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Raucherschutz

Mülheimer Stimmen zu einem verschärften Rauchverbot

27.06.2012 | 12:00 Uhr
Kippe zum Bier könnte bald der Vergangenheit angehören. NRW plant ein absolutes Rauchverbot.

Mülheim. Schluss mit dem blauen Dunst! In ihrer ersten Sitzung hat die rot-grüne Landesregierung das umstrittene Nichtraucherschutzgesetz auf den Weg gebracht. Es sieht vor, das Qualmen in der Gastronomie lückenlos zu verbieten. Mit Ausnahmen für Raucherclubs oder Festzelte soll dann Schluss sein. Sonst drohen saftige Bußgelder. Der Gesetzentwurf soll nach dem Willen von Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) bereits zum Jahresanfang 2013 in Kraft treten. In Mülheim stößt der Plan auf ein geteiltes Echo.

"Das ist Überregulierung"

Der Verbandssprecher. „Das ist Überregulierung“, ärgert sich Jörg Thon über die Gesetzesnovelle. Der Vorsitzende des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Kreisverein Mülheim, hält nichts vom strikten Rauchverbot: „Im Rahmen der Selbstbestimmung sollte jeder selbst entscheiden, ob er raucht oder nicht und ob er eine Gaststätte besucht, in der geraucht wird oder nicht.“ Das Gesetz in seiner bisherigen Form habe doch „sehr gut geklappt“.

Viele Gastronomen hätten tief in die Tasche gegriffen, um extra (Nicht-)Raucherräume zu schaffen und so die gesetzlichen Richtlinien zu befolgen. Dass diese Investitionen aus Sicht der Wirte nun verpuffen, „ist nicht in Ordnung“, findet der Verbandssprecher. Umsatzeinbußen seien vor allem für Eckkneipen, in denen bisher noch munter beim Bier gequalmt werden durfte, zu befürchten – bis hin zum Personalabbau und zu drohender Pleite. „Die Kneipenkultur würde dadurch stark eingeschränkt.“

"Für Vereine und Institutionen ist es bitter"

Der Veranstalter. Grundsätzlich, so betont Heiner Jansen vom Groß-Mülheimer Karneval, begrüße er das Rauchverbot. Er selbst sei Nichtraucher. Aber: „Für die Vereine und Institutionen ist es bitter.“ Auch für die Karnevalsvereine. „Viele Besucher rauchen und sind froh, dass sie nicht ‘raus müssen“, weiß Jansen. Schließlich ist die fünfte Jahreszeit auch nicht die wärmste. Müssen die Raucher in Zukunft vor die Tür, „werden weniger zu den Veranstaltungen kommen“, fürchtet er. Mit Folgen für das Brauchtum: „Wir brauchen ja ausverkaufte Hallen, glücklich ist das nicht.“

"Man muss die Nichtraucher schützen"

Der Mediziner: Dass Rauchen ungesund ist, sagt Hausarzt Uwe Brock, müsse er wohl nicht erklären. „Passivraucher rauchen auch“, bringt er das Problem auf den Punkt. Und es sei – wenn auch wissenschaftlich nicht bewiesen – davon auszugehen, dass das Passivrauchen genauso schädlich ist wie das Rauchen. „Deshalb muss man die Nichtraucher schützen“, folgert der Vorsitzende der Ärztekammer NRW, Kreisstelle Mülheim. Er unterstützt die Pläne der Ministerin: „Ich halte es für konsequent zu sagen, dass es keine Ausnahmen geben soll – weil die medizinisch keinen Sinn machen.“

"50 Prozent und mehr Gästeeinbußen"

Der Wirt. „Was kommt als nächstes?“ Das fragt sich Claus Kandelhardt. Er ist Wirt im „Rauchfang“, in diesem Jahr feiert die kleine Eckkneipe ihr 60-jähriges Bestehen. Nun keimen Existenzängste auf: „Das Nichtraucherschutzgesetz bedeutet für die Einraumkneipen 50 Prozent und mehr Gästeeinbußen“, sagt er. Vor zwei Jahren erst hätten er und Inhaberin Petra Glass rund 3000 Euro in eine Abgasanlage investiert, die den Rauch nach draußen leitet. „Wer bezahlt mir diese Investition?“, fragt er sich nun. Mit dem strikten Rauchverbot gehe ein Stück Kultur verloren. „Warum kann man die kleinen Eckkneipen nicht auslassen, damit der Raucher irgendwo noch in Ruhe sein Bier trinken kann?“, fragt der Wirt.

Promi-Raucher aufgepasst!

 

Sophia Schauerte



Kommentare
01.07.2012
00:26
Mülheimer Stimmen zu einem verschärften Rauchverbot
von Blaudunst | #12

@oech
Die Pharmaindustrie hat gar nichts damit zu tun? Falsch!
"Three major pharmaceutical companies have joined this partnership: Glaxo Wellcome, Novartis, and Pharmacia & Upjohn. They all manufacture treatment products against tobacco dependence."
_http://www.who.int/director-general/speeches/1999/english/19990130_davos.html

Die werden eher weniger Präparate zur Behandlung von Lungenkrebs verkaufen?
Auch falsch! Trotz der Tatsache, dass seit etwa 20 Jahren die Anzahl der Raucher kontinuierlich gesunken ist (seit dem Rauchverbot steigt sie aber in manchen Ländern wieder, siehe z. B. Irland), ist die Anzahl der Lungenkrebserkrankungen in den industrialisierten Ländern immer wieder gestiegen.
So wird die BigPharma weiter genugend Präparate gegen den Lungenkrebs verkaufen können. Auch wenn es selten wirklich hilft. ZUSÄTZLICH will sie immer mehr "Entwöhnungsmittelchen" verkaufen, die entweder wirkungslos (Nicorette und Co) oder extrem schädlich (wie Champix) sind.

29.06.2012
15:27
Mülheimer Stimmen zu einem verschärften Rauchverbot
von vospe | #11

"[...]Und es sei – wenn auch wissenschaftlich nicht bewiesen – davon auszugehen, dass das Passivrauchen genauso schädlich ist wie das Rauchen[...]

das hat ein Arzt gesagt?!...Das sage ich auch: Die Schädlichkeit des Passivrauchs ist nicht bewiesen, denn genau so ist es, WHO-Tabakkontroll-Propaganda mit dem Ziel "Die rauchfreie Welt".

@Blaudunst: Ich freue mich immer wieder, dass es doch noch Menschen gibt, die ein Thema hinterfragen und sich objektiv informieren, statt wie der Mainstream auf Propaganda reinzufallen und nachzuplappern. Ich hatte immer gedacht so etwas würde in Deutschland nicht mehr funktionieren, werde aber leider doch immer wieder eines Besseren belehrt, insbesondere beim Thema Rauchen.




29.06.2012
14:24
Mülheimer Stimmen zu einem verschärften Rauchverbot
von oech | #10

Ich hoffe das Kommentar von Blaudunst ist ironisch gemeint. Den die Pharmaindustrie hat damit gar nichts zu tun. Im Gegenteil, die werden eher weniger Präparate zur Behandlung von Lungenkrebs verkaufen.
Und auf der Seite der World Health Organisation zu sein ist doch eher etwas wünschenswertes.
Eine Petition mit 51000 Stimmen... wow... NRW hat fast 18mio Einwohner. Also wurde die Petition von fast 0,003% der Einwohner unterzeichnet. DasneMenge! Außerdem waren bei der Unterzeichnung auch jede Menge von außerhalb dabei. Ich habe die Petition mit Kopfschütteln verfolgt.
Das ein paar alte SPDler gerne ihre Schmiergeldzigarre weiterhin überall rauchen wollen, ist jetzt auch nicht verwunderlich.
Es ist faszinierend, wie laut die wenigen Raucher noch schreien, obwohl ihre Lungen schon so dermaßen vernichtet sind.

1 Antwort
Mülheimer Stimmen zu einem verschärften Rauchverbot
von suedjuergen | #10-1

haben sie da nicht was verwechselt. in meiner erinnerung über schmiergeld tun sich doch in erster linie die schwarzen genossen hervor,, angeführt von dem dicken mann aus ludwigshafen mit seinem mülheimer reinwaschversucher schmidt

29.06.2012
01:32
Mülheimer Stimmen zu einem verschärften Rauchverbot
von Blaudunst | #9

Jetzt zeigen die Grünen und die SPD ihr wahres Gesicht!
Sie sind auf die Seite der WHO, Pharma- und Gesundheitslobýisten, nicht auf die Seite des Volkes!
In eine Open Petition haben über 51000 Menschen gegen das totale Rauchverbot in NRW abgestimmt. In der SPD-Basis wollen viele das Rauchverbot auch nicht. Die Mehrheit der Bevölkerung ist auch dagegen.
Nur die Grünen sind 100%-ig für alle mögliche Verbote, für die Zwangserziehung und Bevormundung der Bevölkerung und für die Vernichtung vieler Existenzen. Warum wählt man sie überhaupt?
Es hilft nur eins: Entschlossen und zusammen dagegen kämpfen! Sonst wird es immer schlimmer, die Tabakkontrolle will eine "Rauch(er)freie Welt"!

28.06.2012
16:51
Mülheimer Stimmen zu einem verschärften Rauchverbot
von Kajovo | #8

Die Diktatur des rot/grünen Proletariat schreitet weiter voran. Rauchverbot, Fleischverbot, Eltern dürfen ihre Kinder nicht mehr selber erziehen, 30kmH in allen Städten, was kommt noch?

2 Antworten
Mülheimer Stimmen zu einem verschärften Rauchverbot
von suedjuergen | #8-1

was kommt noch? dummschwätzverbot für sie!

Mülheimer Stimmen zu einem verschärften Rauchverbot
von horo | #8-2

kollege das gab es aber nur im kommunismus, aber nicht hier.
wenn du das möchtest, dann musst du nach china,. n.vietnam , oder n.korea.

28.06.2012
10:05
Mülheimer Stimmen zu einem verschärften Rauchverbot
von suedjuergen | #7

kommischerweise taucht bei diesen themen immer dieselbe gaststätte auf. ist das das vereinslokal der redaktion und kriegen die da freibier?

28.06.2012
09:07
Mülheimer Stimmen zu einem verschärften Rauchverbot
von okapi | #6

Ich bin selbst Nichtraucher, finde allerdings dass es den Bürgern überlassen werden soll, ob sie zum Glimmstengel greifen oder nicht.
Es haben sich schon reichlich Nichtraucher über Raucher beschwert, dass Gegenteil habe ich noch nicht erlebt.
Wenn es denn so sein soll, sollte jeder Wirt selbst entscheiden können, ob er sein Lokal in Raucher- und Nichtraucherzonen aufteilen will und der mündige Gast kann selbst entscheiden, ob er eine Raucher- oder Nichtraucherzone betreten will.

28.06.2012
08:14
Mülheimer Stimmen zu einem verschärften Rauchverbot
von horo | #5

leute regt euch nicht auf, geht nach karlsruhe und last festellen ob es korrekt ist ,
das fast überall rauch verbote sind.
richter sind auch raucher.

28.06.2012
00:54
Mülheimer Stimmen zu einem verschärften Rauchverbot
von Hermann11 | #4

Ich verstehe die Aufregung NICHT,

IHR hattet am 13. Mai.die Möglichkeit .,D A S... was JETZT kommt,

mit EUERE Wahlstimme zu verhindern!!!!!

Also meckert NICHT rum!!

27.06.2012
18:48
Mülheimer Stimmen zu einem verschärften Rauchverbot
von muck45468 | #3

Wenn es nach den grünen gehen würde, dann würden wir wieder in hölen leben und nur noch gras fressen!!!...Denn Tiere zu jagen verstößt gegen den Tierschutz und Feuer zum zubereiten der Speisen zerstört die Ozonschicht!!!...Kann mich noch erinnern, als die grünen zum ersten mal mitregiert haben, da sind die noch ganz provokatorisch mit dem Fahrrad zum Bundestag geradelt!!!...Da hat diese scheinheilige Bande aber schnell dazu gelernt und fährt heute auch nur noch dicke Staatskarossen!!!

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