Mülheimer Neubauten haben gute Klimaprognose

Die Häuser an der Lembkestraße wurden geplant vom Architekturbüro HPP, genau so wie die Hochschule Ruhr West. Auffällig sind die vielen Fenster.
Die Häuser an der Lembkestraße wurden geplant vom Architekturbüro HPP, genau so wie die Hochschule Ruhr West. Auffällig sind die vielen Fenster.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Stiftung Max-Planck-Institut für Kohlenforschung errichtet an der Lembkestraße zwei Mehrfamilienhäuser. Im Februar ziehen die ersten Mieter ein.

Mülheim an der Ruhr.. An der Lembkestraße gehören Bagger, Kipper, Radlader, tiefe Gruben und Umleitungsschilder seit längerem zum Straßenbild. Zwischen Leonhard-Stinnes- und Bismarckstraße wird seit September am Kanal gewerkelt. Laut städtischem Baustellenkalender werden die Bauarbeiter ihren Job voraussichtlich im Februar beenden. Das träfe sich gut, so könnte nämlich der Umzugswagen für die ersten Mieter der neuen Mehrfamilienhäuser der Stiftung Max-Planck-Institut (MPI) für Kohlenforschung ungehindert vorfahren.

Im ersten Quartal 2015 ist das MPI-Projekt fertig, berichtet Pressereferentin Sarah-Lena Gombert, und die ersten Bewohner ziehen auch tatsächlich bereits im kommenden Monat ein. 14 Wohnungen für Mieter aller Art – also keinesfalls nur für Institutsangehörige – sind in weniger als anderthalb Jahren entstanden, pro Neubau sieben. „Einige sind vergeben“, weiß Gombert, „aber es sind auch noch einige frei.“

Die Wohnungen verfügen über zweieinhalb bis sechseinhalb Räume und über Grundflächen von 85 bis 203 Quadratmeter – die größte liegt unterm Dach. Sie sind seniorengerecht gestaltet und wahlweise ebenerdig oder über einen Aufzug zu erreichen. Zu jeder Einheit gehören zwei Balkone oder Terrassen sowie ein Parkplatz. Laut Homepage des Instituts steht „ab circa 2016 auch ein eventueller Tiefgaragen-Einstellplatz im zweiten Bauabschnitt zur Verfügung“; die Bagger könnten also zurückkehren.

Energie kommt direkt vom Campus

Von einer Besonderheit der Wohnungen, die sich aus ihrer unmittelbaren Nähe zum Wissenschaftszentrum auf dem Kahlenberg ergibt, berichtet Gombert noch: „Die ohnehin schon als Niedrig-Energie-Bauten konzipierten Häuser sind über ein Nahwärmenetz mit der Energiezentrale des Instituts verbunden, was den Mietern eine Menge Nebenkosten erspart.“

Diese Zentrale bestehe aus zwei Blockheizkraftwerken plus zwei konventionellen Heizkesseln, „die allerdings nur zu Spitzenzeiten in Betrieb sind“. Primär, so Gombert, produziere die Energiezentrale natürlich Strom und Wärme für den Campus, „doch sie wirft einfach mehr ab, als dort verbraucht wird“. So profitierten auch die Neubürger Holthausens davon. „Und wir steigern unsere Energieeffizienz.“

Laut Gombert ist die Stiftung mit den Bauarbeiten „im Zeit- und Budgetrahmen geblieben“. Insgesamt seien 4,1 Millionen Euro investiert worden.