Mülheimer MVG - Sparvorschläge bis Mitte des Jahres

Die MVG muss in Zukunft sparen. Die Geschäftsführung plant konkrete Vorschläge bis Mitte des Jahres vorzulegen.
Die MVG muss in Zukunft sparen. Die Geschäftsführung plant konkrete Vorschläge bis Mitte des Jahres vorzulegen.
Foto: Oliver Müller / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die MVG steht unter Druck. Sie muss mehr Service für weniger Geld bieten. Mitte des Jahres soll die MVG-Geschäftsführung Sparvorschläge vorlegen.

Mülheim.. Mehr Service, mehr Fahrkomfort, mehr Sauberkeit, mehr Pünktlichkeit – und das alles zu einem deutlich günstigeren Preis. Die Mülheimer Verkehrsgesellschaft steht unter wachsendem Druck. Mitte des Jahres soll die Geschäftsführung Sparvorschläge präsentieren.

Das, so der Aufsichtsratsvorsitzende Wolfgang Michels, sei bei der jüngsten Sitzung ihr als Auftrag übermittelt worden. Mülheim, so urteilen SPD und CDU, leistet sich im Vergleich zu anderen Städten einen sehr kostenintensiven ÖPNV: Die ständig steigenden Defizite und die massiven Sanierungsbedarfe seien weder hinnehmbar noch finanzierbar. Millionen-Einsparungen fordert der Rat. Damit nicht genug, die Regierungspräsidentin als Aufsichtsbehörde fordert viel stärkere Anstrengungen, um günstiger zu werden und mehr Via statt weniger, wie manche in diesem Verbund von Mülheim, Essen und Duisburg anpeilen.

Kritik am Vergleich der Verkehrsunternehmen

Um die 30 Millionen Miese macht die MVG im Jahr und muss sich immer wieder vorhalten lassen, dass andere es deutlich günstiger können, etwa die Bogestra. Berechtigte Kritik? MVG-Geschäftsführer Klaus-Peter Wandelenus, unter dessen Regie die Sanierung des Unternehmens verstärkt angegangen wird, will ein persönliches Gespräch mit der Regierungspräsidentin. So mancher Vergleich mit anderen Verkehrsunternehmen stößt nicht nur ihm übel auf: „Es werden Städte und Dinge verglichen, die so nicht zu vergleichen sind“, sagt er und sieht nach wie vor in Via einen richtigen Weg.

Deutlicher wird der Aufsichtsratsvorsitzende Michels und greift einen Vergleich heraus: „Natürlich ist der Aufwand in unseren Werkstätten höher als anderswo, aber wir haben auch einen deutlich ältern Fuhrpark als andere.“ Andere konnten diesen früher erneuern als Mülheim. Sparen, so Michels, werde der MVG aber auch durch die Aufsichtsbehörden erschwert: Beim Umbau von Haltestellen etwa würden Standards gefordert, die „nicht zu bezahlen sind“. Und dann kommt noch der Denkmalschutz, der von der MVG verlangt, Gebäude auf dem Gelände an der Duisburger Straße mit Millionenaufwand zu sanieren – aus Sicht der MVG ist das unwirtschaftlich.

Zusammenarbeit mit den Nachbarstädten

An der weiteren Zusammenarbeit mit den Nachbarstädten gibt es von Seiten der MVG keine Bedenken. „Es wäre eine Katastrophe, diese aufzulösen“, sagt Michels und sieht diejenigen, die den Drei-Städte-Verbund Via kippen wollen, in Essen sitzen. Persönliche Freundschaften und Pfründe würden dort von einigen höher bewertet als das Ziel, ein vollintegriertes Verkehrsunternehmen für die drei Verkehrsbetriebe zu schaffen.

„Ohne baldige Fusion der vielen Einzelgesellschaften und dem Weiterwurschteln wie bisher“ droht aus Sicht der Mülheimer Bürgerinitiativen der Kollaps des ÖPNV im größten deutschen Ballungsraum.

Auch die Wirtschaft betrachtet das Treiben mit Skepsis. Das Gegeneinander, so der Sprecher der regionalen Wirtschaft, Heinz Lison, müsse aufhören. Er fordert mehr Kooperation – sonst gefährde man den Wirtschaftsstandort.