Mülheimer Radfahrer erwarten sehnsüchtig die Rheinische Bahn

Auf Radfahrer auf der gesperrten Strecke muss man nicht lange warten. Sie deuten auf die große Beliebtheit der Strecke - trotz Gleisnähe.
Auf Radfahrer auf der gesperrten Strecke muss man nicht lange warten. Sie deuten auf die große Beliebtheit der Strecke - trotz Gleisnähe.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Die 4,5 Kilometer lange Strecke auf der ehemaligen Güterbahnstrecke nach Essen ist weitgehend asphaltiert. Die Eröffnung ist für Oktober geplant.

Mülheim.. Den Baufortschritt auf dem Radweg auf der ehemaligen Gütertrasse der Rheinischen Bahn konnten Bahnfahrer gut aus einem der vorbeifahrenden Züge beobachten, denn die fahren über weite Teile parallel zur neuen Traumroute. Inzwischen ist die 4,5 Kilometer lange Strecke zwischen der Stadtgrenze und dem Hauptbahnhof weitgehend asphaltiert. Jetzt müssen noch die elf Zugänge geschaffen und einige Stellen gepflastert werden.

Auch jetzt sieht man schon Radfahrer und Jogger auf der Strecke. Das zeigt bereits, wie sehnsüchtig die Strecke erwartet wird, aber auch, dass es ganz bunt auf der Trasse wird, wenn sie denn erst einmal freigegeben worden ist. Dann werden gewiss auch Hunde hier Gassi geführt.

Ende Oktober im Blick

Das wird allerdings noch etwas länger dauern. Christoph Haep, Projektleiter beim RVR, spricht von Oktober und hat dabei das Monatsende im Blick. „Ich komme vom Bau und weiß, dass es am Ende immer noch viele Dinge gibt“, sagt er. Die vielen gepflasterten Passagen sind weitgehend nicht aus gestalterischen Gründen, sondern aus technischen notwendig. Für die Deutsche Bahn seien sie unverzichtbar, um an Erdungskabel und andere unterirdisch verlegten Kabel und Leitungen zu gelangen.

Auch an Brücken und Zugängen ist die Fläche gepflastert. Skater werden dadurch ausgebremst. Haep ist sicher, dass die Trasse stark genutzt wird. Schon allein wegen der sanften Steigung. Sie beträgt nur 1 bis 2 Prozent, wer sich ansonsten den Hingberg hinaufbewegen möchte, muss sich mit über sieben Prozent abplagen. Und außerdem ist es eine sehr kurze Verbindung in die Essener Innenstadt. „Es ist die bedeutendste Verbindung, weil sie zwischen zwei Städten und nicht an der Peripherie verläuft“, so Haep. Die Strecke sei auch für längere Routen interessant, denn Radler kommen problemlos auf die Grugatrasse und können etwa über Kettwig nach Mülheim zurückfahren.

Wann es nach Speldorf weitergeht, ist noch offen

Der vorläufig wichtigste Zugang zur Trasse entsteht an der Heinrich-Melzer-Straße gegenüber des Hauptbahnhofs, wo eine Rampe gebaut wird. Direkt neben dem Easy-Hochhaus führt zusätzlich eine Treppe hinauf. Eine weitere Treppe ist an der Brückstraße geplant. Rampen sind an der Geitlingstraße, der Leybankstraße und der Körnerstraße vorgesehen. An den Punkten Inselstraße, Alexanderstraße, Eppinghofer Bruch und der Otto-Hue-Straße ist ein ebenerdiger Einstieg möglich. Die 4,5 Kilometer lange Strecke kostet auch 4,5 Millionen Euro, die zu 50 Prozent von der EU, zu 30 Prozent vom Land und zu 20 Prozent vom Regionalverband getragen wird.

Wann es über die Ruhr nach Speldorf weitergeht, kann noch nicht gesagt haben. „Das hat für uns erste Priorität“, betont Haep. In diesem Herbst erwartet Haep noch Grünes Licht für eine Brücke am Berthold-Beitz-Boulevard in Essen, die mit knapp 60 Metern beachtliche Ausmaße haben wird und die Attraktivität der Strecke noch deutlich erhöhen dürfte.

Pünktlich zur Fertigstellung der Trasse wird die Stadtverwaltung einen Flyer herausbringen, der den Verlauf und die Zugänge des Geh- und Radweges deutlich macht.