „In der Wohnung wurden Trockengeräte aufgestellt.“

Heike Ulrich fühlt sich von allen im Stich gelassen

Als Heike Ulrich wieder in Mülheim war, bot man ihr eine kleine Ersatzwohnung an, jedoch ohne Telefon- und Internetanschluss. „Da ich als Designerin und Architektin viel von zu Hause aus arbeite, war das für mich aber keine Lösung“, erklärt sie. Sie zog zu ihrer Mutter. Nach Ratingen.

Vorübergehend, wie sie hoffte, doch vier Monate später weiß sie immer noch nicht, wie’s weitergeht – und wann. „Erst hieß es, die Gagfah übernehme den Schaden. Ich sollte meine Sachen checken und in kleinen Häppchen die Schäden melden. Als ich das aber zum ersten Mal tat, erklärte man, die Handwerksfirma sei Schuld. Wie diese heißt, teilte man mir jedoch nicht mit“, erinnert sie sich. Danach habe sie „lange nix“ gehört. Eigene Anrufe bei der Gagfah „blieben in der Telefonzentrale hängen“. In dem großen Unternehmen wisse keiner, was der andere mache. „Ich habe mir dann einen Anwalt genommen, aber auch der bekam auf schriftliche Anfragen kaum Antwort.“ Und auch der Handwerksbetrieb, deren Adresse Heike Ulrich schließlich doch erfuhr, habe auf Schreiben nicht reagiert. Kürzlich meldete sich jedoch dessen Versicherung und schrieb, dass mit den Arbeiten am Durchlauferhitzer wiederum eine Bochumer Firma beauftragt wurde, die daher zuständig sei.

Heike Ulrich fühlt sich von allen im Stich gelassen. „Das können die doch nicht machen. Mein Hab und Gut und meine Arbeitsgrundlage sind kaputt, und niemand kümmert sich wirklich“, klagt sie. Stattdessen habe sie von der Gagfah zum zweiten Mal eine Mahnung erhalten. Denn: Seit November hat sie für die „unbewohnbare Wohnung“ keine Miete mehr gezahlt.

Miete einbehalten, Mahnung folgt

Warum Heike Ulrich die Miete einbehielt, hatte ihr Anwalt der Gagfah allerdings bereits nach der ersten Zahlungsaufforderung mitgeteilt – „weil ihre Wohnung unbewohnbar ist.“

Auf Nachfrage unserer Zeitung versicherte die Gagfah Group gestern: „Wir sind bemüht, die Angelegenheit schnellstmöglich zu Ende zu bringen. Jedoch handelt es sich um einen Versicherungsfall, und beide Parteien sind anwaltlich vertreten.“ Aufgrund des schwebenden Verfahrens könne man zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Informationen geben, werde dies aber so bald wie möglich tun.

Heike Ulrich wartet frustriert auf zwei Auskünfte. Sie will natürlich wissen, wer denn nun tatsächlich für den Schaden aufkommt, denn sie braucht viele neue Sachen. „Ich habe zum Beispiel keinen einzigen Schuh mehr, die haben sich durch das Wasser alle aufgelöst“, berichtet sie. Außerdem verlangt sie, dass man ihr einen Wiedereinzugstermin nennt. In der Wohnung werde gewerkelt, weiß sie. Richtig Lust, wieder in die alte Bleibe zu ziehen, hat sie allerdings nicht mehr: „Wenn ich eine andere Wohnung in Holthausen finden würde, würde ich hier erst gar nicht mehr einziehen.“