Mülheimer nehmen Einblicke in die Welt der Flieger

Die Besuchergruppe, die am Samstag an der Führung über den Flughafen Essen/Mülheim.
Die Besuchergruppe, die am Samstag an der Führung über den Flughafen Essen/Mülheim.
Foto: Stephan Glagla / Funke Foto Serv
Was wir bereits wissen
Die erste Führung 2015 über den Flughafen Essen/Mülheim durch die Arbeitsgemeinschaft Flughafen und Ökologie und den Aero Club fand jetzt statt.

Mülheim.. Flughafen-Führungen bieten die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Flughafen und Ökologie Essen/Mülheim e. V., AGFÖ, schon seit einigen Jahren an, und sie werden es auch künftig von April bis Oktober tun. Neu und besonders wird nun sein, dass die Flughafen-Anrainer, mit denen die AGFÖ über ein Netzwerk in Verbindung steht, sich gelegentlich einbringen.

Am Samstag gestaltete der Aero-Club Mülheim im Rahmen einer dreistündigen Führung den Auftakt. Nach dem üblichen Rundgang durch die Halle mit dem besonderen Flughafen-Fuhrpark, dem Tower und die Fahrt über das Flugfeld wurden die Besucher von Heinz Schlosser quer über den Flughafen zum Segelflugverein gefahren.

Segelflugzeuge und Motorsegler

Vorschriftsmäßig stoppte Schlosser den Bulli an der 45 Meter breiten Landebahn und holte sich vom Tower die Genehmigung, das Rollfeld queren zu dürfen. „Flugzeuge haben hier natürlich immer Vorrang“, erklärte der AGFÖ-Vorsitzende. Am Aero-Club erwartete Heinz Maurer die Gruppe. Er zeigte die zwei großen Hallen, in denen rund dreißig Segelflugzeuge und Motorsegler unterschiedlichster Bauart und Generation stehen und hängen, und berichtete detailliert über seinen Sport und das Vereinsleben. Die neue Halle habe der Verein mit eigenen Mitteln gebaut, betonte Maurer, ohne städtische Zuschüsse, wie fälschlicherweise schon behauptet worden sei. Vorwiegend mit den Beiträgen seiner rund 290 Mitglieder stemme der Verein nahezu alles.

Beitragssätze von 170 Euro für Erwachsene und 85 Euro für Jugendliche im Jahr

Dabei müsse Segelfliegen kein teuer Sport sein, so Maurer. Mit Beitragssätzen von 170 Euro für Erwachsene und 85 Euro für Jugendliche im Jahr – Segelflugzeug-Nutzung inbegriffen – überraschte er die Besucher. Zeitaufwändig sei der Sport allerdings schon. Plane man einen Überlandflug, müsse eine Rückholmannschaft organisiert sein, die mit dem Spezialhänger zum Landeort fahre, erklärte Maurer. Denn mit seinem Segelflugzeug folge der Pilot der Thermik und lande nicht unbedingt auf dem Gelände.

Mit Mülheims Partnerstadt Tours pflegt der Aero-Club einen regen Austausch

Der Verein besitzt eine große Werkstatt und die Mitglieder reparieren die Flieger selber. Es werde auch schon mal aus mehreren ein neues Fluggerät zusammengesetzt, verriet Maurer. Natürlich seien die Flugzeuge sicher, denn das Luftfahrtbundesamt prüfe die Flieger jährlich. Mit Mülheims französischer Partnerstadt Tours pflegt der Aero-Club einen regen Austausch. Jedes Jahr fahren bis zu 60 Vereinsmitglieder in die Partnerstadt, um beim dortigen Club zu fliegen. Zurück am Flughafengebäude, gewährte Heinz Schlosser seinen Gästen einen Einblick in die demnächst anstehenden Sonder-Führungen: Dann plant er, den Besuchern die Luftschiffhalle mit dem neuem Luftschiff oder auch den Flugsimulator präsentieren zeigen zu können.