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Jubiläum

Mülheimer Seniorenzeitung veröffentlicht 100. Ausgabe

24.02.2016 | 06:00 Uhr
Mülheimer Seniorenzeitung veröffentlicht 100. Ausgabe
Immer dienstags trifft sich das Redaktionsteam von „Alt? Na und!“ in der VHS und diskutiert Textvorschläge.Foto: Oliver Müller

Mülheim.   Sie ist bunter geworden – in der Themenauswahl, im Team und im Druck. Die Mülheimer Seniorenzeitung „Alt? Na und!“ bringt ihre 100. Ausgabe heraus.

Zitate werden bei Jubiläen immer gern genommen. Das Redaktionsteam von „Alt? Na und!“ hat sich für eines von Heraklit entschieden: „Nichts ist so beständig wie der Wandel“ ist auf dem aktuellen Titel der Mülheimer Seniorenzeitung zu lesen. Ein Satz, wie gemacht für diese Ausgabe – denn es ist 100.

Vor 100 Ausgaben war vieles anders: die Gesellschaft, die Technik, das Redaktionsteam, die Themenauswahl. Dennoch blieb „Alt? Na und!“ im Kern unverändert: eine Zeitung von Senioren für Senioren. 1989 wurde die von Peter Michael Schüttler, Mitarbeiter der Mülheimer Volkshochschule, initiiert.

Ausgabe 100 ist ab nächster Woche erhältlich

Das Redaktionsteam arbeitet bereits an der 101. Ausgabe von „Alt? Na und!“. Immer dienstags trifft es sich in der VHS an der Bergstraße, wo die Mülheimer Seniorenzeitung ein etwas anderes Kursangebot ist. Doch nicht nur die Texte verfassen die 16 Mitglieder, sie sind auch für das Lektorat, das Layout und die Verteilung zuständig – alles ehrenamtlich.

Ab 1. März ist die gedruckte Ausgabe von „Alt? Na und!“ an 150 Stellen im Stadtgebiet kostenfrei erhältlich. Außerdem kann sie (und vergangene Ausgaben) online heruntergeladen werden: alt-na-und.de.

„Die Idee war, Senioren mit Medien bekannt zu machen“, erläutert Gabriele Strauß-Blumberg, die seit 1997 Redaktionsleiterin ist. „Dabei hat sich schnell herausgestellt, dass es viel zu berichten gibt.“ Ein Besuch in einer Mülheimer Senioreneinrichtung, die Lederstadt Mülheim, Radwandern für Senioren und „Selfies“ sind unter anderem Thema der Jubiläumsausgabe.

„Mit anderen Menschen kommen andere Gedanken“

Eine bunte Mischung ist es – so bunt wie die Interessen im Redaktionsteam, denn die Autoren schreiben über das, was sie selbst bewegt. „Ich möchte die Menschen erfreuen“, sagt Marianne Schrödter beispielsweise. An einem „Artikel über Singlehaushalte“ arbeitet hingegen Rosemarie Mink, weil sie dies für ein zukunftsweisendes Thema“ hält.

Vor 26 Jahren wäre das wohl niemanden in den Sinn gekommen. Gleiches gilt für intergenerative Themen: Redaktionsmitglieder waren schon in Schulen zu Gast. Für Hans-Dieter Strunck ist dieser Wandel ganz logisch: „Mit anderen Menschen kommen andere Gedanken.“

Texte „mit feuchten Händen“ vorgetragen

Inzwischen machen bei „Alt? Na und!“ zwei Generationen gemeinsam Zeitung: Zwischen 60 und 83 Jahren sind die 16 Autoren alt, die sich einmal in der Woche in der Volkshochschule treffen. „Am Anfang“, weiß Gabriele Strauß-Blumberg, „war die Altersstruktur homogener.“ Ebenso die Lebensgeschichten der Autoren. Auch die Frauen, die klar in der Überzahl sind, bringen heute Berufserfahrung mit. „Eine neue Aufgabe“ ist der Einsatz bei der Seniorenzeitung etwa für Gudrun Prüssmann.

Nicht geändert haben sich die Redaktionstreffen. Im U sitzen die Mitglieder dann und lesen ihre Texte vor. Gemeinsam wird entschieden, ob das Thema etwas für die nächste Ausgabe ist, ob der Artikel so in Ordnung ist. Kritik, das betonen alle, sei immer konstruktiv. „Hier rennt niemand vor eine Wand“, sagt Anna-Maria Früh.

Dennoch muss Gerda Timper zugeben, die ersten Texte hat sie doch „mit feuchten Händen“ vorgetragen, aber sie findet die Rückmeldung der anderen „sehr bereichernd.“ Der häufigste Ratschlag ist laut Rosemarie Mink übrigens immer: „Kürzen, kürzen, kürzen.“

Julia Blättgen

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Mülheimer Seniorenzeitung veröffentlicht 100. Ausgabe
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2016-02-24 06:00
Mülheim, Seniorenzeitung, Gerda Timper, Zeitung
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