Mülheimer wird für Technikkultur-Initiative geehrt
06.01.2010 | 06:00 Uhr 2010-01-06T06:00:00+0100Mülheim. Ein europaweiter Kongress für freie Erfinder: das ist neu und auszeichnungswert, entschieden die Juroren der Standortinitiative "Deutschland - Land der Ideen" - und ehren den Mülheimer Hans-Georg Torkel für seine KIT-Initiative zur Förderung der "Kultur der Technik und des Handwerks".
Hans-Georg Torkel weiß es aus eigener Erfahrung: Pioniere werden oft belächelt. Er selbst fühlt sich als so ein Vorreiter; denn er war einer der ersten, die nach Essens Wahl zur Kulturhauptstadt öffentlich zu fragen wagten: „Warum soll Kultur nur Kunst sein?!” Also gründete er die KIT-Initiative, die die „Kultur der Technik und des Handwerks” fördern will. Und inzwischen lächelt er: Gerade wurde ein von seiner Initiative initiiertes Erfinderforum – der erste europaweite Kongress freier Erfinder überhaupt – ausgezeichnet.
KIT-Initiative und Tengelmann Klimamarkt werden ausgezeichnet
Mit dem Wettbewerb „Deutschland – Land der Ideen” zeichnet die gleichnamige Standortinitiative gemeinsam mit der Deutschen Bank unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler Projekte aus den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur, Gesellschaft und Bildung aus. 365 Gewinner, an jedem Tag im Jahr einer, werden gewählt. Diesmal gehören zwei Tage Mülheimer Ideen: der 1. April der KIT-Initiative und der 19. Dezember dem Tengelmann Klimamarkt.
KIT, das steht für „Kreativität – Innovation – Technik” und somit auch für Erfinder wichtige Eigenschaften. Für den Diplom- und Patent-Ingenieur Torkel sind Erfinder „die Leute, die in ihrer Garage anfangen zu tüfteln”, aber auch schlichtweg Menschen mit einer Idee: „Wenn man will, bin ich auch Erfinder einer sozialen Innovation.”
Begegnung zwischen Jugendlichen und Nobelpreisträgern geplant
Um Innovationen soll es vom 17. bis zum 19. September im Essener Haus der Technik gehen. 27 Funktionäre von freien, europäischen Erfinderverbänden kommen dort zusammen, um zu fachsimpeln und am Ende eine gemeinsame Charta zu verabschieden. Abseits des Forums für Fachleute soll es eine Gala geben. Zudem plant die Initiative eine Begegnung zwischen einem Nobelpreisträger und Jugendlichen sowie einen Wettbewerb für Schulen. Dieses Gesamtprojekt ist offizieller Teil der Kulturhauptstadt und wird auch gefördert. „Allerdings”, so Torkel, „nicht in dem Maße, wie kulturelle Projekte gefördert werden.” Begründet habe man dies damit, dass man eher Förderer aus der Wirtschaft finden. Zum Glück für die KIT-Mitglieder behielten die Verantwortlichen von Ruhr.2010 Recht. Denn, wiederholt Torkel: „Pioniere werden oft belächelt. Aber wenn man den Zuschlag bekommt, kommen die Leute.”

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