Mülheimer Ulrich Scholten ist zurück aus der Politiker-WG

Ulrich Scholten (Mitte) war eine Woche lang für den WDR als Politiker in der Wohngemeinschaft in Duisburg-Marxloh.
Ulrich Scholten (Mitte) war eine Woche lang für den WDR als Politiker in der Wohngemeinschaft in Duisburg-Marxloh.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
SPD-Politiker ist „schockiert“ über die Zustände in Marxloh. Für eine Fernseh-Doku des WDR hatte der Oberbürgermeisterkandidat an dem Projekt teilgenommen.

Mülheim.. Nach einer Woche Dauereinsatz in Duisburg-Marxloh kehrte SPD-Mann Ulrich Scholten am Samstag nach Mülheim zurück. Für eine Fernseh-Doku des WDR hatte der Oberbürgermeisterkandidat an einer bunt gemischten Politiker-WG teilgenommen, die im sozialen Brennpunkt konkrete Aufgaben kurzfristig zu lösen hatte.

Ergebnis ist ein mobiler Jugendtreff, der am Mittwoch erstmals vorfahren soll. „Wir haben einen Bus besorgt“, berichtet Scholten, „und die Finanzierung ist zumindest für die vierwöchige Testphase durch Spenden gesichert.“ Zwar habe er selber während des Wahlkampfes keine Zeit, das Projekt weiterhin regelmäßig zu begleiten, konnte aber einige junge Leute aus Reihen der Mülheimer Jusos dafür gewinnen.

"Viel gebaltes Leid"

Sie könnten außerdem besser beurteilen, ob ein mobiler Jugendtreff möglicherweise auch eine Option für Mülheim wäre. „Die Idee ist nicht schlecht“, findet Scholten. Aber so massive Probleme wie in Marxloh, wo tausende Menschen, meist Flüchtlinge, ohne Krankenversicherung lebten, etliche Jugendliche auf der Straße hingen, gebe es in Mülheim nicht. „Solche Viertel haben wir hier gar nicht“, so Scholten.

Während der WG-Woche habe er vor allem eines gelernt: „Wie viel geballtes Leid und welche Bedürftigkeit es in unserem Umfeld gibt.“ Und dass dieses Elend von manchen noch „perfide“ ausgenutzt werde, etwa von Firmen, die Wohnraum „matratzenweise gegen Cash vermieten. Wir waren alle regelrecht geschockt“, so Ulrich Scholten.