Mülheimer sind heiß auf Wärmebilder

Markus Grotzke nimmt Wärmebilder eines Wohnhauses in Saarn auf. Im roten Bereich wird es kritisch.
Markus Grotzke nimmt Wärmebilder eines Wohnhauses in Saarn auf. Im roten Bereich wird es kritisch.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Der Mülheimer Energiedienstleister Medl führt Thermographieaktionen durch. Wärmeverluste an Häusern werden so sichtbar. Der Ansturm ist groß.

Mülheim an der Ruhr.. „Sind sie noch ganz dicht?“ Was wie eine Unverschämtheit klingt, hatte in Wirklichkeit einen ganz anderen Hintergrund. Gemeint waren nämlich Fenster und Türen eines 27 Jahre alten Hauses in Saarn, an dem der Mülheimer Energiedienstleister Medl am Freitagmorgen eine von insgesamt 1000 Thermographie-Aktion durchgeführt hat.

Zum Jahresbeginn erweiterte die Medl ihr Angebot um die sogenannte Thermographie. „Das Projekt stellte sich innerhalb weniger Tage als Riesenerfolg dar“, so Vertriebsleiter Jan Hoffmann. Bis zum 16. Januar meldeten sich über 1000 Kunden für das Angebot an. Seit Beginn dieser Woche führt die Medl mit einem Partnerunternehmen die Aufnahmen durch. „Wir werden wohl noch bis Anfang März beschäftigt sein“, sagt Bauingenieur Axel Hartung.

„Wir arbeiten entweder morgens, abends oder manchmal auch nachts“

Bei dem Verfahren wird das Haus von allen Seiten mit Hilfe einer Wärmebildkamera fotografiert, so dass Wärmeverluste und undichte Stellen an Fenstern und Türen schnell sichtbar werden. „Wir arbeiten entweder morgens, abends oder manchmal auch nachts“, erklärt Hartung. Der Grund dafür ist ganz einfach: „Ein Haus, auf das den ganzen Tag die Sonne geschienen hat, können wir nicht aussagekräftig fotografieren“, so der Experte. Die Häuser könnten zwar auch von innen aufgenommen werden, dies sei aufgrund der unterschiedlich geschnittenen Räume aber deutlich aufwendiger. „Eine Woche später erhält der Kunde einen 12- bis 14-seitigen Bericht mit der Auswertung der Bilder und Tipps zur eventuellen Abhilfe“, erläutert Jan Hoffmann.

Einer der über 1000 Kunden ist Henry Gesche, der vor 27 Jahren ein Haus am Saarner Lindenhof gebaut hat. „Man sagt oft, dass Fenster nach 20 Jahren renovierungsbedürftig sind. Ich glaube zwar, dass bei uns noch soweit alles in Ordnung ist, möchte mir das aber gerne von Profis bestätigen lassen“, sagt der Mülheimer. Der 68-Jährige und seine Ehefrau Ingrid sind langjährige Kunden beim hiesigen Energiedienstleister und mussten beim Angebot nicht zweimal überlegen. „Wärme und Energie sind ein wichtiges Thema“, so Gesche.

Der Großteil der Kunden ist ähnlicher Natur wie die Gesches. „Die überwiegende Anzahl ist Altbausubstanz. Viele führen aber nach einem Neubau unmittelbar vor dem Einzug noch einmal eine Kontrolle durch“, erklärt Axel Hartung. Zudem gibt es „Wiederholungstäter“, die nach einer ersten Thermographieaktion überprüfen, ob die getroffenen Maßnahmen wirkungsvoll waren. Die Unterlagen können auch bei einem eventuellen Hausverkauf vorgelegt werden. „Wenn wir in zehn Jahren ins Altenheim gehen, können wir das Haus guten Gewissens in andere Hände geben“, scherzt Henry Gesche.