Mülheimer übernimmt ersten ehrenamtlichen Begräbnisdienst

Der Mülheimer Bernd Heßeler (63) ist einer der ersten ehrenamtlichen Begräbnisleiter im Bistum.
Der Mülheimer Bernd Heßeler (63) ist einer der ersten ehrenamtlichen Begräbnisleiter im Bistum.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Der Mülheimer Bernd Heßeler ist einer der ersten ehrenamtlichen Begräbnisleiter im Bistum Essen. Er darf bei Beisetzungen Trauergespräche führen.

Mülheim.. Seine Albe, ein knöchellanges Gewand in Grau und Violett, darf Bernd Heßeler künftig bei Beerdigungen in den Gemeinden der Pfarrei St. Mariä Himmelfahrt tragen. Für die Aufgabe, Angehörige bei Beerdigungen als Ehrenamtlicher zu begleiten, wurde der 63-Jährige in einem Qualifizierungskurs des Ruhrbistums zum Begräbnisleiter ausgebildet – gemeinsam mit fünf weiteren. Es war der erste Kurs dieser Art im Bistum, und Heßeler ist der erste Mülheimer Absolvent.

Ab sofort dürfen im Ruhrbistum ehrenamtliche Laien bei katholischen Beisetzungen Trauergespräche führen, Wortgottesdienste feiern und am Grab mit den Angehörigen beten. Der zweite Qualifizierungskurs beginnt im September.

Einsatz in fünf Gemeinden

Der Einsatz Bernd Heßelers wird in Absprache mit den hauptamtlichen Geistlichen der fünf Gemeinden von St. Mariä Himmelfahrt erfolgen. Pfarrer Josef Prinz, Mentor Heßelers bei seiner neuen Aufgabe, steht voll und ganz hinter dem Projekt. Er gab im Bistum manche Anregung dazu, weil er diesen Einsatz Ehrenamtlicher aus seiner österreichischen Heimat schon kannte. Pater Josef war es dann auch, der Bernd Heßeler, langjähriger Kommunionshelfer beim Gottesdienst, das neue Amt vorschlug. „Ich habe“, schmunzelt Heßeler, „dann erst einmal nach Gründen gesucht, es nicht zu tun.“

Bernd Heßeler, ein zugewandter, heiterer Mann, der zum Jahresende als Firmenkundenbetreuer in den Ruhestand geht, kam beim Nachdenken und im Gespräch mit seiner Frau aber zum Schluss: „Es könnte eine Aufgabe sein.“ In einer katholischen Familie aufgewachsen, gehörten Begräbnisse und Hochzeiten gleichermaßen zu seinem Leben. Er kennt noch den Abschied vom Verstorbenen, der zu Hause aufgebahrt wurde, er war bei der Trauerfeier seines Großvater Messdiener. Die Trauer zu begleiten einerseits, der würdige Abschied andererseits, ist eine Sache, die Heßeler am Herzen liegt – und für die er sich nach dem 15-tägigen Qualifizierungskurs über mehrere Monate nun auch gerüstet fühlt.

Resonanz bisher positiv

Zu Beginn des Lehrgangs wurde es sehr persönlich, erinnert sich Bernd Heßeler, „es ging an das Eingemachte“: Thematisiert wurde auch der eigene Tod. Aufbau einer Trauerfeier, Bestattungsgesetzgebung und viele praktische Übungen, wie das Gespräch mit Angehörigen, waren Inhalte des Lehrgangs. Bisher hat sich Bernd Heßeler in dreien der fünf Gemeinden persönlich vorgestellt. Beim Pfarrfest von Mariä Himmelfahrt wurde er oft angesprochen. „Bisher war die Resonanz positiv“, sagt er.