Mülheim

Mülheimer wird Polizeipräsident in Essen/Mülheim

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Was wir bereits wissen
Frank Richter, Leiter der Polizeibehörde in Hagen, soll Nachfolger von Stephania Fischer-Weinsziehr werden, die Ende März als Präsidentin der Polizei Essen/Mülheim in den Ruhestand geht.

Mülheim. Für den anstehenden Wachwechsel im Polizeipräsidium an der Büscherstraße sind die Weichen jetzt gestellt: Nach NRZ-Informationen soll der Hagener Polizeipräsident Frank Richter die Essen/Mülheimer Behördenleiterin Stephania Fischer-Weinsziehr ablösen, die in wenigen Wochen in den Ruhestand wechselt.

Der 55-jährige gebürtige Essener lebt in Mülheim und kennt die Polizeiarbeit von der Pike auf, was ihm in der Belegschaft so manchen Pluspunkt einbringen dürfte. Zwar ist er als Polizeipräsident kein Polizist mehr, sondern „ein politischer Beamter“, wie er selbst einmal sagte. Aber Richter begann seinen Job 1976 und arbeitete nach der Ausbildung im Wach- und Wechseldienst in Mülheim – sozusagen da, wo die Polizei dem Bürger noch ganz nah ist.

Abschied von Stephania Fischer-Weinsziehr

1984 wurde Frank Richter erstmals als Personalrat freigestellt. Die Karriere als Arbeitnehmervertreter ging fortan zielstrebig weiter: Richter kam 1995 in den Bezirkspersonalrat, wurde 2005 NRW-Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei und deren stellvertretender Bundesvorsitzender. Vor drei Jahren ernannte ihn der Innenminister zum Polizeipräsidenten in Hagen, jetzt soll Frank Richter in gleicher Funktion die vor einigen Jahren zusammengelegten Behörden in Essen und Mülheim übernehmen.

Sein Kommen bedeutet zugleich den Abschied von Stephania Fischer-Weinsziehr, die seit 2006 an der Spitze der Behörde stand und sich am 31. März verabschieden wird.

Chef von 2200 Beschäftigten

In ihre Amtszeit fiel – unmittelbar nach ihrem Einstieg – Fusion der Behörden Essen und Mülheim. Bis heute können sich viele Mülheimer nicht mit der Zusammenlegung anfreunden. „Bei vielen Bürgern besteht noch immer das Gefühl, dass Mülheim stiefmütterlich behandelt wird – auch wenn die Statistiken etwas anderes aussagen mögen“, weiß auch Werner Oesterwind, Vorsitzender des Mülheimer Ausschusses für Sicherheit und Ordnung. Oft sind es die kleinen Zwischentöne, die das Gefühl aufkommen lassen. Im November, als klar war, das Stephania Fischer-Weinsziehr aufhören wird, äußerte man sich im NRW-Innenministerium zwar nicht zu der Nachfolge, aber stellte klar: „Es muss jemand sein, der zu Essen passt.“ Nun ist ein Nachfolger gefunden, der zu Essen passt – und aus Mülheim kommt.

Frank Richter ist erst der vierte Polizist in Deutschland, der Polizeipräsident wurde. Zumeist sind es Juristen, die diese Position bekleiden. In Hagen war er Chef von rund 540 Beschäftigten. Nun wird er Leiter einer Behörde mit rund 2200 Polizisten.